Blick zurück vom Mars auf die Erde

Der Mars hat neue Gäste. Der Perseverance-Rover der NASA ist am 18. Februar erfolgreich auf dem Roten Planeten gelandet, wo er sich zu zwei anderen neuen Besuchern auf dem Roten Planeten gesellt: dem Hope-Orbiter der Vereinigten Arabischen Emirate und Chinas Tianwen-1. Diese drei Länder repräsentieren sehr unterschiedliche Traditionen: eine relativ neue Nation mit der ältesten Verfassung der Welt, eine extrem junge und relativ kleine Nation, die im selben Jahr gegründet wurde, als das erste Raumschiff auf dem Mars landete, und das bevölkerungsreichste Land der Erde mit einer der ältesten Kulturen der Welt. Diese Versammlung himmlischer Boten am Mars läßt uns zu den Sternen aufblicken und verschafft uns eine aufgeklärtere Sicht auf unsere irdischen Angelegenheiten.

Betrachtet man die Erde als Ganzes, ist unübersehbar, mit welchen Problemen wir es hier zu tun haben: Wüsten hier, Überschwemmungen dort, hohe Berge, unwegsames Gelände, tödliche Krankheiten und nicht zu vergessen die abscheuliche Kultur des Oligarchismus, die fast die gesamte Menschheit seit Jahrtausenden im Griff hält. Zusammenarbeit zwischen den Nationen wäre der natürlichste Weg, unserer Erde ein lebenswerteres Aussehen zu geben und mehr Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen – als Vorübung zur Umgestaltung anderer Himmelskörper. Dem steht entgegen, daß eine gesellschaftliche Elite enorme politische und finanzielle Macht auf sich konzentriert hat und sich zum Ziel gesetzt hat, die menschliche Bevölkerung zu reduzieren und jeden kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt zu ersticken.

Das heutige Imperium – mit seinen Machtzentren in der City of London, der britischen Königsfamilie, der Wall Street, dem Silicon Valley, den Five-Eyes-Geheimdiensten und vielen Medien – will erreichen, daß wir uns nicht als eine Menschheit sehen, sondern daß sich die Nationen in geopolitischen Machtkämpfen gegeneinander stellen und Menschen nicht nach ihren individuellen Fähigkeiten, sondern nach äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe, Rasse, Einkommen oder Religion unterschieden werden. Sie wollen uns weismachen, daß Ideen nicht einen Eigenwert haben, sondern danach bewertet werden müßten, wer sie vertritt, und es werden Lügengeschichten über jene verbreitet, die die Macht der Weltfinanzelite herausfordern könnten: Rußland, China, Lyndon LaRouche oder selbstbewußte Vertreter der Entwicklungsländer.

China hat dank seines kometenhaften Wachstums Hunderte Millionen Menschen aus der Armut befreien können. Rußland hat sich eine Stärke und Unabhängigkeit bewahrt, die die militärischen Pläne des anglo-amerikanischen Establishments zumindest bremsen. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hat Lyndon LaRouche Konzepte entwickelt und zeitweise auch durchgesetzt, um weltweit eine Renaissance infrastruktureller, wissenschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung einzuleiten.

In Afrika wächst ein enormes Potential heran, weil sich ein neues wirtschaftliches Paradigma durchzusetzen beginnt, das auf Wachstum basiert und die jahrzehntelange neokoloniale Politik von IWF und der Weltbank beenden könnte. Wie der Afrika-Experte des Schiller-Instituts, Sébastian Périmony, erklärt hat: „Die Industrialisierung Afrikas hat bereits begonnen. Ein neues Paradigma entsteht, ein Paradigma, von dem die großen panafrikanischen Führer geträumt haben. Es entsteht eine multipolare Welt, die auf gemeinsamer Entwicklung beruht, eine Welt, die auf ,physischer Ökonomie‘ und nicht auf Monetarismus oder Malthusianismus beruht.“ Um das enorme Potential dieses schnell wachsenden Kontinents zu erschließen, muß eine Infrastruktur von Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnstrecken auf dem gesamten Kontinent gebaut werden – und das nicht erst im Rahmen der Agenda 2063 der Afrikanischen Union, sondern innerhalb von zehn oder zwanzig Jahren. Die Landwirtschaft in Afrika muß mit großem Kapitaleinsatz ausgeweitet und mechanisiert werden. Das erfordert die ländliche Elektrifizierung, den großangelegten Einsatz der Kernenergie und der Wasserkraft (u.a. vom Kongo-Fluß und des Großen Äthiopischen Renaissance-Staudamms am Nil), Wassertransferprojekte wie Transaqua zur Auffüllung des Tschadsees, den Bau von Brücken, Straßen, und Industrieanlagen, den Ausbau von Bildung, Wissenschaft und Technologie. In allen diesen Bereichen muß es sofort vorwärts gehen.

Das Menetekel von Texas

Die Kluft zwischen der physischen Realität und der grün-ideologischen Verblendung, die sich in der transatlantischen Ordnung ausgebreitet hat, zeigte sich nirgendwo deutlicher als bei dem Beinahe-Debakel in Texas, wo am 16. Februar nach einem plötzlichen Kälteeinbruch durch einen mächtigen Polarwirbel Windturbinen und Solarpaneele einfroren und der Zusammenbruch der gesamten Stromversorgung drohte. Das texanische Stromnetz war „Sekunden oder Minuten von einem katastrophalen Ausfall und kompletten Blackout“ entfernt, und der einzige Ausweg waren systematische teilweise Stromabschaltungen. Wegen dieser „rotierenden Stromausfälle“ waren vier Millionen Texaner stundenlang ohne Strom und Wärme, und die Hälfte der Landkreise des Staats meldete Wasserprobleme durch Stromausfälle in Wasseraufbereitungsanlagen. Es wurden 36 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sturm und dem Stromausfall gemeldet, und 600.000 Menschen waren noch tagelang danach ohne Strom.

Zwei Faktoren haben zum Zusammenbruch des texanischen Energiesektors geführt, die aber genausogut auch auf die katastrophale Energiewende bei uns zutreffen: Die Unzuverlässigkeit der „erneuerbaren“ Energiequellen, besonders Wind und Sonne, und die langfristigen Folgen neoliberaler Deregulierung, die spekulative Gewinne über die notwendigen, regelmäßigen Investitionen in die Infrastruktur eines modernen Stromnetzes stellt.

Was die gefährliche Launenhaftigkeit der „erneuerbaren“ Energiequellen angeht, herrscht weitgehende Realitätsverweigerung, weil die Finanzoligarchie, vertreten durch die Milliardäre des Davoser Weltwirtschaftsforums, auf einen globalen „Green New Deal“ fixiert ist. Am Beispiel Texas wird das überdeutlich. Der US-Bundesstaat bezieht inzwischen 23 % seines Stroms aus Windkraft. Mit dem Einsetzen der Kältewelle sank die produzierte Gesamtleistung der Windturbinen von einem Tag auf den anderen von über 8000 MW auf ganze 649 MW. Sowohl der texanische Gouverneur Greg Abbott als auch der frühere Gouverneur Rick Perry, der unter Präsident Trump US-Energieminister war, bezeichneten das Versagen der „Erneuerbaren“ als Hauptursache für den Zusammenbruch des Stromnetzes und verwiesen auf eingefrorene Windturbinen und schneebedeckte Solarpaneele. Die vorhersehbare Reaktion war ein hysterischer Aufschrei „grüner“ Netzwerke, die darauf beharrten, das habe nur eine „kleine Rolle“ in der Krise gespielt.

Und was die Folgen der Deregulierung betrifft – ein weiteres Kernelement im Great Reset der Davos-Bande –, so gibt es eine Mauer des Schweigens, gerade auch unter den „konservativen“ Verfechtern des „freien Marktes“, von denen viele zwar die verheerenden Auswirkungen der grünen Politik richtig erkennen, sich aber weiter an die neoliberale Wirtschaftspolitik klammern, die Schuld an dem Investitionsmangel in der Infrastruktur hat. Auf der diesjährigen Davos-Onlinekonferenz sprach ein Vertreter von BlackRock, der größten Vermögensverwaltung der Welt, die einen globalen „finanziellen Regimewechsel“ anstrebt, von einem Pool von 30-50 Billionen Dollar an Zentralbank- und Privatgeldern, die in die grüne Finanzblase fließen sollen, während die Kreditvergabe an produktive Unternehmen als „Kohlenstoffverschmutzer“ systematisch eingestellt werde.

Am 17. Februar stellte Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Dialog die Entwicklungen in Texas in den Zusammenhang mit dem „Rückwärtssprung“ des Großen Reset und des Green New Deal. Sie sagte: „Die Entwicklungen in Texas geben einen kleinen Vorgeschmack auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch, wie er als Folge der Umsetzung dieser Politik eintreten würde.“ Sie rief dazu auf, daß die Bürger ihre Wut nicht auf künstliche oder mißverstandene Feindbilder wie Rußland, China oder die Migranten richten sollten, sondern darauf, das britische Finanzimperium zu besiegen.

Der Blick zurück vom Mars zeigt uns: Machen wir die Erde zu einem Garten – und bald auch andere Planeten!

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