Mittelst Rakete in den Mond

Man las in Lettern riesengroß:
„In diesem Herbste geht es los,
Was unglaublich verwegen.
Man setzt sich – ach wie wird dies sein –
In die Rakete tief hinein
Und fliegt dem Mond entgegen.

In einem wahren Prachtgemach,
Wird man, vor jedem Ungemach
Die Reisenden verschonen.
Und wer zu dieser Fahrt bereit,
Den kostets nur die Kleinigkeit
Von drei, vier Millionen.

Doch weil Herr Oberth garnicht spart,
So gibt es bei der Mondenfahrt
Auch gänzliche Verpflegung.
Drum kouragiert, hineinspaziert;
Wenn der Rakete nichts passiert,
Setzt sie sich in Bewegung?“

Ich klopfe bei Herrn Oberth an:
„Verzeihung, lieber, guter Mann,
Wie kommt man von dort wieder?“
Da lächelt er: „Mein Gott, zurück?
Am Mond fühlt man das höchste Glück,
Und läßt sich ganz dort nieder.“

Drauf senk ich schuldbewußt das Haupt:
„Ist eine Frage noch erlaubt,
Bevor ich mich verliere?
Sie kennen sich am Monde aus;
Gibt es dort auch ein Narrenhaus –
Für Ihre Passagiere?“

– E. B.

Aus der Karpathen-Post, 51. Jahrgang, Folge 20, 10. Mai 1930, Seite 2

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