Strahlung: Radioaktiv, aber kein Gift

Eine Studie, warum die Kernenergie zu Unrecht verteufelt wird

Einführung

Deutschland gilt als ein „Land der Dichter und Denker“. Deswegen ist es erstaunlich, daß es auch nach Jahrzehnten und unter mehreren Bundesregierungen noch immer nicht möglich ist, Diskussionen über rein physikalische Prozesse sachlich und mit entsprechenden gewichtigen Argumenten einvernehmlich zu entscheiden. Dazu bedarf es allerdings Fachwissen der handelnden Personen, Intelligenz und, was merkwürdigerweise fast nie angesprochen wird, Neugier oder, besser gesagt, „Wissensdurst“. Bei Diskussionen über wissenschaftliche Fakten kann es nur um Meinungen oder Gegenmeinungen gehen. „Leugner“ gibt es nur, wenn man Dogmen in Frage stellt – d. h. wenn man meint, eigene Meinungen seien als Dogmen anzusehen. Man muß also bereit sein, sich auch auf die Gegenargumente der Gegner einzulassen. Diese Regel gilt für alle, also neben der Presse vor allem auch für Politiker, die sowieso meist schon beratungsresistent sind und lieber Dorffeste eröffnen, als sich über die schwierige Materie anstehender Probleme ausführlich zu informieren.

Das Fehlen solch einer wissenschaftlich fundierten Diskussionskultur macht sich besonders unangenehm bei Fragen um die Kernenergie bemerkbar. Ein heikles Gebiet. Denn gerade die Vorstellung, welche Gefahren Kernenergieanlagen für ihre Umgebung darstellen könnten, spielt eine wesentliche Rolle bei der Akzeptanz dieser Energieform in der Öffentlichkeit. Außerdem hängt von der Haltung dazu oft auch die Existenz einiger Parteien ab. Eine Sicht, die die Objektivität beträchtlich erschweren kann. Zusätzlich stehen bei der Entscheidung über für oder wider Kernenergie oft Riesensummen auf dem Spiel.

Von großer Bedeutung ist auch, die Vorgehensweise bei Analysen von Gefahrensituationen nach schweren Störfällen an Kernkraftwerken immer wieder einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Vor allem dann, wenn es nach einem Kernschmelzunfall als Folge einer Beschädigung des Reaktorgehäuses zu einem Austritt eines Teils der Schmelzmasse in die Außenwelt kam (denn gefährlich können Kernenergieanlagen für ihre Umgebung nur durch freigesetzte Radioaktivität werden). Als ganz wichtig erweist sich dabei die Klärung der Frage, wie das zeitliche Verhalten der dabei an die Umgebung gelangten radioaktiven Substanzen – ein Bündel stabiler und instabiler Isotope – beurteilt werden kann. Ähnelt es dem von Gift? Eine Denkweise, die man sehr häufig bei vielen Diskussionen hört. Diese steht erstaunlicherweise sehr oft im Zusammenhang mit der Frage der Eindämmung der Folgen der weltweit einzigen drei Kernschmelzunfälle.

Bei einigem Nachdenken wird man aber schnell feststellen, daß es kaum Gemeinsamkeiten zwischen einer radioaktiven Substanz und Gift gibt. Außer natürlich, daß beide eventuell tödlich sein könnten. Sonst ist ihr Verhalten grundverschieden. Wie bekannt, wirkt Gift durch direkten Kontakt, und zwar sofort. Es zerfällt nicht und kann somit seine Gefährlichkeit auch über Jahrzehnte erhalten. Radioaktive Substanzen hingegen – von vielen Mitbürgern als etwas Unheimliches und daher als furchterregend empfunden – senden Strahlen aus, die über eine Distanz ihre Umgebung bedrohen können. Sie sind nicht sichtbar, nicht zu hören und geruchlos.

Links: Eine logarithmische Gifteskala mit den LD50­-Werten, die angeben, welche Stoffmenge bezogen auf das Körpergewicht bei der Hälfte einer Versuchstierpopulation zum Tod führt. (LD für letale Dosis.) Rechts: Ein Geigerzähler, mit dem eine Quelle radioaktiver Strahlung zuverlässig geortet werden kann. Bildquelle: Wikipedia

Als Grundlage für eine Analyse ihres Verhaltens gilt für beide aber die Tatsache (wie später noch näher erläutert), daß es neben einer „strahlenphysikalischen“ Komponente eben noch einen „strahlenbiologischen“ Aspekt zu beachten gibt. Strahlen können natürlich auch lebende Zellen beschädigen oder sogar zerstören – genauso, wie wenn man jemandem ein Messer in den Bauch rammt, ein neues Herz transplantiert oder unsere Haut den Sonnenstrahlen aussetzt. Was aber häufig übersehen wird (und das nicht nur von Laien, sondern manchmal auch von Fachleuten), ist, daß eben lebende Organismen eine zusätzliche Eigenschaft besitzen, nämlich die Fähigkeit zur Regeneration.

Dieser von der Öffentlichkeit in ihrer Bedeutung viel zu wenig wahrgenommene Aspekt spielt in diesem Bericht eine große Rolle. Denn dadurch kann die wichtige Tatsache bewiesen werden, daß (entgegen der gängigen Meinung) kleine Dosen an Strahlung eben kaum eine Gefahr für den menschlichen Körper darstellen. Erst ab einem gewissen Schwellenwert muß (je nach Abstand und Intensität der Strahlung) mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung gerechnet werden. Daher sollte einem zusätzlich auch bewußt werden, daß hier nicht mehr die Kriterien von Gift gelten, denn der Zerfall läuft nach ganz anderen Regeln ab.

Um so die tatsächlichen Gefahren einer Strahlung besser verstehen und die Situation gründlicher analysieren zu können, sollen zudem die einfachsten Grundlagen der Strahlentheorie vorgestellt werden, so daß selbst Laien und Gymnasiasten in der Lage sein sollten, damit eine erste obere oder untere Grenze bei den Abschätzungen zur Klärung der jeweiligen Gefahrenlage vornehmen zu können. (Von den entsprechenden Fachinstituten können dann mit Hilfe exakterer Rechnungen genauere Daten innerhalb dieses Bereichs geliefert werden).

Im Bericht sollen besonders zwei der wichtigsten Anwendungsgebiete analysiert werden: Wie und vor allem wie lange (oder besser wie kurz) radioaktive Substanzen eine Gefahr für den Menschen darstellen können. Und welche Rückschlüsse man daraus bei der Planung von Atommüllentsorgungsanlagen ziehen kann.

Außerdem ist klar: Schlußfolgerungen, die den Unterschied von radioaktiven Substanzen und Gift nicht beachten, liefern falsche Antworten – wie das bei der Berichterstattung über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl oft zu beobachten war. Oder die Behauptung, daß dabei eine betroffene Landschaft auf Jahrzehnte radioaktiv verseucht wird.

Weltweiter Siegeszug der Kernenergie

Mit der Ausrufung der friedlichen Nutzung der Atomenergie begann im Jahre 1955 eine neue Ära der globalen Energieversorgung, zunächst hauptsächlich beschränkt auf die Entwicklung und Errichtung von Forschungs- und kurz danach Leichtwasserreaktoren (LWR), d. h. von Druck- bzw. Siedewasserreaktoren (DWR und SWR). Dieser Prozeß wurde in den ersten Jahrzehnten weltweit begleitet von einer ungeheuren Euphorie bei allen Beteiligten für diese einzigartige Form der Energieerzeugung. Schon von Beginn an bekannten sich alle etablierten Parteien in ihren Grundsatzpapieren ausdrücklich für die Förderung und den Einsatz von Kernenergien. Journalisten zeichneten überall in der Welt ein positives Bild von der Kernkraft. Man sah, nicht zuletzt wegen der Ölkrise zu Beginn der 70er Jahre, die Chance, eine weitere wichtige Energiequelle für die nun im Westen einsetzende Industrialisierung erschließen zu können. Und man erwartete einen wesentlichen Beitrag zum nationalen, aber auch allgemeinen globalen Energiemix. Aus diesem Anlaß wurden von der damaligen Regierung in Deutschland die verschiedenen Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVUs) ausdrücklich ermuntert, sich am Ausbau der Kernenergie zu beteiligen.

Besonders beachtenswert ist dabei die Tatsache, daß man sich gleichzeitig auch – im Unterschied zu anderen im Laufe der Weltgeschichte erfolgten wichtigen technischen Innovationen – erstmalig zusätzlich die Frage nach der Sicherheit beim Betreiben dieser neuen technischen Anlage zu stellen begann. Wie kann verhindert werden, daß bei schweren Störfällen die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird und was für Vorsorgemaßnahmen man dagegen treffen muß. Dafür wurden (zumindest in den großen Industrieländern) zunächst nationale Institutionen errichtet. In Deutschland Kernforschungsinstitute, die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), eigene Forschungsabteilungen der Technischen Überwachungsvereine (TÜVs), aber auch internationale Organisationen (IAEO, EURATOM), die sich mit dieser Aufgabe intensiv befassen mußten. Mit dem Ergebnis, daß in all diesen Jahren und in einer beispiellosen weltweiten Zusammenarbeit ein äußerst überzeugendes Konzept zur Reaktorsicherheit erarbeitet werden konnte. Die somit im Laufe der Zeit weltweit entwickelte ausgeklügelte und ausgereifte Reaktorsicherheitsphilosophie und -kultur machte die Reaktortechnologie zunehmend attraktiv und beherrschbar. Wann wären je Pferdekutschen, Fahrräder, Gasherde usw. für den Gebrauch zugelassen worden, wenn man geahnt hätte, welchen Blutzoll man dafür wird errichten müssen?

Dabei wurden, entgegen den Behauptungen der Kernenergiegegner, nur die die Sicherheit betreffenden Forschungsarbeiten von den jeweiligen Bundesregierungen direkt finanziert (Sicherheit ist nun einmal Aufgabe des Staates). Die Neuentwicklung und der Bau der Reaktoranlagen sowie das Risiko eines problemlosen Betriebs blieben zunächst Aufgabe der verschiedenen Kernkraftwerksbau- (KWU/AREVA) und Energieversorgungsunternehmen (EVUs). Erst als sich die Regierung immer mehr von der Kernindustrie abzuwenden begann (ja sogar offen gegen sie agierte), ließen sich diese dann für jeden Forschungsauftrag jede Briefmarke extra bezahlen.

Wenn man bedenkt, daß mittlerweile die Gesamtbetriebszeit aller weltweit operierenden Reaktoranlagen bei mehr als rund 17.000 Gesamtbetriebsjahren angelangt ist (also rund 8 ½ mal die Zeitspanne zu Christi Geburt), so kann trotz dreier bedauerlicher Kernschmelzunfälle insgesamt von einer äußerst erfreulichen und beeindruckenden Bilanz bezüglich des sicheren Betriebs von Kernenergieanlagen berichtet werden. Und wie sicher, effektiv und umweltschonend große Mengen an elektrischer Energie mit dieser Technik erzeugt werden können. Was sich als besonders wichtig für das Wohl der rasant steigenden Weltbevölkerung (aber auch für das Gedeihen der heimischen Industrie) herausstellte.

Die dabei erarbeiteten Sicherheitsstudien bildeten (und tun das noch immer) die Basis für eine sichere Anwendung der Reaktortechnologie. Es besteht kein Zweifel, daß die Gesamtbilanz der weltweiten Nutzung der Kernenergie als ein durchschlagender Erfolg bewertet werden kann. Und trotz der drei Kernschmelzunfälle, bei zweien davon mit Austritt hochradioaktiven Materials an die Außenwelt, setzt sich der weltweite Siegeszug der Kernenergie fort.

Weltkarte mit Ländern, in denen Kernkraftwerke betrieben bzw. geplant werden. Deutschland ist eines der wenigen Ländern, die den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen haben. Quelle: Creative Commons

Wie erfolgreich all die Initiativen waren, beweist die glänzende Bilanz der über 65jährigen Geschichte der Kernenergie, läßt sich aber nicht zuletzt auch an dem anhaltenden Boom dieser Energieform ablesen. In über 31 Ländern der Welt befanden sich zuletzt (laut dem Fachblatt atw, Mai 2019) insgesamt 451 Kernenergieanlagen in Betrieb, waren 53 neue Anlagen in 18 Ländern im Bau und rund 150 in 25 Ländern in konkreter Planung. Davon sind allein in China (neben den schon bestehenden 20 Reaktoren) noch weitere 28 im Bau. Die Tendenz ist steigend. Hinzu kommen noch Erweiterungen der Betriebsdauergenehmigungen (auf über 60 Jahre hinaus), die ja auch eine wesentliche Erhöhung der schon bestehenden Betriebskapazitäten bedeuten. Diese gab es in den USA bereits für 73 der 104 KKWs, aber auch aus Spanien, Frankreich und der Schweiz wurden solche Aktivitäten gemeldet. Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) rechnet man weltweit mit einer Zunahme von insgesamt 50% mehr Atomstrom bis zum Jahre 2030. Und dies geschieht sowohl aus Umweltschutzgründen (z. B. Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen und damit Bekämpfung des Smogs in den Großstädten) als auch wegen der dringend notwendigen Wirtschaftsentwicklung. Kein Wunder, daß die New York Times schon vor Jahrzehnten diese Tendenz mit dem sehr prägnanten Schlagwort „The Greening of Nuclear Power“ kommentierte.

Es kristallisierte sich immer mehr die These heraus, daß sich kein Industrieland noch den Luxus leisten kann, seriöse Energiepolitik ohne Atomstrom zu betreiben. Und sei es nur, daß man diesen vom Nachbar einführt. Mit Ausnahme von einigen westeuropäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Norwegen, Dänemark, Italien) ist der Boom zur Errichtung weiterer Kernenergieanlagen noch immer ungebrochen.

Erst kürzlich sprach sich die Mehrheit der EU-Länder eindeutig für eine weitere Förderung der Kernenergie aus. So schreibt das Joint Research Centre (JRC) der EU-Kommission in einem Bericht, daß der wissenschaftliche Dienst der Kommission nach monatelanger Prüfung festgestellt hat, Atomkraft sei als nachhaltig zu beurteilen. Es gebe „keinerlei wissenschaftlich fundierten Belege dafür, daß die Kernenergie die menschliche Gesundheit oder die Umwelt stärker schädige als andere Stromerzeugungstechnologien“, die als Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels bereits angewandt werden.

Kernschmelzunfälle an drei Standorten

Als äußerst positives Resultat dieser in internationaler Zusammenarbeit erarbeiteten Sicherheitsmaßnahmen und Vorschriften ist natürlich die Tatsache zu bewerten, daß es in all diesen Jahren der friedlichen Nutzung der Atomenergie weltweit gelang, größere Probleme an diesen Anlagen zu vermeiden und es an nur drei Kernenergiestandorten (und dies teilweise mitverschuldet durch absurde Fehlaktionen der dafür zuständigen Behörden sowie mancher schlecht ausgebildeter und daher überforderter Betriebsmannschaften) zu schweren und vor allem auch sehr spektakulären Störfällen kam, nämlich zu Kernschmelzunfällen an den Kernkraftwerksanlagen

  • Three Mile Island (TMI-2) in Harrisburg (USA) am 28. März 1979,
  • Tschernobyl, Block 4 (UdSSR) am 26. April 1986 und
  • Fukushima, Anlage Daiichi II (Japan) am 11. März 2011.

Bei dem weltweit ersten Kernschmelzunfall in der Geschichte der Kernenergie, nämlich am TMI-2 von Harrisburg, endete der Unfall in einer Teilschmelze und damit einer Teilzerstörung des Reaktorkerns. Alle radiologischen Folgeprodukte dieser Schmelze konnten innerhalb des Sicherheitsbehälters (Containments) gehalten und damit Todesopfer vermieden werden. Bei den beiden letztgenannten Anlagen wurde allerdings nach je einer Wasserdampf- bzw. einer Knallgasexplosion (aber keiner Nuklearexplosion, wie von Kernenergiegegnern durch plumpe Formulierungen gerne angedeutet wird) auch das Reaktorgebäude bzw. das Containment beschädigt, so daß ungehindert strahlendes Material an die Außenwelt gelangen konnte.

Schematische Darstellung des geschmolzenen Reaktorkern beim Unfall im amerikanischen Kernkraftwerk Three-Mile-Island. 1. 2B-Anschluss; 2. 1A-Anschluss; 3. Hohlraum; 4. lose Bruchstücke des Kerns; 5. Kruste; 6. geschmolzenes Material; 7. Bruchstücke in unterer Kammer; 8. mögliche Uran-abgereicherte Region; 9. zerstörte Durchführung; 10. durchlöcherter Schild; 11. Schicht aus geschmolzenem Material auf Oberflächen der Bypass-Kanäle; 12. Beschädigungen am oberen Gitter. Quelle: Wikipedia

Direkt nuklearbedingte Tote gab es allerdings trotzdem nur in Tschernobyl zu beklagen. Die Bestimmung der Opferzahl durch den katastrophalen Unfall im KKW Tschernobyl gestaltete sich allerdings sehr schwierig, da die sowjetischen Behörden keine namentlichen Statistiken geführt haben und daher diese auch nicht liefern konnten. Bekannt ist nur, daß durch die Wasserdampfexplosion unmittelbar zwei Menschen ums Leben kamen, sowie anschließend 48 Mitarbeiter, u. a. Feuerwehrleute, die nichtsahnend und zunächst vergeblich den Graphitbrand mit Wasser und später mit Blei löschen wollten, sowie Hubschrauberpiloten, die angewiesen waren, Presseleute und Fotoreporter in die Nähe der brennenden Graphitsäule zu fliegen. Spätere Opferzahlen konnten nur geschätzt werden, mit, je nach Ideologie, breit gestreuten Angaben. Laut Wikipedia wurde von 237 anerkannten Strahlenopfern gesprochen. Das wäre im Vergleich zu der von anderen konventionellen technischen Einrichtungen gemeldeten Opfern extrem wenig. Z. B. forderte in Deutschland allein der Straßenverkehr im Jahre 2014 3350 Verkehrstote bzw. (lt. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes) im Jahre 2020 2719 Tote. Die zwei spektakulären Abstürze des bei Boeing meist verkauften Flugzeugtyps 737 Max endeten mit 346 Toten.

Prinzipiell muß gesagt werden, daß Kernreaktoren selbst keine potentiellen Atombomben sind und dazu auch nicht umfunktioniert werden können (sonst hätten die „Schurkenstaaten“ der Welt schon längst entsprechende Waffen entwickelt). Die Anlagen könnten zwar theoretisch durch fanatische Kernenergiegegner oder Selbstmordkommandos mutwillig zerstört werden, nukleare Explosionen könnten sie aber dadurch keineswegs auslösen (es kann höchstens eine Verpuffung des Kernmaterials stattfinden). Schlimmstenfalls kann es im Rahmen dieser Unfälle zu konventionellen Explosionen innerhalb der Anlage kommen – wie das die Unfälle in den Kernenergieanlagen von Tschernobyl (thermisch) und Fukushima (chemisch) gezeigt haben. Dies als Folge eines schweren (und äußerst seltenen) Störfalls. Und dies, wenn dabei gleichzeitig auch die Außenhülle des Reaktors beschädigt wird. Erst dann können austretende radioaktive Substanzen zu einer Gefahr für die umliegende Bevölkerung werden. Oder auch, falls bei einer Zwischen- oder Endlagerung radioaktiver Substanzen bei der Umhüllung dieser Reaktoren sowie in den Lagerstätten Undichtigkeiten auftreten sollten. Diese Gefahr kann aber durch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen von einem gut geschulten Betriebsteam unter Kontrolle gehalten werden.

Entwicklung der Kernenergie in Deutschland

Auch in Deutschland war man am Anfang dieser Ära begeistert über die vielfältigen Möglichkeiten, die die Kernenergie bot. Man erwartete, daß sie einen wichtigen Beitrag zur Energiesituation Deutschlands leisten wird. Was sich auch in der Errichtung von bis zu 20 erfolgreich und fehlerlos laufenden Kernenergieanlagen manifestierte. Dies stellte sich als besonders wertvoll für die deutsche Wirtschaft heraus, eine Bewertung, die auch für die Anlagen in den meisten Industrieländern zutrifft.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen an der Donau, eines der ältesten KKWs in Deutschland, das 1984 ans Netz ging und eigentlich für die Stromversorgung in Bayern unverzichtbar ist. Quelle: Wikipedia/Felix König

Mit der Gründung von Forschungs- und Reaktorsicherheitszentren, aber auch durch den Beitritt zu entsprechenden internationalen Organisationen standen der deutschen Regierung und dem Parlament nun auch genügend staatliche, halbstaatliche und auch internationale Organisationen zur Verfügung, um als objektive und kompetente Berater bei wichtigen sachlichen Entscheidungen in Bezug auf Reaktorsicherheit und Umweltschutz bei der Genehmigungsprozedur von Kernenergieanlagen miteinbezogen zu werden. Und gleichzeitig sollten sie für eine objektive Aufklärung der Bevölkerung über Fluch und Segen dieser neuen Energieform sorgen.

Trotzdem begann sich in Deutschland (aber auch in einigen anderen westeuropäischen Ländern) zunehmend eine grüne Umweltbewegung zu entwickeln, die schnell merkte, daß man mit der Angst der Bevölkerung vor dieser unbekannten und irgendwie mit der Atombombe verwandten neuen Energieform sehr gut politisch punkten konnte. Man begann damit, diese mehr und mehr zu verteufeln. Jahrzehntelang wurde die ausgesprochen unsinnige Behauptung verbreitet, der Betrieb dieser Anlagen und die danach notwendige Lagerung der abgebrannten Brennelemente sei eine Bedrohung für die Umwelt, für ganz Deutschland, ja sogar für die ganze Welt. Zunächst wurde diese Entwicklung nicht ernst genommen. Fatalerweise entschied sich die Bundesregierung dazu, sich bei den einsetzenden Richtungskämpfen neutral zu verhalten und sich in die aufkommenden Diskussionen nicht einzumischen. Das durften auch die Mitarbeiter der staatseigenen Forschungsinstitute nicht. Sie mußten erst bei den Ministerien um Erlaubnis fragen. Und dies ganz gleich, wie absurd sich die Meinungen der Kernenergiegegner (mittlerweile zu „Umweltschützern“ gewandelt) anhörten. Ein großer Fehler der Regierungsparteien und der Regierung selbst.

Der Druck dieser Fanatiker, immer mehr aufgeputscht durch eine sensationsgeile und bildungsresistente Presse, wurde immer stärker, so daß die regierenden Parteien ernstlich um den Verlust ihrer Macht fürchten mußten. Als in den Medien von dem tragischen Seebeben in Japan, das eine verheerende Monster-Tsunamiwelle auslöste, unter dem irreführenden Titel „Größte Reaktorkatastrophe aller Zeiten“ berichtet wurde, sah Bundeskanzlerin Merkel endlich die Möglichkeit, sich durch Ausrufen einer „Energiewende“ von der lästigen Kernenergie zu trennen. Getreu dem Motto: „Zuerst handeln, und sich erst dann über die daraus folgenden Konsequenzen den Kopf zerbrechen“. Innerhalb nur weniger Tage wurde von der Regierung in einem Hauruckverfahren ein Zeitplan festgelegt (und vom Parlament auch genehmigt), wie bis zum Jahre 2022 alle Kernenergieanlagen stillgelegt werden sollten. Da auch fossile Kraftwerke, die eventuell als Ersatz einspringen könnten, nicht so recht in das Bild der Umweltschutzfanatiker paßten, wurde auch gleich über deren Schließung mit entschieden. Dadurch wurde aber die Frage immer dringender, womit nun national, aber auch weltweit die so ausfallenden Kapazitäten an elektrischer Energie ersetzt werden könnten. Ein Fiasko für eine seriöse Energiepolitik.

Mittlerweile wurden der Bevölkerung von der ideologisch ausgerichteten Anti-Kernkraftbewegung, entweder bewußt oder aus reiner Naivität bzw. Dummheit, immer wieder Horrorzahlen über eine möglichen Langzeitverstrahlung ganzer Landstriche für den Fall eines schweren Kernschmelzunfalls eingeredet. So wurde der Eindruck vermittelt, daß nach solch einem Super-Gau sie selber, deren Kinder und sogar Kindeskinder eventuell auf Jahre, Jahrzehnte ja sogar Millionen von Jahren „verstrahlt“ würden.

Strahlung ist kein Gift

Ein besonders krasses Beispiel für diese Art naiver Argumentation findet sich in einer Aussendung des evangelischen Landesbischofs Ralf Meister: „Allerdings können wir Aussagen machen zu einer hochgiftigen (?) Strahlung, die noch über viele hunderttausend Jahre so giftig sein wird, daß sie das Menschenleben und das Leben auf dieser Erde in ihrer Existenz bedroht“ (Loccumer Protokoll 25/11). Dabei sollte schon aus den obigen rein logischen Überlegungen klar sein, daß solche Spekulationen vollkommen absurd sind und nichts mit der Realität zu tun haben. Radioaktive Substanzen zerfallen, und zwar kontinuierlich, und wirken daher eben anders als Gift.

Wie kann es daher sein, daß trotzdem ein Großteil der Bevölkerung (und überraschenderweise sogar auch viele Fachleute) bei der Beurteilung der Gefahren solch einer Schmelze in der Kategorie „Gift“ denken, obwohl es nicht allzu kompliziert ist, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Eigenschaften dieser Substanzen zu erkennen. Das zeigt sich leider an den vielen sehr niveaulosen Sprüchen, die in zahllosen Dokumentationen zu diesem Thema gemacht werden und wurden – beispielsweise auch bei einer Sendung anläßlich des 10. Jahrestages des durch das Jahrtausend-Seebeben und der anschließenden Monster-Tsunamiwelle ausgelösten schweren Störfalls im KKW Fukushima. Dabei konnte man erkennen, wie gering in den deutschen Redaktionsstuben, den politischen Führungskräften, aber auch bei vielen Fachleuten und letztendlich der Bevölkerung der Kenntnisstand über die Konsequenzen solch eines Unfalls noch immer ist. Denn wenn man die Wirkung „radioaktiver Substanzen“ mit denen von „Gift“ verwechselt, kommt man logischerweise zu ganz anderen, nämlich falschen Schlüssen.

Als Beispiel sei der Fall angeführt, daß sich bei einer der sehr einseitig besetzen Sendungen eine Vielzahl von Leuten sehr empört über den Beschluß der japanischen Regierung äußerten, nun endlich die Erlaubnis zu erteilen, das bis jetzt nach dem Unfall gespeicherte Reaktorkühlwasser endlich ins Meer abzuleiten. Es wurden Proteste dagegen angekündigt, darunter auch von einigen Politikern – so beispielsweise von Claudia Roth, frühere Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, jetzige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, mit einem nach 2 Semestern abgebrochenen Studium der Theaterwissenschaften als Vorbildung und momentan heiß begehrt als Expertin für Kernenergie bei Dokumentationen und Diskussionsrunden in den (doch so objektiven) deutschen Fernsehanstalten. Aus ihren Äußerungen (und denen vieler anderer ihrer bildungsresistenten Kollegen) geht hervor, daß selbst nach all den Jahrzehnten noch immer niemand von ihnen begriffen hat, daß dieses angeblich verseuchte Wasser für Mensch und Tier mittlerweile vollkommen gefahrlos geworden ist. Denn im Unterschied zu Gift haben die eventuell früher darin enthaltenen radioaktiven Substanzen schon in den ersten Monaten ihre Strahlkraft verloren. Ihre zunächst noch gefährlichen Strahlen sind mittlerweile längst zu einer ungefährlichen „natürlichen Strahlung“ geworden.

Das skandalöse Geschwätz dieser Leute und deren Unfähigkeit, zwischen diesen zwei Substanzen unterscheiden zu können, stellt sich als ein folgenschwerer und vor allem teurer Irrtum dar. Mit der Konsequenz, daß dadurch unnötigerweise eine in die Billionen Euro gehende Summe an Geld verschwendet wird – Geld, das für viel wichtige Projekte des Staates fehlt.

Energiewende

Vollkommen überraschend (und überhastet) erfolgte im Jahre 2000 der Beschluß der Regierung Schröder zum Ausstieg aus der kommerziellen Nutzung der Kernenergie in Deutschland. Erst danach begann man zu überlegen, welche anderen Energieformen man zur Verfügung habe, um den nun ausfallenden Atomstrom zufriedenstellend zu kompensieren. Da dabei außerdem viel Wert auf Stromquellen gelegt wurde, die eine gute „Umweltbilanz“ versprechen, wurde im Rahmen der „Energiewende“ auch ein „Erneuerbares Energien-Gesetz“ (EEG) zur Förderung von „Ökostrom“ verabschiedet. Nur drei Tage nach dem Jahrtausend-Seebeben vor Japan mit der dadurch ausgelösten verheerenden Tsunami-Katastrophe des KKW von Fukushima hatte die Kanzlerin bereits am 14. März 2011 handstreichartig ein Atom-Moratorium angeordnet – der Beginn des Ausstiegs aus der Kernkraft.

„Erst nach dem Wende-Beschluß begann die Regierung ernstlich zu überlegen, wie und wo man Ersatz für den ausgefallenen Atomstrom finden könnte. Es würde niemand, der ein neues Haus bauen will, zuerst das alte abreißen, um sich erst dann zu überlegen, wo, wie und zu welchem Preis er das neue erstellen will und wo er bis zu dessen Fertigstellung wohnen soll.“ Bildquelle: Wikipedia/Armin Kübelbeck

Dabei stellt sich als erstes natürlich die Frage, wozu die nur schwer verständliche und fast kopflose Flucht aus der bis dahin reibungslos funktionierenden Kernenergie eigentlich gut war. Einer Maßnahme, verbunden mit dem sofortigen (allerdings befristeten) Abschalten von zunächst acht der siebzehn bis dahin vollkommen problemlos laufenden Kernenergieanlagen. Eine törichte Vorgehensweise. Es würde auch niemand, der ein neues Haus bauen will, zuerst das alte abreißen, um sich erst dann zu überlegen, wo, wie und zu welchem Preis er das neue erstellen will und wo er bis zu dessen Fertigstellung wohnen soll. Ähnlich begann man in der Regierung erst nach dem Wende-Beschluß ernstlich zu überlegen, wie und wo man Ersatz für den so ausgefallenen Atomstrom finden könnte. Und man merkte, daß man dabei nicht viel Auswahl hatte.

Das traurige Ergebnis all dieser Aktionen ist, daß die Energiewende zu exorbitant steigenden Strompreisen in Deutschland geführt hat. Bild zitiert eine Studie des Portals Verivox über Strompreise in 135 Ländern für das Jahr 2020, wonach die Preise bei uns mit 163% über dem Durchschnitt weltweit an oberster Stelle liegen. Ein Stromblackout kann jederzeit Deutschland in ein Chaos stürzen – für eine Industrienation ein nachdenklich machender Zustand und ein wichtiger politischer Aspekt. Denn gleichzeitig wirkt der Umgang der Bevölkerung mit der Kernenergie wie ein Brennspiegel zur Beurteilung der gegenwärtigen Situation der Demokratie in unserem Lande.

Strahlungstheoretische Aspekte beim Zerfall einer radioaktiven Substanz

Um die Gefahren einer Strahlung, die auf einen menschlichen Körper einwirkt, besser zu verstehen und so manchen komplizierten Sachverhalt zufriedenstellend analysieren zu können, genügt es zunächst, die einfachsten Grundlagen der Strahlentheorie zu kennen und mit deren Hilfe erste Abschätzungen zur Klärung des Strahlungsverhaltens zu erstellen. Von den entsprechenden Fachinstituten können dann mit Hilfe exakterer Rechnungen genauere Daten innerhalb des dabei erstellten Sachbereichs geliefert werden.

a) Basiswissen über Radioaktivität

Die meisten der nach einer Kernspaltung entstandenen Isotope befinden sich zunächst noch in einem sehr instabilen Zustand. Sie zerfallen im Laufe des Überganges zu ihren stabilen Endprodukten, wobei sie (neben den frei werdenden Neutronen) Alpha-, Beta- oder (weitreichende) Gammastrahlen aussenden. (Um Schätzungen zu ermöglichen, kann dabei der Einfachheit halber angenommen werden, daß dabei in etwa nur ein Gammastrahl pro Zerfall frei wird.) Bereits innerhalb einer Minute hat der Großteil davon (nämlich 99 %) seinen stabilen Zustand erreicht, also fast sofort, und ist somit für eine Gefährdung der Bevölkerung nicht mehr relevant. Bei dem Rest der (sich im Nachzerfall befindlichen) Produkte ist es hilfreich, entsprechend ihrer charakteristischen Zahl, nämlich der Halbwertszeit (HWZ), zwischen mittel- und langfristig strahlenden Isotopen zu unterscheiden. Als typischer Vertreter für einen mittelfristigen Strahler könnte dabei Jod-131 (mit einer HWZ von 8,3 Tagen), für Langzeitstrahler vor allem Cäsium-137 (HWZ = 30,17 Jahre) genannt werden. Im letzterem Fall eventuell auch Strontium, Kobalt-60 (HWZ = 6 Jahre) oder das im Naturdünger eingesetzte Kalium-40 (HWZ = 1,28 Mrd. Jahre). Der langlebige Atommüll enthält zusätzlich auch noch Transurane (Actinoide), die während des Betriebs im Reaktor durch den Einfang von Neutronen erbrütet wurden, wie z. B. Plutonium, Americium bzw. (im Kühlmittel) Tritium. Als Rest verbleiben die während der Kernspaltung noch nicht verbrannten schwach radioaktiv und langfristig strahlenden Urananteile (wobei abgebrannte Brennelemente in etwa maximal nur bis zu 5 % an Spaltprodukten enthalten können).

Die Definition des charakteristischen Begriffes „Halbwertszeit“ eines strahlenden Isotops besagt zunächst nur, daß deren Menge in dieser Zeit auf die Hälfte der Ausgangsmasse zerfallen ist, also nach 10 Zyklen auf rund ein Tausendstel, nach 20 (und damit nach rund einem halben Jahr) auf nur noch ein Millionstel. Zusätzlich kann man aus diesem Begriff allerdings auch entnehmen, mit welcher Geschwindigkeit solch ein radioaktives Isotop innerhalb der Substanz zerfällt – nämlich reziprok zu seiner Halbwertszeit. Somit ist die Anzahl an Zerfallsschritten pro Masse- und Zeiteinheit bei Langzeitstrahlern wesentlich kleiner als die für mittelfristige Strahler. Langfristig strahlende Nuklide (wie beispielsweise Cäsium-137) bauen somit zwar ihre Masse nun mehr sehr langsam ab, strahlen aber auch nur noch mit einer weitaus geringeren (konstanten) Dosisleistung. Diese ist beispielsweise im Vergleich von Cäsium-137 zu Jod-131, entsprechend ihrer reziproken Halbwertszeiten, in etwa um den Faktor 1327 kleiner. Daraus ergibt sich, daß Langzeitstrahler (in Abhängigkeit von der aktuellen Masse) auf Grund ihrer größeren Halbwertszeiten ein weitaus geringeres Gefährdungspotential je Masseeinheit aufweisen – eine sehr wichtige Erkenntnis bei der Analyse des Verhaltens radioaktiver Substanzen, allerdings eine, die bei der Diskussion um Kernenergie oft übersehen wird.

b) Strahlentechnische Eigenschaften radioaktiver Isotope

Wie schon eingangs erläutert, muß bei jedweder, also auch radioaktiver Strahlenquelle prinzipiell zwischen einer rein „strahlentechnischen“ und einer rein „strahlenbiologischen“ Wirkung unterschieden werden.

Dabei trägt aber nicht nur die bei jeder Kernspaltung entstandene Vielzahl von zunächst instabilen radioaktiven Spaltprodukten zu einer Belastung der menschlichen Zellen bei. Denn der menschliche Körper wird im Laufe seines Lebens neben der Einwirkung von Sonnen- oder Röntgenstrahlung zusätzlich auch noch durch Hitze, Frost, Krankheit, Operation oder direkte Gewalt (einem Messer- oder Nadelstich, eine Herztransplantation) belastet. Außerdem wußte man nach der Entdeckung der Radioaktivität schon ziemlich bald, daß unser gesamter Planet Erde „strahlenverseucht“ ist. Diese Strahlen kommen regelmäßig aus dem Weltall, so daß unser Planet (und damit auch wir) ständig mit ionisierender Strahlung aus dem Weltall bombardiert werden. Nur die schützende Ozonschicht ist verantwortlich dafür, daß menschliches und tierisches Leben auf der Erde trotzdem möglich wurde. Strahlung kommt aber auch aus dem Erdinneren, das einer riesigen Kernenergieanlage ähnelt, ja selbst aus unserem Körperinneren, dem über die Nahrung, Wasser und Luft laufend eine Reihe von schwachradioaktiven Substanzen zugeführt wird – wie z. B. mit Wasser, in dem schwachradioaktives Kalium enthalten ist. Allein wenn man seinen Partner umarmt, bestrahlt man sich gegenseitig (je nach Gewicht) mit etwa 8000 Becquerel (Bq in Strahlen/sec). Zum Vergleich dazu die regelmäßigen Messungen des Bayerischen Jagdverbandes zur Strahlenbelastung von Wildschweinen, die noch mit Rückständen aus dem Reaktorunglück von Tschernobyl belastet sein sollen. Neuester Wert: Rd. 600 Bq/kg. Man muß also viele Kilogramm Wildschwein essen, um auf Werte einer (natürlich wesentlich kürzeren) Umarmung eines Partners zu kommen.

Glücklicherweise und ganz unabhängig von den Ursachen gibt es jedoch in jedem lebenden und gesunden Organismus Reparaturmechanismen, die diese Schäden fast vollständig beheben können. Daraus folgt, daß es nicht nur darauf ankommt, wie lange man einer Strahlenquelle ausgesetzt ist. Sondern auch, in welchen Zeitintervallen dies geschieht (entsprechend dem Motto: „Es ist ein Unterschied, ob man eine Flasche Schnaps innerhalb von 10 Minuten oder 10 Monaten trinkt“). Zumindest solange diese Selbstheilungskräfte nicht, je nach Intensität und Länge dieser Einwirkung, überfordert werden. Also erst ab einer gewissen Grenze, ab der beispielsweise der menschliche Körper nicht mehr nachkommt, diese Ausbesserung rechtzeitig zu leisten. Erst dann kann es passieren, daß Zellen entarten, also auch zu Krebs degenerieren. Daher kann eine (noch dazu noch leicht lokalisierbare) Strahlung erst oberhalb eines gewissen „Schwellenwertes“ für einen Organismus gefährlich werden. Es muß daher zwischen „ungefährlich strahlenden“ und „gefährlich strahlenden“ Substanzen unterschieden werden, wie das am Beispiel der Sonnenstrahlen verdeutlicht werden kann. Wenn diese auf menschliche Haut treffen, so wird diese zunächst nur gebräunt, dann kann Sonnenbrand eintreten. Erst viel später (und bei viel intensiverer Strahlung) kann dieser Prozeß sogar zu Hautkrebs führen. Was beweist, daß die in der deutschen Strahlenschutzverordnung (§ 28 StrlSchV 1989) enthaltene Vorschrift „Jede noch so kleine Dosis ist schädlich und daher zu vermeiden“ blanker Unsinn und, weil unnötigerweise viel zu teuer, kontraproduktiv ist.

Unterhalb solch eines Schwellenwertes, also in einem Bereich, in dem der menschliche Körper noch in der Lage ist, bleibende Strahlenschäden auszugleichen und an den sich Mensch und Tier schon lange gewöhnt haben, kann somit diese Strahlung in ihrer Wirkung nicht mehr von der Umgebungsstrahlung, die ständig auf die Erde einprasselt, unterschieden werden. Und kann daher der Kategorie „natürliche Strahlung“ zugeordnet werden.

Dabei können sich geringe Strahlungsintensitäten zunächst sogar positiv auf die Gesundheit eines Menschen auswirken. Manche Forscher beschreiben deshalb das Verhalten organischer Zellen bei steigender Strahlungsintensität sehr bildlich mit einer J „(Jai)“-Kurve (Jai für J). D. h., eine Strahlung kann bei niedrigen Dosen oft sogar noch heilsam sein („Hormesis“). Erst danach macht sich der Erholungsprozeß bemerkbar.

Zerfallskurve von Tritium (H-3), Halbwertszeit 12,3 Jahre | Quelle: eth

Und trotzdem. Verführt durch die Tatsache, daß im Zerfallsspektrum nach einer Kernspaltung auch Radioisotope mit Halbwertzeiten von über einer Million Jahren auftauchen, hat sich bei Teilen der Bevölkerung (und übernommen von der Presse) fälschlicherweise die Meinung etabliert, daß diese Teilchen auch über diese extrem langen Zeiträume noch gefährlich werden könnten und daher auch das letzte oder das vorletzte Glied solch einer Zerfallskette über ein Vielfaches dieser Jahre sicher vor der Biosphäre des Menschen ferngehalten werden müsse. Obwohl solche Behauptungen mittlerweile ad absurdum geführt wurden, werden solche Irrmeinungen von den Regierungen einiger weniger Länder (wie z. B. auch in Deutschland) und entsprechender Presseorgane (und damit auch der Öffentlichkeit) fälschlicherweise weiter vertreten und verbreitet. Erstaunlich. Dabei besitzt man hier doch genügend staatseigene Fachinstitute, die die richtigen Antworten zu diesen oft rein physikalischen Sachverhalten geben könnten.

c) Unterschiede zwischen Gift und radioaktiven Substanzen

Der von der Bevölkerung oft gemachte Fehler, nicht ausreichend zwischen den von Giften und radioaktiven Substanzen ausgehenden Gefahren zu unterscheiden, kann zu falschen und manchmal hektischen Handlungen sowie auch zu immens kostspieligen Schlüssen führen (Beispiele: Flucht vor einer radioaktiven Wolke in Sensationsfilmen, überstürzte und hysterische Evakuierung von Krankenhäusern, Altersheimen und Schulen, Angst vor jedem kleinsten Kontakt mit radioaktiven Elementen).

Und dies, obwohl sich diese Unterschiede gerade im Rahmen des Nachzerfalls bei Elementen mit steigenden Halbwertzeiten immer ausgeprägter zeigen. Man kann sich somit ohne weiteres stunden- und tagelang in der Nähe langsam zerfallender Strahlenquellen aufhalten, ohne dadurch gleich sonderlich gefährdet zu werden. So etwa, wenn man von einem radioaktiv verseuchten Regen überrascht wird oder wenn man Wildfleisch, Pilze oder Fisch zu sich genommen hat, die mit dem langlebigen radioaktiven Isotop Cs-137 verunreinigt (und nicht, wie oft gesagt, „vergiftet“) sind. Denn die Aufenthaltsdauer von Nahrungsmitteln im menschlichen Körper (d. h. seine „biologische Halbwertzeit“) beträgt naturgemäß nur ein paar Tage, ist also relativ kurz im Verhältnis zu der Halbwertszeit von Langzeitstrahlern (mit ein paar Ausnahmen, wie z. B. Jod oder Strontium, die die Eigenschaft haben, im Körper für längere Zeit gespeichert zu werden).

Die Wirkung einer Strahlenquelle wird durch eine örtliche Dosisleistung (ODL, in µSV/h) mal (!!) einem Zeitfaktor angegeben, hängt also von der Menge sowie der Länge und der Art der Aufenthaltsdauer ab. Deshalb kann man zwar von „hochgiftigen“ aber von keinen (zumindest lang andauernden) „hochradioaktiven“ Substanzen sprechen, die wegen des Zerfalls ihres (und hier in den ersten Monaten sehr intensiven) radioaktiven Anteils schnell ihre Strahlkraft verlieren.

Daher sollte das Verhalten der Bevölkerung gegenüber Strahlung ein völlig anderes sein als das gegen Gift, was leider viel zu oft nicht beachtet wurde und wird. Vor einer radioaktiven Wolke muß man daher nicht panikartig fliehen. Oder die unnötige, törichte und viel zu überstürzte (aber vom japanischen Strahlenschutzgesetz vorgeschriebene) Evakuierung von Altenheimen und von Frischoperierten aus den Krankenhäusern, wie das gegen den ausdrücklichen Widerstand der IAEO nach dem Unglück von Fukushima geschah. Deshalb gab es hier paradoxerweise keine „Strahlen“-, dafür aber zahlreiche „Strahlenschutz“-Tote.

Eine weitere wesentliche Hilfe zur Abminderung, ja sogar Vermeidung einer Verstrahlung ist, daß Radioaktivität mit geeigneten Meßgeräten sehr leicht geortet und so gemieden oder auch schnell beseitigt werden kann. Falls die Quelle wegen ihres alkalischen Charakters (wie das z. B. bei Cäsium, aber auch bei Natrium und Kalium der Fall ist) nicht sowieso schon nach kurzer Zeit mit Wasser reagiert hat und somit im Boden versickert ist, wo es, stark verdünnt, in das Meer der (unbedenklichen) „natürlichen“ Strahlung aufgenommen wurde.

d) Die „Linear-no-Threshold (LNT)-Hypothese“

Im Rahmen der Diskussion um Kerntechnik (und besonders über Atommüllendlagerung) wird oft eine sogenannte „Linear-no-Threshold (LNT)-Hypothese“ angeführt. Diese stützt sich auf eine von Hermann Müller schon in den 1940er Jahren erstellte Arbeit, basierend auf Versuchen mit Fruchtfliegen, die tatsächlich einer relativ hohen Bestrahlung von 2,750 mSv und mehr ausgesetzt worden waren. Dafür erhielt er im Jahre 1946 sogar einen Nobelpreis. Die Aussagen für den unteren Strahlungsbereich (nämlich bis auf 100 mSv) extrapolierte er, unzulässigerweise, allerdings erst später (aus rein politischen Gründen).

Die Wirkung geringer Dosen ionisierender Strahlung: Dem simplen linearen Modell stehen das Schwellen-Modell und das Hormesis-Modell gegenüber, die davon ausgehen, daß entweder eine Schädigung erst nach Überschreiten eines bestimmten Schwellenwertes erfolgt oder ionisierende Strahlung in niedrigen Dosen sogar gesundheitsfördernd sind.

Aus den obigen, rein logischen Überlegungen zur Strahlungstechnik ist ersichtlich, daß der Begriff „no threshold“ in der LNT-Theorie somit für Überlegungen bei Bestrahlung organischer Substanzen grundsätzlich nicht stimmen kann. (Wikipedia spricht in seiner letzten Fassung auch von einer „hoch umstrittenen Theorie“.) Hier gibt es ja – entgegen der LNT-These – einen oberen Schwellenwert. Auch können geringe Dosen keine erbgutverändernde Wirkung hervorrufen, was sich ja auch bei natürlicher Strahlung zeigen müßte. Diese Hypothese kann also nur für anorganische Materie zutreffen. Das bedeutet aber auch, daß damit jede theoretische Grundlage für Planungen von Endlagern mit sicheren Einschlußzeiten von über Millionen von Jahren zweifelhaft wird.

Die Ansicht, daß auch der Strahl des letzten (oder vorletzten) Zerfalls eines instabilen Isotops noch für einen Menschen gefährlich sein könnte, ist absurd. Diese Art LNT-Hypothese wird tatsächlich von vielen Anhängern in einigen Ländern noch immer vertreten. In Deutschland wurde sie sogar als Basis für Strahlenschutzverordnungen genommen – nicht gerade eine kluge Entscheidung. Mit der Folge, daß Regierungen sowohl für den radioaktiven Abfall aus dem mittlerweile nicht weiter verfolgten Projekt einer Wiederaufbereitungsanlage Gorleben oder dem KKW Tschernobyl bereit sind, Milliarden Euro für einen luft- und wasserdichten Verschluß zu bezahlen.

Atommüllendlager

Bei Diskussionen um die Existenzberechtigung von Kernenergie hört man oft die Bemerkung: „Weißt Du, ich wäre ja für Kernenergie, wenn man nur nicht Zigtausende Tonnen von Atommüll über Millionen von Jahren sicher vor der Bevölkerung endlagern müßte“. Aufgrund der oben angeführten Fakten ist leicht einsehbar, daß sich nach einigen Monaten Lagerung in Abklingbecken (oder in eventuellen Zwischenlagern) nur noch ein winziger Bruchteil der gesamten Menge des radioaktiven Abfalls im instabilen Zustand befindet, also noch weiter strahlt. Der kurz- und mittelfristige Anteil hat schon nach einigen Monaten seinen stabilen Endzustand erreicht. Zu beachten ist, daß beim Spaltprozeß auch noch Transurane und Tritium erbrütet wurden. Klar ist aber, daß der Großteil der nun nicht mehr als Atommüll einzustufenden abgebrannten Brennelemente somit auf konventionellen Mülldeponien (und daher im Freien) gelagert werden könnte (was aber wegen der allgemeinen Hysterie und des Mißverständnisses über das unterschiedliche Verhalten von Gift und strahlenden Substanzen bei der Bevölkerung aber nur noch schwer durchzusetzen ist). Nur ein geringer Anteil des Restes dieser noch langfristig zerfallenden strahlenden Masse (Cäsium, Strontium usw.) sendet weiter (hauptsächlich) Gammastrahlen aus. Dies aber mit weitaus geringer Dosisleistung (im Vergleich zu den mittelfristigen zerfallenden Isotopen), die also erst ab einem gewissen Schwellenwert für Menschen gefährlich werden kann. Eventuell noch vorhandene verstreute Strahlenquellen („Hot Spots“) können leicht geortet und daher problemlos gemieden werden. Außerdem kann es, entgegen der gängigen Meinung, sogar wünschenswert sein, daß ständig Teile der radioaktiven Masse stark verdünnt bzw. leicht flüchtig an die Umgebung freigegeben und dann als „natürliche“ Strahlung ausgeregnet werden können (siehe dazu Atombombenversuche, nach denen die radioaktive Wolke ein paar mal um die Erde kreist, bis ihr dann relativ harmloses radioaktives Potential am Boden landet).

Eine Unterteilung des ausgeworfenen Atommülls in kleinere Portionen könnte auch zu einer Minderung der Strahlengefahr führen. Wie ist das aber bei einer gesamten verunglückten Reaktoranlage? Sollten internationale Bestrebungen unterstützt werden, ein neues bewegliches Dach, genannt „New Safe Containment“ (NSC), über den Sarkophag von Block 4 der Anlage von Tschernobyl zu errichten, damit in den nächsten hundert Jahren „kein einziges Partikel“ aus dem geschmolzenen Kern entweichen kann? Und das, bei diesem riesigen finanziellen Aufwand? Geschätzte NSC-Kosten für die mittlerweile fertig gestellte Anlage: € 2,15 Mrd., an denen sich angeblich 40 Nationen beteiligen wollten. Danach soll die doppelwandige Hightech-Hülle für 98 Jahre den (sowieso immer klammen) ukrainischen Behörden übergeben werden.

Das Pharisäertum einiger Industrieländer

Das Pharisäertum einiger Industrieländer in Bezug auf die Handhabung der Kernenergie nimmt oft absurde Züge an, wie das an einigen Beispielen demonstriert werden kann:

  • Kern- und auch Kohlekraftwerke werden in Deutschland geschlossen. Man hat aber keine Skrupel, Kohlestrom aus Polen einzuführen.
  • Norwegen verbannt ebenfalls Kern- und fossile Kraftwerke im eigenen Lande, hat aber nichts dagegen, Öl und Gas teuer ins Ausland zu verkaufen.
  • Deutschland, das den Bau von Endlagerstätten im Lande verbietet, läßt aber auch keine Ausfuhr von Atommüll zu, obwohl es einige Orte im Ausland (Schweden, Finnland, Spanien) gibt, die die lukrative Aufgabe der Endlagerung liebend gerne übernehmen würden.
  • Man ist stolz auf eigene Umweltschutzmaßnahmen, nimmt aber in Kauf, daß damit die Probleme um ein Vielfaches in das Ausland verlagert werden (rücksichtsloser Abbau von Graphit und seltener Erden in Bolivien, Chile, Indonesien und China, die dringend zum Bau von Windrädern, Sonnenkollektoren, Batterien usw. gebraucht werden).
  • Eine „moralische“ Elite, die bei ihren Erwägungen nicht in erster Linie den Hunger und die Armut der Dritten Welt im Auge hat, sondern rein egoistisch auf zumeist eingebildete Gefahren im Inland starrt, verdient nicht dieses Etikett. Gerade aus Gründen der Moral und Ethik ist die zusätzliche umweltfreundliche Energie, die uns die Kernenergie liefert, unerläßlich für das Gedeihen der Menschheit. Hier sündigen unsere (von sich eingenommenen) moralischen Politiker, Journalisten etc. ganz gewaltig.

Schlußbemerkungen

Im folgenden sollen noch einmal die wichtigsten Punkte für und wider die Kernenergie möglichst objektiv und so leicht verständlich wie möglich zusammengefaßt werden. So kann jeder Gymnasiast in die Lage versetzt werden, die wichtigsten Fakten über die Anwendung und den Betrieb von Reaktoren herzuleiten:

  1. Die Anwendung von Kernenergie ist umweltschonend, vertrauenswürdig und in einer Rangliste der Ökosysteme (falls es überhaupt sinnvoll ist, verschiedene Energieformen in Bezug auf Umweltschutz miteinander zu vergleichen) weit oben anzusiedeln.
  2. Radioaktive Isotope zeigen ein völlig anderes Verhalten als Gift.
  3. Ein Versickern einer radioaktiven Flüssigkeit in das Grundwasser oder ein Entweichen radioaktiver Gase in die Atmosphäre ist (entgegen landläufiger Meinung) unbedenklich, weil sich ihre Strahlkraft wegen ihrer geringen Masse im Bereich der natürlichen Strahlung bewegt.
  4. Es ist Unsinn zu behaupten, große Mengen Atommüll müßten für Millionen von Jahren endgelagert werden. Der Großteil des Atommülls kann, nach einer gewissen Abkühlphase, wie gewöhnlicher Hausmüll gelagert werden (was in vielen Ländern auch getan wird).
  5. Kohlenstoff (Kohle) ist eines der wichtigsten Grundelemente für die Existenz der Menschheit. Ihn in fossilen Kraftwerken oder in Automotoren einfach zu verbrennen, ist eigentlich vollkommen inakzeptabel.
  6. Es schwirren unzählige Horrorzahlen über mögliche Langzeitverstrahlungen nach einem schweren Störfall herum. Welche davon sind nun richtig? Durch rein logische Überlegungen läßt sich zeigen, daß solch eine Verstrahlung nicht länger als einige Monate betragen kann. Gerade diese Tatsache liefert ein ganz gewichtiges Argument gegen die von den Kernenergie-Gegnern entfachte Hysterie.

All die Lügen und fanatischen Reaktionen auf Kernenergie haben eine verheerende Auswirkung auf unser Demokratieverständnis. Meinungsfreiheit wird nur für die eigenen Belange erlaubt, und unsere Parteien entwickeln sich mehr und mehr zu „Ein-Thema“-Parteien.

Es ist deswegen absolut unverständlich, warum die Bundesregierung (und mit ihr einige wenige andere westeuropäische Länder) glauben, einen radikalen Anti-Kernenergiekurs fahren zu müssen und mit allen (vor allem auch finanziellen) Mitteln versucht, den so ausfallenden Atomstrom durch sogenannten „Ökostrom“ (oft treffender als „Flatter- oder Fakestrom“ bezeichnet) zu ersetzen.

Über den Autor:

Mag. Dr. phil. Alois Hoeld, Studium und Promotion an der Universität Wien (Theoretische Physik und Mathematik), wissenschaftliche Arbeit an nationalen, internationalen, industriellen und Hochschul-Forschungseinrichtungen. 34 Jahre Tätigkeit in der Reaktorsicherheitsforschung (GRS). E-Mail: a.hoeld@t-online.de

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