Radioastronomie im sehr niedrigen Frequenzbereich

Von radioastronomischen Beobachtungen des Universums im Niedrigstfrequenzbereich könnten die folgenden Forschungsgebiete profitieren:1

  • Das unerwartete Unbekannte. Jedesmal, wenn wir uns ein neues Fenster zum Universum eröffnen, stoßen wir auf Dinge, die wir nicht erwartet haben. Dies ist das vielleicht wichtigste Potential all dieser Anstrengungen.
  • Magnetfelder. Magnetfelder sind aus der Ferne schwer zu entdecken und zu messen, aber da sie oft mit Plasmastrukturen verbunden sind und Plasmastrukturen Strahlung mit sehr niedriger Frequenz aussenden, werden vielleicht neue Untersuchungen von Magnetfeldern verschiedener Größenordnungen möglich.
  • Große Plasmastrukturen. Im planetaren, stellaren, interstellaren und galaktischen Maßstab gibt es große, kohärente Plasmastrukturen, die untersucht werden können, weil sie Niedrigfrequenzstrahlung aussenden.
  • Sonnenaktivität. Es könnte sich ein neues Bild der Sonnenaktivität ergeben, das möglicherweise Licht auf die Natur der hochenergetischen explosiven Ereignisse wirft, die den Sonneneruptionen und koronalen Massenauswürfen zugrunde liegen – Prozesse, die wir derzeit nicht völlig verstehen.
  • Planetenfotografie. Aufnahmen der Strahlungsaktivität (auch durch Blitze) der äußeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die Voyager-Sonde hat vor Jahrzehnten einige sehr begrenzte Messungen im Niedrigfrequenzbereich durchgeführt, aber es gibt noch viel zu erfahren.
  • Auffindung von Asteroiden und Kometen. Beobachtungen im Niedrigfrequenzbereich eröffnen eventuell eine neue Methode, um Asteroiden und Kometen aufzufinden. Während sie das interplanetare Medium durchqueren, regen Asteroiden und Kometen den Sonnenwind (ein Plasma) an und lassen ihn Strahlung in diesen niedrigen Frequenzbereichen aussenden.2
  • Kosmische Strahlung mit geringer Energie. Kosmische Strahlen unterhalb einer bestimmten Energieintensität können die Heliosphäre der Sonne nicht durchdringen, so daß wir derzeit nichts über sie wissen. Aber sie können in sehr niedrigen Frequenzen strahlen.
  • Überreste von Supernovae. Man geht davon aus, daß die Überreste von Supernovae-Explosionen zum Teil Strahlung in sehr niedrigen Frequenzen aussenden.
  • Struktur der Milchstraße. Bestimmte Aspekte der Magnetfelder und des interstellaren Mediums unserer Galaxis können so untersucht werden.
  • Radiogalaxien und andere aktive Galaxien. Das rätselhafte Phänomen der aktiven galaktischen Kerne ließe sich auf völlig neue Art betrachten, was Licht auf eines der interessantesten Rätsel der galaktischen Astronomie werfen kann.
Fußnote(n)
  1. Wenn nicht anders angegeben, sind die Angaben dem ESA-Bericht Very Low Frequency Array on The Lunar Far Side entnommen.[]
  2. 1992 vorgeschlagen bei der Konferenz des Los Alamos National Laboratory über die Verteidigung des Planeten. Siehe J. Mills, „Space Optical and Low-Frequency Radio Searches für Earth-Crossing Asteroids and Comets”, in: Proceedings of the Near-Earth Object Interception Workshop, LANL, Los Alamos/New Mexico, 14.–16. Jan., 1992.[]

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