Für die jungen Erwachsenen von heute: Kepler und Cusa (Teil 1)

Keplers Entdeckung des universellen Naturprinzips der Gravitation liefert uns heute nicht nur die notwendige pädagogische Einordnung des Begriffs „universelles Naturprinzip“, sondern widerlegt auch die Absurdität aller anderen mathematisch-physikalischen Annahmen – so auch der beliebten heutigen Wirtschaftsdogmen, die auf einer euklidischen Weltanschauung beruhen. Hierin liegt die wesentliche Fortsetzung des Wenckschen1 Verbrechens gegen den Menschen, die Wissenschaft und den Schöpfer.

In seinem Werk „De docta ignorantia“ legte Nicolaus de Cusa (rechts) die Grundzüge der modernen europäischen experimentellen Wissenschaft dar. Der bedeutendste unter den Anhängern des Cusaners war Johannes Kepler (links). In der Abbildung aus seiner „Weltharmonik“ (1619) zeigt Kepler, dass der Raum zwischen den Planetenbahnen den Platonischen Körpern entspricht.
In seinem Werk „De docta ignorantia“ legte Nicolaus de Cusa (rechts) die Grundzüge der modernen europäischen experimentellen Wissenschaft dar. Der bedeutendste unter den Anhängern des Cusaners war Johannes Kepler (links). In der Abbildung aus seiner „Weltharmonik“ (1619) zeigt Kepler, dass der Raum zwischen den Planetenbahnen den Platonischen Körpern entspricht.

Vorwort

Für jene unter uns, die diese Dinge richtig verstehen wollen, ist die Unsterblichkeit des souveränen einzelnen Menschen in erster Annäherung formal unterschieden von seiner sterblichen Hülle, in der die schöpferischen Kräfte des menschlichen Geistes wohnen.2 Deutlich wird dies an der Rolle der kognitiven Fähigkeiten des Menschen, die allen anderen bekannten Lebewesen fehlen, jedoch für die biologisch bedingte Individualität des Menschen charakteristisch ist. Dies kommt in den unsterblichen, kreativen Geistesprozessen zum Ausdruck, die im Widerspruch zu den Auffassungen von T. H. Huxley und Friedrich Engels stehen. Durch die willentliche Steigerung der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte unterscheiden diese Prozesse die menschliche Spezies absolut von den Eigenschaften der höheren Affen.

Dennoch ist die sterbliche Hülle des Menschen für diese Funktion überaus geeignet, insbesondere für die Erkenntnisarbeit, wie sie von keiner konkurrierenden Spezies geleistet werden könnte.

Diese wesentlichen Tatsachen sind für die bloße Existenz einer säkularen Gesellschaft ebenso wichtig wie der Glaube einer bestimmten religiösen Konfession. Insbesondere in den heutigen europäischen Kulturen wird jedoch das Wissen um diese spezifische Kraft, die jedem einzelnen Menschen eigen ist, leider oft unterdrückt, vor allem auch durch den heutigen Einfluss einer neuen, hartnäckigen, technikfeindlichen Form des existentialistischen Sophismus.

Diese Unterdrückung äußert sich in einem Sophismus, der insbesondere Einfluss auf die Generation der „Babyboomer“ – der „68er“-Generation – in Europa und Amerika ausgeübt hat. Genauer gesagt handelt es sich dabei um einen existentialistischen philosophischen Einfluss, der sich unter den zwischen etwa 1945 und 1956 geborenen „Babyboomern“ verbreitet hat. Dieses „existentialistische“ Babyboomer-Syndrom, das in Europa nach 1945 vom Kongress für Kulturelle Freiheit (CCF) gefördert wurde, unterdrückt im Individuum bewusst ein Gefühl der Unsterblichkeit.3

Diese weit verbreitete Korruption unter der Babyboomer-Generation ist jedoch eine Pathologie, die nicht ausschließlich bei denjenigen auftritt, die in dieser Zeit und unter diesen Umständen geboren wurden. Entsprechende existentialistische Strömungen in Europa sind ein vererbter Auswuchs des alten „oligarchischen Modells“ von Babylon, des Achämenidenreichs, des Apollon-Kults von Delphi, von Sparta und des Römischen Reiches, von Byzanz und der mittelalterlichen Tyrannei der venezianischen Finanzoligarchie und ihrer normannischen Verbündeten. Es ist das Erbe des olympischen Zeus – siehe Aischylos‘ Der Gefesselte Prometheus –, wobei die Figur des olympischen Zeus stellvertretend dafür ist, wie oligarchische Gesellschaften die Kultur der großen Mehrheit der Menschheit, über die die Oligarchie bis zum heutigen Tag herrscht, vorsätzlich zugrunde richten.

Bemerkenswert ist, dass die Gründung der Vereinigten Staaten das Ergebnis der Anstrengungen jener Europäer waren, die die besten anti-oligarchischen kulturellen Traditionen Europas nach Amerika brachten, in der Hoffnung, dass diese Traditionen in relativ sicherer Entfernung von der in Europa weithin herrschenden „anti-amerikanischen“ oligarchischen Kultur gedeihen könnten. Es war insbesondere der anhaltende Einfluss der Britischen Ostindiengesellschaft und des anglo-niederländischen Liberalismus im Nordamerika nach 1763, der bis heute die Hauptquelle der politischen und moralischen Korruption innerhalb der Finanzklassen des angloamerikanischen liberalen Establishments in den USA und anderen Teilen Amerikas bis heute ist.4

Infolgedessen leidet der heute sowohl in Amerika als auch in Europa anzutreffende „Babyboomer“-Typ unter einer besonderen sozial bedingten, moralischen Beeinträchtigung seiner natürlichen kognitiven Fähigkeiten, einer Beeinträchtigung, die auch in den antiken und mittelalterlichen Gesellschaften als eine Art Verrohung anzutreffen war – eine Art intellektuelle „Kastration“, ein induzierter Verlust geistiger Produktivität, wie ihn die oligarchischen Klassen ihren Opfern aus den sogenannten unteren Klassen aufzwingen.

Die anglo-niederländischen und verwandten Formen des modernen „Liberalismus“ oder das, was man auch als Sophistik des 20. Jahrhunderts bezeichnen kann, sind ebenfalls eine Methode, um in der Bevölkerung eine gewünschte Irrationalität oder „Verdummung“ zu erzeugen. Diese moderne Form der Sophistik wird verbreitet als „geistige Fessel“ eingesetzt, die den sozialen Klassen auferlegt wird, die ansonsten scheinbar von einer so offensichtlichen Unterdrückung frei sind, wie sie die Sklaven, Leibeigenen und Juden im Altertum und Mittelalter erleiden mussten. Die Opfer dieser Konditionierung muss man in ihren Alltagsgewohnheiten als mehr oder weniger entmenschlicht beschreiben, auch was ihre oftmals absonderlichen religiösen Neigungen angeht.

Dieses Grundprinzip der Kreativität (das von unseren heutigen liberalen Sophisten so vehement angegriffen wird) drückt sich in demselben Unsterblichkeitsgefühl aus, das im Griechenland Platons als agápe bezeichnet wurde. Dieses Gefühl kommt auch in den Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 zum Ausdruck, genauso wie in Leibniz‘ Begriff des „Strebens nach Glückseligkeit“, einem Grundsatz, der in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und im Grundprinzip des Naturrechts verankert ist, das dann in die Präambel der Verfassung der Vereinigten Staaten übernommen wurde.

Das „Streben nach Glückseligkeit“ drückt das aus, wonach die unsterbliche Seele in unserer sterblichen Hülle strebt: nach Glück, das dadurch entsteht, dass man das eigene sterbliche Leben zum Nutzen der zukünftigen Generationen einsetzt. Eine solche Hingabe war für alle moralischen Amerikaner und Europäer recht typisch, bevor der regressive Einfluss des Kongresses für Kulturelle Freiheit auf die „Babyboomer“-Generation der zwischen 1945 und 1956 Geborenen einsetzte, eine Hingabe, die bei den inzwischen alternden „Babyboomern“ von heute weitgehend verloren gegangen ist.

Der Konflikt zwischen Wahrheit und Sophistik hat noch eine andere, ergänzende Seite, denn den meisten „Babyboomern“ der Generation von 1945 bis 1956 wurde eine solche Wahrheit praktisch aus ihrer Kindheit und Jugend entrissen. Sophistik ist auch das Vermächtnis bestimmter Theologen, wie hier im folgenden beispielhaft gezeigt werden soll: An einer Debatte, die verdeutlicht, wie alt das Problem der moralischen Korruption in den oligarchischen Traditionen ist, mit denen die transatlantische Gesellschaft noch heute konfrontiert ist.

Einleitung

Worüber ich hier spreche, bezieht sich auf ein Projekt, das ich mir bereits Mitte der 1980er Jahre zur Veröffentlichung vorgenommen hatte. Bekannte Ereignisse kamen dazwischen. Zwar bin ich in den 1990er Jahren und später wiederholt auf entscheidende Aspekte der gleichen Frage wissenschaftlicher Methodik eingegangen, doch der jetzt vorliegende Kommentar zu Jasper Hopkins‘ Buch „Nicholas of Cusa‘s Debate with John Wenck“ (Die Debatte des Nicolaus de Cusa mit Johannes Wenck)5 musste immer wieder warten, um erst jetzt fertig gestellt zu werden. Die kürzliche Veröffentlichung der LaRouche-Jugendbewegung (LYM) über die Entdeckungen in Johannes Keplers Weltharmonik hat diese Möglichkeit geschaffen.

Mein eigener besonderer Beitrag zu diesem Thema hat nach meinem besten Wissen eine besondere Bedeutung. Doch er basiert auf grundlegenden Entdeckungen zahlreicher Menschen in früheren Zeiten, sogar über bekannte historische Zeitrechnungen hinaus. Vor allem die Arbeiten von Pythagoras, Sokrates, Platon, der christlichen Apostel Johannes und Paulus, Nicolaus de Cusa, Kepler, Pierre de Fermat, Gottfried Wilhelm Leibniz, Bernhard Riemann, Carl F. Gauss und Wladimir I. Wernadskij sind hierfür relevant. Mein eigener hier vorgestellter Beitrag muss somit im Kontext derjenigen präsentiert werden, auf deren Schultern meine eigene Entdeckung beruht.

Die Vorstellung dieses Materials ist zum jetzigen Zeitpunkt besonders relevant, da es für die laufenden speziellen Forschungsarbeiten, die von wissenschaftlichen Arbeitsgruppen der internationalen LaRouche-Jugendbewegung durchgeführt werden, von großer Bedeutung ist. Meine Aufgabe besteht darin, die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen die Beteiligten ihre kreativen wissenschaftlichen Fähigkeiten entfalten können.

Was die von Cusa selbst aufgeworfenen wichtigen wissenschaftlichen Fragen betrifft, so geht Hopkins in seiner ansonsten hinlänglichen Behandlung der Debatte in der Einführung seines Buches nicht auf das Wesen wissenschaftlicher und künstlerischer Kreativität ein. Wie meine Ausführungen deutlich machen werden, ist Hopkins‘ Einführung daher schwach, was die Wissenschaft selbst angeht. Sie entfernt sich von der wichtigsten und relevantesten Frage der wissenschaftlichen Methode, dem Kernstück dessen, mit dem Cusa die moderne Physik begründete. Um diese Lücke zu schließen, muss das eigentliche Thema, die Begründung einer kompetenten Methode für die moderne Physik, gesondert betrachtet werden, wie ich es hier tue.

Der Rahmen dieses Themas lässt sich wie folgt zusammenfassen.

Das fragliche Werk des Nicolaus de Cusa, die De docta ignorantia, das von Hopkins zu Recht weitgehend verteidigt wird, ist in gewisser Weise das erste einer Reihe von Veröffentlichungen, die zur Schaffung und Entwicklung aller kompetenten Strömungen in der modernen europäischen Experimentalwissenschaft geführt haben. Daher kann diese Reihe cusanischer Schriften über Wissenschaft nur kompetent untersucht werden, wenn man sie als die Grundlegung der modernen Physik betrachtet, wie sie von führenden Anhängern des Cusaners wie Luca Pacioli, Leonardo da Vinci und vor allem Johannes Kepler auf den cusanischen Fundamenten weiterentwickelt wurden. Darüber hinaus wird dies durch die Erkenntnisse in den Werken von Kepler-Anhängern wie Pierre de Fermat, Gottfried Wilhelm Leibniz, Carl Friedrich Gauss und Bernhard Riemann belegt.

Mir geht es daher hier um den besonderen, überragenden Aspekt der experimentellen Wissenschaft als Ganzes, die Rolle der kognitiven kreativen Fähigkeiten des Menschen bei der Steigerung der relativen Bevölkerungsdichte der Menschheit pro Kopf und pro Quadratkilometer und darüber hinaus: Die Funktion der kognitiven Fähigkeiten des einzelnen Menschen in der Evolution des Planeten und des erweiterten Sonnensystems. Daran wird im übrigen der eigentliche rein gedankliche Gehalt deutlich, der allen kompetenten Vorstellungen von Physik und Ökonomie zugrunde liegt.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nicht von dem, was Hopkins sagt, enttäuscht bin, sondern davon, was er in dem gerade dargelegten Zusammenhang nicht behandelt hat. Allerdings muss ich meine Kritik mäßigen, wenn ich die Umstände bedenke, unter denen er sein Buch verfasste. Diese Umstände haben ihn wahrscheinlich gewarnt, dass ihm bestimmte Angriffe aus verschiedenen Richtungen drohten – ein Risiko, das bei einer kompetenten Behandlung von Cusas persönlicher Rolle bei der Gründung der modernen Keplerschen Wissenschaft jedoch unvermeidbar ist.

Die schwelende Gefahr, durch die sich Hopkins und andere indirekt eingeschränkt fühlten, war die erbitterte politische Feindseligkeit gegenüber Cusa und seinen Anhängern wie Kepler seitens nicht nur der alten europäischen Oligarchie, sondern insbesondere seitens der neueren liberalen Institutionen, die unter der Führung von Paolo Sarpi gegründet und von den Gegnern Keplers, insbesondere von hinterhältigen Drahtziehern wie Robert Fludd und Galileo Galilei, gefördert wurden.

Das folgende ist mir daher wichtig.

Cusas Bedeutung für die Wissenschaft

Die Wissenschaftslehre des Nicolaus de Cusa kann nicht kompetent dargestellt werden, ohne sich vorrangig auf die Kernprinzipien einer kompetenten modernen Physik zu konzentrieren, wie ich sie oben umrissen habe. Man muss die hierfür erforderliche Sichtweise entwickeln, indem man sich einerseits auf die Unterschiede zwischen Realität und bloßer Beschreibung der Wissenschaft konzentriert und andererseits die verlogenen Definitionen dieses Gegenstands untersucht, wie sie als apriorische Behauptungen von Theologen zum Ausdruck kommen, die in der Regel keine Ahnung von den für kompetente Fortschritte in der Physik erforderlichen Grundfragen hatten, oder ihr sogar leidenschaftlich feindlich gegenüberstanden.

Was die Wissenschaft angeht, neigen viele Theologen offenbar dazu, so vorzugehen wie der Sophist und berüchtigte Apriorist Euklid in seinen Elementen, worin dieser die Originalwerke vor allem der Pythagoräer und der Kreise um Sokrates und Platon destruktiv verstümmelte. Als Beispiele hierfür seien diejenigen genannt, die den schwerwiegenden Fehler begangen haben, sich zwischen zwei betrügerischen Ansichten des Universums zu entscheiden: dem unverschämten Schwindel des Sophisten Claudius Ptolemäus auf der einen Seite und dem Schwindel von Paolo Sarpis Gefolgsmann Galileo Galilei auf der anderen Seite.

Die weit verbreitete Unkenntnis in wissenschaftlichen Fragen besonders unter Theologen hat entscheidenden Einfluss auf die Probleme, die sich daraus ergeben, dass Hopkins in der Einführung seines Buches die grundlegenden Fragen der Wissenschaft ausgelassen hat.

Für Christen in der Tradition des Apostels Paulus oder insbesondere des Cusaners erhebt die neue Sichtweise der Beziehung zwischen dem Schöpfer und der Menschheit, verkörpert durch die Persönlichkeit und Mission Jesu Christi, die Menschheit theologisch und wissenschaftlich aus ihrer kindlichen Geistesblindheit, und ermöglicht eine neue Qualität persönlicher Verantwortung, die sich in der Praxis tatsächlich mit den wissenschaftlich beweisbaren Geboten in Genesis 1:26-31 deckt.6 Man kann die wahren Prinzipien des Universums, nach denen wir handeln möchten, nicht innerhalb der Grenzen von a-priori-Annahmen beschreiben. Wir sind für viel mehr verantwortlich als nur für deskriptive Aussagen; wir sind verantwortlich für die praktisch wirksamen Konsequenzen unserer Methodenwahl, sowohl für die praktischen Konsequenzen einer solchen Ansicht für die Menschheit als auch, mehr noch, für das Wohlergehen des Universums, in dem wir leben und dessen Schöpfer wir dienen.

Folglich sind wir – besonders als Christen, die den Spuren der Apostel Johannes und Paulus folgen – nicht länger entschuldigt, wenn wir wie leichtgläubige Kinder einen historisch früheren Zustand fortsetzen. Die Apostel haben uns mit dem Privileg ausgestattet, zumindest implizit die volle Verantwortung für die Sorge um die gesamte vergangene, gegenwärtige und zukünftige Menschheit zu übernehmen, sowie für das Universum, in dem die Menschheit lebt. Es ist daher an der Zeit, dass auch wir aus der Primitivität kindlicher Leichtgläubigkeit herauswachsen und die moralische Reife einer gegenwärtigen und zukünftigen erwachsenen Menschheit erreichen, die diesem Ziel kompetent dient.

Daraus folgt: Wenn Cusa Recht hatte, was die ausdrücklichen Folgen der von ihm begründeten modernen europäischen Wissenschaft angeht, dann stellt diese Tatsache an sich schon die entscheidende Herausforderung für jene fehlgeleiteten Theologen dar, die in unterschiedlichem Masse versucht hatten, das zentrale Prinzip zu diskreditieren, das Cusa in Werken wie seiner De docta ignorantia dargestellt hat.

Schließlich besteht der Test einer Ansicht über die Entstehung des Universums durch den Schöpfer darin, Belege für diese Ansicht vorzulegen, Belege, die aus entscheidenden Erkenntnissen der Physik gewonnen werden müssen, beispielsweise aus dem systematischen Verständnis der Astrophysik. Nur wenn man die Werke Cusas wie die De docta ignorantia und deren Folgewirkungen aus diesem Blickwinkel betrachtet, ergibt sich in der modernen Wissenschaft die Grundlage, um zu entscheiden, ob die theologischen Implikationen der De docta ignorantia den tatsächlichen Kräften im realen Universum entsprechen, in dem Cusas Aussagen zu Wissenschaft und Theologie lokalisiert werden müssen.

Um die Einleitung abzuschließen, möchte ich noch auf meine eigene besondere Autorität in diesen wissenschaftlichen Fragen verweisen.

Ich möchte zwei meiner wichtigsten Errungenschaften in diesen Fragen nennen. Leichter zu verstehen sind meine Arbeiten über die besondere ontologische Rolle der Wissenschaft der physikalischen Ökonomie innerhalb der Physik als Ganzes. Die Prinzipien der physikalischen Ökonomie müssen als Ausdruck der Riemannschen Dynamik verstanden werden, im Gegensatz zur Statistik, die weitgehend auf den mechanistisch-statistischen Methoden des radikalen Cartesianismus und seinen reduktionistischen Auswüchsen beruht.

Hintergründiger, aber bedeutsamer ist meine Betonung der Einheit von Physik und klassischer künstlerischer Komposition, wie dies bereits am Beispiel von Keplers Beschäftigung mit Musik und Astrophysik deutlich wurde. Letztere Überlegung ist für ein umfassendes Verständnis einer kompetenten praktischen Wirtschaftswissenschaft als Teilgebiet der Physik von wesentlicher Bedeutung.

1. Begegnung mit der modernen Wissenschaft

Der erste entscheidende experimentelle Test des cusanischen Prinzips in der modernen Physik kam für die moderne Zivilisation mit Johannes Keplers einzigartiger Entdeckung des Prinzips der universellen Gravitation.7 Die Bedeutung von Keplers experimenteller Methode und seiner späteren Entdeckung der Harmonie der Planetenbahnen verdeutlicht die Rolle der universellen Prinzipien, die die moderne europäische Wissenschaft danach hätten leiten sollen. Abweichende theologische Meinungen zu Keplers Entdeckungen äußerten sich oft als aalglatte Sophistik, die sich in der von Theologen verwendeten Methode verbirgt.8

Nachdem Kepler festgestellt hatte, dass die Planetenbahnen exzentrisch waren, suchte er nach einem „grundlegenderen Prinzip“, das den Grund für die besonderen Exzentrizitäten erklären würde. Er mass die maximale Geschwindigkeit jedes Planeten, wenn dieser der Sonne am nächsten war (Perihel), sowie die minimale Geschwindigkeit, wenn der Planet am weitesten von der Sonne entfernt war (Aphel), so als würde er die Bewegung des Planeten von der Sonne aus beobachten. Als er dann die Geschwindigkeiten benachbarter Planeten verglich, stellte er fest, dass die Verhältnisse dieser Intervalle denen Intervallen entsprachen, die wir in musikalischen Kompositionen als harmonisch empfanden. Dargestellt sind eine Tabelle der Verhältnisse bei Perihel und Aphel (oben) sowie deren Darstellung als musikalische Intervalle (unten), entnommen aus Keplers „Weltharmonik“.
Nachdem Kepler festgestellt hatte, dass die Planetenbahnen exzentrisch waren, suchte er nach einem „grundlegenderen Prinzip“, das den Grund für die besonderen Exzentrizitäten erklären würde. Er mass die maximale Geschwindigkeit jedes Planeten, wenn dieser der Sonne am nächsten war (Perihel), sowie die minimale Geschwindigkeit, wenn der Planet am weitesten von der Sonne entfernt war (Aphel), so als würde er die Bewegung des Planeten von der Sonne aus beobachten. Als er dann die Geschwindigkeiten benachbarter Planeten verglich, stellte er fest, dass die Verhältnisse dieser Intervalle denen Intervallen entsprachen, die wir in musikalischen Kompositionen als harmonisch empfanden. Dargestellt sind eine Tabelle der Verhältnisse bei Perihel und Aphel (oben) sowie deren Darstellung als musikalische Intervalle (unten), entnommen aus Keplers „Weltharmonik“.

Dann kam es in der Neuzeit zu einer Wende im Kontext der Physik. In früheren europäischen Zivilisationen beispielsweise lag die vorherrschende Aufgabe darin, dass eine Gruppe von Individuen innerhalb der Gesellschaft als Ganzes ihre Fähigkeiten entwickelte. Diese häufige Einschränkung äußerte sich unter den vorherrschenden oligarchischen und ähnlichen Systemen, wie im sogenannten „asiatischen Modell“, in der geringen physischen Produktivität der Bevölkerung pro Kopf. Das Aufkommen der modernen europäischen Zivilisation im 15. Jahrhundert, deren Zentrum das große ökumenische Konzil von Florenz war, kündigte sich politisch bereits früher in Dante Alighieris De monarchia und später in Cusas De concordantia catholica und De docta ignorantia an. Ihre Bedeutung lag in der qualitativen Schwerpunktverschiebung auf die Idee des „Commonwealth“, wie sie für das Frankreich Ludwigs XI. und das England Heinrichs VII. typisch war, wobei auf die Privilegien der herrschenden Oligarchie keine Rücksicht genommen wurde. Der Schwerpunkt musste sich somit von einzelnen Individuen, die sich innerhalb der bestehenden Grenzen unseres Planeten entwickelten, hin zur Menschheit als Ganzes verlagern, die sich ihrer wachsende Rolle in der Entwicklung des Universums bewusst ist: Der Eintritt ins moralische Erwachsensein der Menschheit und das wahre Streben nach einer noch zu erreichenden erwachsenen Reife der Menschheit im Dienste der erkennbaren Absichten des Schöpfers.

Der Widerstand gegen einen solchen notwendigen Fortschritt im Selbstverständnis der Menschheit war in der Regel heftig.

Moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben beispielsweise eindeutig nachgewiesen, dass die Arbeit von Claudius Ptolemäus von vornherein ein offensichtlicher, vorsätzlicher Betrug war. Dabei ging es nicht nur darum, dass Ptolemäus die gültigen Beweise des Aristarchos von Samos ebenso wie die vorherigen Arbeiten der Pythagoras-Schule absichtlich verbarg, sondern auch darum, dass er zur Untermauerung seiner Argumentation einfach fiktive Daten erfand. Dadurch entlarvte er sich als Urheber eines vorsätzlichen Schwindels. Ansonsten deutet alles darauf hin, dass Kopernikus den entscheidenden Punkt schlichtweg nicht verstanden hat. Und obwohl Tycho Brahe viel bessere Arbeit leistete, scheiterte auch er an der Stelle, an der Kepler auf einzigartig originelle Weise Erfolg hatte. Da Kepler der erste war, der Cusas Anweisung befolgte und tatsächlich eine Reihe universeller Prinzipien überprüfte, lieferten seine Arbeiten sowie die Arbeiten jener, die seiner Forschungsrichtung ebenfalls genau folgten, die Art von Beweisen, mit denen Cusas Weitsicht bei der Definition der modernen Wissenschaft überprüft werden muss, wie in seiner De docta ignorantia dargelegt.

Daher liegt, wie Albert Einstein als mathematischer Physiker erkannte, das Wesen der Errungenschaften der modernen europäischen Physik in der effizienten Beziehung des menschlichen Geistes zur Entwicklung des Universums selbst, des astrophysikalischen Universums, im Unterschied zum rein astronomischen Universum. Die Frage lautet: Ist das physikalische Universum, wie Einstein es versteht, endlich und dennoch ohne äußere Grenzen, und lässt sich daraus, wie er betont, eine Vorstellung dieses Universum ableiten? Ist dieses Universum, wie Einstein es implizit definiert, charakteristischerweise eher anti-entropisch als entropisch?9

Einsteins Konzept basiert auf den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft, deren Wesen im Entwicklungsprozess des Wissens über wahre Universalien liegt. Diese leiten sich aus den praktischen Ursprüngen in Keplers Arbeiten ab und reichen bis zu Gottfried Wilhelm Leibniz, der das mathematische Konzept von Keplers Konzept der Gravitation als Infinitesimal definierte, genauso wie Einstein das Ergebnis der Arbeiten von Bernhard Riemann präzisierte.

Im Gegensatz dazu wird die Inkompetenz von Leibniz-Gegnern wie de Moivre, d‘Alembert, Euler, Lagrange und anderen in Bezug auf den Fundamentalsatz der Algebra deutlich – eine Inkompetenz, die Carl Friedrich Gauss in seiner Dissertation von 1799 aufgedeckt hat. Dieser Fall ist typisch für den Schwindel, der entstehen kann, wenn der Bezug zu wahren Universalien ausgeklammert wird, wie es Euler und Lagrange taten.10

„Universell“ bedeutet schließlich, dass es ein empirisch funktionales „Universum“ gibt; ansonsten ist die Verwendung des Begriffs lediglich hochtrabendes Kauderwelsch – sei es von denen, die sich Theologen nennen, oder von irgendjemand anderem. Am Ausgangspunkt unserer Untersuchungen entspricht „Universum“ der Sphärik, die die Pythagoräer von ihren ägyptischen Vorgängern übernommen haben. Sie steht für das geistige Bild des Menschen, der nach oben auf das schaut, was alles Sichtbare in unserem Blickfeld umfasst. Es symbolisiert den Seefahrer, der geleitet von den Sternen durch die Meere und Jahreszeiten navigiert.

„Am Ausgangspunkt unserer Untersuchungen entspricht ,Universum‘ der Sphärik, die die Pythagoräer von ihren ägyptischen Vorgängern übernommen haben. Sie steht für das geistige Bild des Menschen, der nach oben auf das schaut, was alles Sichtbare in unserem Blickfeld umfasst. Es symbolisiert den Seefahrer, der geleitet von den Sternen durch die Meere und Jahreszeiten navigiert.“ Das Gemälde „Der Astronom“ von Johannes Vermeer entstand im Jahr 1619, demselben Jahr, in dem Kepler seine Weltharmonik veröffentlichte.
„Am Ausgangspunkt unserer Untersuchungen entspricht ,Universum‘ der Sphärik, die die Pythagoräer von ihren ägyptischen Vorgängern übernommen haben. Sie steht für das geistige Bild des Menschen, der nach oben auf das schaut, was alles Sichtbare in unserem Blickfeld umfasst. Es symbolisiert den Seefahrer, der geleitet von den Sternen durch die Meere und Jahreszeiten navigiert.“ Das Gemälde „Der Astronom“ von Johannes Vermeer entstand im Jahr 1619, demselben Jahr, in dem Kepler seine Weltharmonik veröffentlichte.

Es bedeutet jedoch noch mehr. Es bedeutet die Entdeckung dessen, was für unsere Sinne nicht sichtbar ist, sich aber dennoch in wahrgenommenen Auswirkungen unleugbar als universelle Kraft der Veränderung (d. h. dynamis) innerhalb des Universums manifestiert. Es symbolisiert „Veränderung“ im Sinne des berühmten Aphorismus von Heraklit („Nichts ist so beständig wie der Wandel“) und Platons Verständnis dieses Aphorismus in seinem Parmenides-Dialog sowie im Sinne von Leibniz‘ und Riemanns Definition des Prinzips der dynamis bei den Pythagoräern als Konzept des physikalischen Universums – wie auch in Form der modernen physikalischen Dynamik des Leibnizschen Kalküls und der Dynamik von Riemanns physikalischen Hypergeometrien.

Bevor die Theologie deshalb über astrophysikalische Themen spricht, sollte sie sich mit dem universellen praktischen Bereich der Sphärik, dem Bereich der dynamis, befassen, da der Begriff der menschlichen Seele, wie er sich in die Vorstellung von Mann und Frau in Genesis 1:26–31 widerspiegelt, ein absolutes ontologisches Unterscheidungsmerkmal erfordert. Denn die Kraft (dynamis) des menschlichen Individuums unterscheidet sich nicht nur von nicht-lebenden Prozessen, sondern auch von allen niederen Lebensformen.

Die Fähigkeit der menschlichen Spezies, ihre potentielle relative Bevölkerungsdichte im Laufe aufeinanderfolgender Generationen willentlich zu erhöhen, ist empirischer Beweis für die These, dass das menschliche Individuum ein Unterscheidungsmerkmal aufweist, das sich als Kraft des einzelnen Menschen manifestiert. Das Individuum besitzt eine grundlegende Eigenschaft, eine Kraft des Seins, die in gewisser Weise unsterblich ist, da sie der Kraft des Schöpfers ähnelt. Diese Kraft ermöglicht es dem Individuum, das Universum, in dem die Menschheit existiert, zu verändern, d. h. qualitative Veränderungen in der Beziehung der menschlichen Spezies zum Universum herbeizuführen und sogar die Qualität des Universums, in dem unsere Spezies lebt, zu verändern – und das auf kreative Weise, die der fortgesetzten Tätigkeit des Schöpfers entspricht.

Aus dieser Perspektive sollten wir daher definieren, was man unter dem Begriff „universelles physikalisches Prinzip“ versteht. Diese Frage stellt sich uns gewöhnlich in der Weise, wie Kepler die wirksame Existenz der unsichtbaren universellen Kraft (dynamis) der Gravitation entdeckte, zunächst in seinem Werk Neue Astronomie und dann in der Weltharmonik, worin er das umfassendere Bild der harmonischen Ordnung des Sonnensystems darstellte.

Keplers Erkenntnisse stehen im Gegensatz sowohl zu den Gegnern des Cusaners zu dessen Lebzeiten als auch der späteren Gegner seiner und Keplers Methode, darunter die Anhänger von Fludd und Paolo Sarpi sowie Sarpis Gefolgsmann Galileo Galilei. Zu den geistig Eingeschränkten gehören auch jene modernen Empiristen, Positivisten und Existentialisten, die alle den philosophischen Indifferentismus des Wilhelm von Ockham übernommen haben, den Sarpi und seine radikal reduktionistischen Anhänger wie John Locke, René Descartes und die offen bösartigen Bernard Mandeville, François Quesnay, David Hume, Adam Smith, Leonard Euler, Immanuel Kant, Joseph Lagrange und Jeremy Bentham bis zum heutigen Tag in die europäische Praxis eingeführt haben.

Albert Einsteins Sichtweise

Um Albert Einsteins Schlussfolgerungen über die Bedeutung der von Kepler bis Riemann erzielten Errungenschaften in der modernen Wissenschaft zu verstehen, müssen wir insbesondere auf die Tatsache verweisen, dass das von Kepler entdeckte Gravitationsprinzip für die bloße Sinneswahrnehmung „unsichtbar“ ist: Es ist somit praktisch so groß wie das Universum und verleiht diesem wie jedes echte universelle physikalische Prinzip die Eigenschaft unbegrenzter Endlichkeit, ist aber gleichzeitig in gewisser Weise so klein, dass sein effizienter lokaler Ausdruck augenscheinlich ontologisch infinitesimal ist.11 Die Bedeutung von Keplers Entdeckungen wird dann durch Bernhard Riemanns ausdrücklich anti-euklidische, dynamische, physikalische Hypergeometrie verständlicher gemacht, vor allem wenn man sie dem törichten, neo-euklidischen, mechanistisch-statistischen, mythischen Universum gegenüberstellt, das von den modernen, empiristischen Anhängern so bewundert wird, die wie Immanuel Kant und andere der Methode von Descartes gefolgt sind.12

Dies war im Grunde bereits die wissenschaftliche Sichtweise von Praktikern der Sphärik wie den alten Pythagoräern und deren Verbündeten in den Kreisen von Sokrates und Platon – im Gegensatz zu der inkompetenten aristotelischen Sichtweise der Astronomie, wie sie von dem römischen Sophisten und entlarvten Betrüger Claudius Ptolemäus und dem überzeugten Sophisten Euklid vertreten wurde.13

Stirbt unser Universum?

Wenn man die von Aristoteles vertretene reduktionistische Sichtweise übernimmt, akzeptiert man implizit dieselbe Vorstellung, die Friedrich Nietzsches Slogan „Gott ist tot“ zugrunde liegt. Denn wenn man die Schöpfung als abgeschlossen, im Sinne von „vollendet“, ansieht, geht man davon aus, dass der Schöpfer selbst nicht in der Lage wäre, willentlich einzugreifen, um ihren Aufbau zu verändern. Definiert man das Universum jedoch als anti-entropisch, als einen Prozess, der sich gesetzmäßig in sukzessive höhere Seinszustände entwickelt, dann ergibt sich ein Universum, in dem unsere Sonne in ihrer Anfangsphase ein alleinstehendes, sich schnell drehendes Objekt in einer Ecke des Weltraums war, das jedoch jene höheren Zustände des Periodensystems erzeugte, aus denen die Planeten und anderen Körper unseres Sonnensystems hauptsächlich bestehen: ein Universum, das ein universelles anti-entropisches Prinzip repräsentiert. Ein solches Universum entspricht dem Aphorismus des Heraklit, wonach der Schöpfer und der Mensch in einem vorsätzlichen Prozess zusammenarbeiten, um das Universum zu höheren Zuständen zu entwickeln – ein Universum, in dem nichts dauerhaft ist, sondern ein universelles Prinzip anti-entropischer Veränderung herrscht. Der unbegrenzte Prozess einzelner, willentlicher Schöpfungsakte durch den Menschen nach dem Vorbild des Schöpfers endet nie.

Seit den Untersuchungen der Pythagoräer auf dem Gebiet der Sphärik „basieren alle kompetenten wissenschaftlichen Arbeiten, sowohl in der sogenannten Physik als auch in anderen Bereichen, auf der Vorstellung von universellen, physikalisch wirksamen Prinzipien, für die die Griechen den Begriff dynamis verwendeten. Dieses Detail aus Raffaels „Schule von Athen“ (1509) zeigt Pythagoras, umgeben von seinen Schülern, darunter Archytas, der links hinter ihm sitzt. Die Tafel, die der junge Mann rechts hält, zeigt die musikalische Harmonien des Pythagoras.
Seit den Untersuchungen der Pythagoräer auf dem Gebiet der Sphärik „basieren alle kompetenten wissenschaftlichen Arbeiten, sowohl in der sogenannten Physik als auch in anderen Bereichen, auf der Vorstellung von universellen, physikalisch wirksamen Prinzipien, für die die Griechen den Begriff dynamis verwendeten. Dieses Detail aus Raffaels „Schule von Athen“ (1509) zeigt Pythagoras, umgeben von seinen Schülern, darunter Archytas, der links hinter ihm sitzt. Die Tafel, die der junge Mann rechts hält, zeigt die musikalische Harmonien des Pythagoras.

Die sophistische Welt der Elemente von Euklid ist von einem Grundprinzip des Reduktionismus erfüllt, und das willkürliche Prinzip von Claudius Ptolemäus‘ „Betrug“ ist dasselbe „Prinzip“, das der satanische olympische Zeus in Aischylos‘ Der gefesselte Prometheus verkörpert. Dieser Zeus beschuldigte Prometheus, den Menschen die Nutzung des „Feuers“ ermöglicht zu haben, oder, wie wir heute sagen würden, die Bestimmung, das Prinzip der kontrollierten Kernspaltung zu entdecken und zu nutzen. Unter Zeus‘ Herrschaft sind alle Menschen lediglich eine Art Vieh: Entweder sind sie gezähmte Tiere, die nach Belieben des Besitzers gezüchtet und geschlachtet werden. Oder sie sind wilde Tiere, die zum Vergnügen gejagt oder sogar ausgerottet werden können – wie es die Legionen des alten Roms oft taten und wie die Jugendlichen in Lykurgs Sparta zum Vergnügen die Heloten umbrachten.

Im Römischen Reich war somit der Grundsatz des olympischen Zeus das universelle Gesetz. Dies war nicht nur das Dogma des imperialen Roms, sondern die elementare Praxis aller Ausdrucksformen dessen, was spätestens seit der Zeit Philipps von Makedonien als das „oligarchische Prinzip“ bekannt ist und die Kulturen Europas bis heute durchdringt.14

Dies war auch das Grundprinzip der Sophisten der Antike und ist die neuzeitliche Ausprägung der heutigen Malthusianer oder „Maschinenstürmer“, die sich als „Umweltschützer“ ausgeben. Der gleiche Dogmatismus des „olympischen Zeus“ war auch typisch für die imperiale Rechtsprechung des alten römischen und byzantinischen Reichs, des ultramontanen Systems des Mittelalters unter der Herrschaft der venezianischen Finanzoligarchie und ihrer mordenden normannischen Kreuzritter sowie des sich herausbildenden monetaristischen Modells des neo-venezianischen, anglo-niederländischen liberalen Finanzimperiums in seinen verschiedenen Phasen bis heute.15

Obwohl uns wichtige Informationen vorliegen, die zeigen, dass kreative wissenschaftliche Entdeckungen physikalischer Prinzipien bereits vor dem antiken klassischen Griechenland stattfanden und auch in alten kulturellen Strömungen außerhalb der bekannten europäischen Kultur vorkamen, wissen wir aufgrund der kognitiven Fähigkeiten des Menschen, die allen niederen Gattungen und auch den Menschenaffen fehlen, dass die in der europäischen Zivilisation zum Ausdruck kommenden kreativen Kräfte dieselben sind, die die menschliche Spezies seit jeher von niederen Lebensformen unterscheiden, so wie es auch in den berühmten Versen der Schöpfungsgeschichte 1:26-31 zum Ausdruck kommt. Vor diesem Hintergrund liefert uns die Untersuchung der Entwicklung der Naturwissenschaften und der klassischen Kunstformen zahlreiche Belege dafür, dass alle grundlegenden Fortschritte der europäischen Zivilisation, sowohl in der Wissenschaft als auch in der klassischen Kunst, einen erkennbar einheitlichen, kohärenten Wissensschatz bilden, einen Wissensschatz, der mit der grundlegenden Unterscheidung des Menschen vom Tier im Einklang steht.

2. „Wer bin ich?“: Wissenschaft und Theologie

Im unmittelbar vorangegangenen Abschnitt dieses Berichts habe ich bereits betont, wie wichtig es ist, die schädliche Rolle bestimmter aprioristischer und ähnlicher Annahmen zu erkennen, wie sie sich in den Definitionen, Theoremen und Postulaten der Euklidischen oder anderen reduktionistischen Geometrien ausdrücken: eine Geometrie, mit deren Hilfe Menschen in der Regel ihre eigenen kartesischen Zweifel an der Realität ihrer Existenz als bewusste Personen umgehen. Der zentrale Ausdruck solcher pathologischen Neigungen ist der Begriff, der oft als „Sinnesgewissheit“ bezeichnet wird.

Im Gegensatz zu den Vorkriegsgenerationen hat sich dieses Problem in der heutigen Bevölkerung, insbesondere seit Mitte der 1960er Jahre, erheblich verschärft. Dies ist die Folge aufeinanderfolgender Wellen des Niedergangs im öffentlichen und höheren Bildungswesen nach dem Krieg sowie der schwindenden Rationalität in der Populärkultur im Vergleich zur Zeit unter der Führung von US-Präsident Franklin Roosevelt. Ein Beispiel: Seit den späten 1940er und 1950er Jahren gibt es heute praktisch keinen vernünftigen Geschichtsunterricht mehr, verglichen mit dem, was im öffentlichen Schulwesen für die Schüler der Vorkriegsgeneration noch Standard war. Wissenschaft, wie sie heute unter dem Einfluss der 68er gelehrt wird, ist überwiegend entweder ein unverständliches Kauderwelsch aus bloßen mathematischen Formeln oder in den Hochschulen ein mit Schrecklichkeiten vollgestopftes Studium, wie es sich die Anhänger Bertrand Russells ausbedungen haben, des bösartigsten Mannes des 20. Jahrhunderts. Zu dessen Anhängern gehörten nicht nur Aldous und Julian Huxley, sondern auch Professor Norbert Wiener (der vermeintliche Urheber des Schwindels der „Informationstheorie“) und John von Neumann, der Wieners Unsinn mit der mechanistischen Vorstellung von „Künstlicher Intelligenz“ ergänzte.16

Weitgehend als Nebenprodukt von so grundlegend irrationalistischen Kulten wie der „Informationstheorie“ ist die heutige Kultur durch den Delphi-Gaia-Kult der Maschinenstürmer des dionysischen, antiwissenschaftlichen „Umweltschutzes“ massiv verseucht, und die Massen-Gehirnwäsche im Stil der „68er“ greift jetzt auch noch auf die jüngeren Generationen über. Die Zerstörung rationaler Verhaltensnormen durch den Einfluss von Kulten wie der „Informationstheorie“ hat die Verbreitung verkommener, existentialistischer Modeerscheinungen begünstigt, wie sie unter den akademischen Anhängern von Lynne Cheneys neo-fabianischem, internationalem ACTA-Kult17 der „neuen Rechten“ anzutreffen sind.

Dieser Kult und ähnliche Formen haben sich in der transatlantischen Wissenschaft weit verbreitet und ergänzen die verrückten heidnischen Kulte in der Gesellschaft insgesamt. Das Denken typischer junger Erwachsener von heute, selbst in relativ besser bezahlten Berufen, ist einer ständigen Lawine mehr oder weniger populärer, fragmentarischer Gedankenfetzen ausgesetzt. Aus der Sicht Dante Alighieris befände sich die Welt in der Vorhölle eines herannahenden neuen dunklen Zeitalters.

Das ist die vorherrschende Situation, in der die Themen, die Hopkins in seinem zitierten Werk behandelt, heute in scheinbar gebildeten Schichten Aufmerksamkeit finden könnten. Dennoch gibt es diese Themen, wie Hopkins sie in seinem Buch behandelt, ebenso wie die tiefergehenden Themen, mit denen ich Hopkins‘ Werk hier ergänze. Trotz der zusätzlichen Schwierigkeiten, die sich in der heutigen Öffentlichkeit, selbst in der nominell gebildeten Öffentlichkeit, ergeben, sind diese Themen wichtiger und dringlicher denn je zuvor. Sie müssen mit derselben Strenge, vielleicht sogar mit noch grösserer Strenge behandelt werden, wie es vor zwei oder mehr Generationen erforderlich gewesen wäre.18

Der elende Apriorismus

Das Problem, das Hopkins in seiner Behandlung der Wenck-Cusa-Kontroverse im wesentlichen unberührt lässt, sind die relevanten, ontologisch sehr realen Implikationen des Begriffs Sinnesgewissheit. Dieses Problem der Wissenschaftsmethode lässt sich nicht hinreichend behandeln, indem man lediglich den Ansatz ändert, um die Bedeutung der Wissenschaft für die Theologie hervorzuheben. Man muss Wenck und seine Anhänger rigoros beiseite lassen, wenn man den Anforderungen gerecht werden will, die sich aus einer kompetenten Darstellung der christlichen Lehre für einen gesellschaftlich erforderlichen Naturrechtsbegriff ergeben.

Der pathologische Charakter der Verwendung von Sinnesgewissheit im Schulunterricht und anderen Bildungsprogrammen deckt sich in folgender Weise mit den Implikationen von Wencks Angriff auf Cusa. Dazu müssen einige wesentliche Hintergrundinformationen zu Fragen der Wissenschaftsmethode herangezogen werden.

Das Universum funktioniert tatsächlich auf der Grundlage von strengen universellen physikalischen Prinzipien, wie Keplers Entdeckung des universellen Prinzips der Gravitation verdeutlicht. Die Anzahl solcher Prinzipien ist unbegrenzt, was für die moderne Wissenschaft durch Bernhard Riemanns Arbeit über die Prinzipien der Dynamik physikalischer Hypergeometrien unterstrichen wurde. Die Arbeit Mendelejews, der vor allem den Bereich der Kernphysik erschlossen hat, die Arbeiten von Louis Pasteur und seinen Anhängern bis hin zu Wernadskij, mit denen die grundlegenden Eigenschaften von Lebensphänomenen definiert wurden, und Wernadskijs Definition der menschlichen Erkenntnisfähigkeit als einer Kategorie, die über unbelebten Prozessen wie auch über physikalisch-chemischen Lebensprozessen steht, vermitteln uns ein Muster endloser Anhäufung von Entdeckungen universeller physikalischer Prinzipien. Die Wissenschaft muss stets mit Hochachtung vor ihrer eigenen Unkenntnis solcher noch zu entdeckenden universellen Prinzipien vorgehen. Hier zeigt sich heute die Genialität von Cusas Schrift über die „Belehrte Unwissenheit“.

Erste Seite von De docta ignorantia, Handschrift im Sankt-Nikolaus-Hospital von Bernkastel-Kues.

Seit den bedeutsamen, fragmentarischen Äußerungen von Carl F. Gauss über Hypergeometrien und Riemanns umfassenderer Weiterentwicklung dieses Bereichs basiert die kompetente moderne Physik heute in erster Linie auf den Arbeiten von vor allem Gottfried Leibniz, Gauss und Riemann, in denen sie die inkompetenten mechanistisch-statistischen Methoden des Empirikers Descartes offenlegten. Möglich wurde dies dadurch, dass Leibniz das pythagoreisch-platonische Konzept der „Dynamik“ aus der Antike wiedereinführte. Seit Leibniz‘ Kritik an der cartesianischen Methode basiert daher jede kompetente Wissenschaft auf der erweiterten Anwendung des Leibnizschen Prinzips der „Dynamik“, wie es von Gauss aufgezeigt, aber vor allem von Riemann entwickelt wurde. Heute beruhen alle kompetenten Wirtschaftssysteme auf den Prinzipien der Riemannschen Dynamik, im Gegensatz zu den immer noch vorhandenen, grundsätzlich inkompetenten cartesianischen Systemen, wie denen von Mach, Boltzmann und den meisten heutigen Wirtschaftsanalysten und Prognostikern.

Das Konzept der modernen Dynamik wurde, wie bereits oben erwähnt, vor allem von Kardinal Nicolaus de Cusa in die moderne Physik eingeführt, beginnend insbesondere mit seinem Werk De docta ignorantia. Johannes Kepler hat Cusas Methode explizit angewendet, um die moderne Astrophysik zu begründen, die als Grundlage für die Entwicklung kompetenter Entdeckungsrichtungen in der modernen Physik diente. Insbesondere in der Wirtschaftswissenschaft werden allgemein die inkompetenten cartesianischen Prognose- und Analysemethoden mechanistisch-statistischer Herkunft verwendet, was zu der von Morton Scholes und seinen Mitarbeitern verursachten Katastrophe und zur berühmten Währungskrise von 1998 führte. Somit sind die meisten heutigen offiziellen und anderen wichtigen Prognosen das Ergebnis inkompetenter Methoden, die früher oder später zu schrecklichen Ergebnissen führen.

Neben anderen deutlichen Mängeln steckt in Wencks Argumentation dieselbe inhärente Inkompetenz, die der reduktionistischen Methode innewohnt und die denselben Grundfehler wie die cartesianischen mechanistisch-statistischen Methoden im allgemeinen aufweist. Wenn man aprioristische Grundprinzipien übernimmt, führt das dazu, dass blindes Vertrauen in die sinnlich wahrnehmbare Erfahrung Probleme nach sich ziehen, die allen Auffassungen zugrunde liegen, die in dieselbe Kategorie fallen wie Wencks Angriff auf Cusas De docta ignorantia.19 Deshalb ist es so wichtig, den Betrug von Wenck und seinen Anhängern heute aufzudecken.

Wo a-priori-Methoden ins Spiel kommen

Behandelt man die menschliche Spezies wie andere Tierarten oder wie Menschenaffen, muss man schockiert sein, wenn man die verhältnismäßig fixe potentielle relative Bevölkerungsdichte der Affenpopulationen in ihren geeigneten Lebensräumen mit dem Anstieg der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte der heutigen menschlichen Bevölkerung vergleicht. Zusammenfassend lässt sich sagen: Was die menschliche Spezies durch revolutionäre Verbesserungen in ihrer Kulturtechnik ohne nennenswerte Veränderung in der menschlichen Genetik erreicht, definiert die Menschheit als eine Spezies, deren charakteristische Existenzweise ein neuartiges „Genetikprinzip“ beschreibt, das in allen rein tierischen Lebensformen fehlt.

Doch blicken wir auf die Menschheitsgeschichte zurück, insbesondere auf die Zehntausende von Jahren der jüngeren Vorgeschichte und Geschichte, und betrachten diese aus der Perspektive der sozialen Auswirkungen des modernen wissenschaftlichen Fortschritts. Untersucht man dies mit Blick auf Veränderungen der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte, entdeckt man in den praktischen Auswirkungen der Entdeckung universeller physikalischer Prinzipien den Prototyp der qualitativen Veränderung, die den Menschen vom Tier unterscheidet. Wenn man diese Entdeckungen berücksichtigt, ergeben sich Belege für den Fortschritt in der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte, wie beispielsweise der Wandel von einer Feudalgesellschaft zu einer Gemeinwohlform sozialpolitischer Systeme, wie sie zuerst von Dante Alighieri und dann von Nicolaus de Cusa vorgeschlagen wurde, beispielsweise in Dantes De monarchia und Cusas De concordantia catholica und De docta ignorantia. Diese Gemeinwohlform wurde dann von Ludwig XI. in Frankreich eingeführt und von Heinrich VII. von England und Sir Thomas More übernommen. Ähnliches gilt für jene revolutionären Veränderungen in der künstlerischen Kultur, die in der europäischen Zivilisation als klassisch gelten. Sie sind ähnlich nützlich bei der Förderung der Fähigkeit der Bevölkerung zur Zusammenarbeit und bei der Förderung eindeutig „physikalischer“ Verbesserungen der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte.

Alle diese Faktoren, die mit der qualitativen Steigerung der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte einer Gesellschaft verbunden sind, haben einen Effekt, der auch typisch für gültige Entdeckungen universeller physikalischer Prinzipien ist. Tatsächlich haben wir experimentell nachgewiesen, dass die Prinzipien des florentinischen Belcanto von Chorkompositionen und -aufführungen in der Tradition von Johann Sebastian Bach praktisch als universelle physikalische Prinzipien im Bereich der Astrophysik verstanden werden müssen, wie Johannes Keplers Werk zeigt. In der Physik scheint Mathematik unverzichtbar zu sein, doch ohne die Prinzipien des Chorkontrapunkts, wie sie durch das Werk von Bach und zuvor durch Leonardo da Vinci definiert wurden, fehlt die Leidenschaft, die erforderlich ist, um die entdeckten Prinzipien dieser etwas unzutreffend als „Physik“ bezeichneten Wissenschaft in wirksame Maßnahmen umzusetzen. Das weiß jeder wirklich große klassische Künstler und jeder wirklich vernünftige Wissenschaftler aus Erfahrung.

Ich habe ein Bild des Physikers Albert Einstein vor Augen, wie er im Gottesdienst der großen jüdischen Synagoge in Berlin vor der Zeit der Hitler-Diktatur auf seiner Geige spielte.

Der Punkt, den ich an dieser Stelle des Berichts entwickeln möchte, ist im Wesentlichen der folgende.

LaRouche: „Ich habe ein Bild des Physikers Albert Einstein vor Augen, wie er im Gottesdienst der großen jüdischen Synagoge in Berlin vor der Zeit der Hitler-Diktatur auf seiner Geige spielte.“ Im Bild Albert Einstein und sein Lehrer Lewandowski nach einem Benefizkonzert in der Neuen Synagoge in Berlin am 29. Januar 1930. Bild: Wikipedia
LaRouche: „Ich habe ein Bild des Physikers Albert Einstein vor Augen, wie er im Gottesdienst der großen jüdischen Synagoge in Berlin vor der Zeit der Hitler-Diktatur auf seiner Geige spielte.“ Im Bild Albert Einstein und sein Lehrer Lewandowski nach einem Benefizkonzert in der Neuen Synagoge in Berlin am 29. Januar 1930. Bild: Wikipedia

Seit den Untersuchungen der Pythagoräer auf einem Gebiet, das sie und die Kreise Platons als Sphärik bezeichneten, basieren alle kompetenten wissenschaftlichen Arbeiten, sowohl in der sogenannten „Physik“ als auch in anderen Bereichen, auf der Vorstellung von universellen, physikalisch wirksamen Prinzipien, für die die Griechen den Begriff dynamis verwendeten. Leibniz und Riemann verbanden damit ganz ausdrücklich den modernen Begriff Dynamik. Diesen Begriff führten die Griechen wiederum auf die ägyptische Astrophysik zurück, die dort lange vor der Errichtung der großen Pyramiden etabliert war. Diese Astrophysik beruhte auf Erkenntnissen der sogenannten Astrogation, die von Seefahrerkulturen während der letzten großen Eiszeit in der nördlichen Hemisphäre der Erde verwendet wurde.

Am einfachsten lässt sich die Besonderheit der physikalischen Geometrie, wie sie üblicherweise von Pythagoräern wie Archytas und den Kreisen um Sokrates und Platon praktiziert wurde, daran zeigen, dass die Beziehungen zwischen Punkt, Linie und Raumkörper keineswegs „selbstevident“ sind. Wie Archytas‘ konstruktive Lösung für die Verdopplung des Würfels das auf der Sphärik basierende Konzept der dynamis veranschaulicht, definieren sich die Beziehungen von Aktionen innerhalb der physikalischen Raumzeit durch eine scheinbar „externe“ Kraft, die auf diesen Raum einwirkt: Die moderne Vorstellung von physikalischer Raumzeit, wie sie in den Arbeiten des Cusa-Anhängers Kepler und durch die spätere Sichtweise von Albert Einstein entwickelt wurde. Eine Linie in den Sand zu ziehen und eine Verdrängungslinie in der physikalischen Raumzeit zu erzeugen, sind keine gleichwertigen geistigen Handlungen. Im Gegensatz zum modernen Sophisten Descartes haben Raum an sich und Zeit an sich in den Vorgängen des realen Universums keine unabhängige reale Existenz.

Das Euklidische System der Sophisten, ein unter Missachtung aller Erkenntnisse der früheren ägyptischen und griechischen Naturwissenschaften geschaffener Betrug, zerstörte effektiv die echte Wissenschaft, wo immer es ihr gelang, Fuß zu fassen. Die Wissenschaft wurde dadurch zerstört, dass man effizienten physikalischen Zustandsänderungen als Gegenstand menschlicher Erkenntnis keine Beachtung schenkte. So führten die reduktionistische Methoden von Euklid dazu, dass die Kultur des klassischen Griechenlands von dem Niveau, das sie zuvor in Magna Graecia und Athen erreicht hatte, auf die Wertvorstellung des Delphi-Gaia-Apollo-Kults im Sparta des Lykurg zurückgeworfen wurde. In der Folge sank die griechische Zivilisation auf jenen unsäglichen Geisteszustand ab, den der olympische Zeus in Aischylos‘ Der gefesselte Prometheus fordert – auf einen Zustand, in dem zumindest der meisten Bevölkerungsgruppen entweder wie Vieh behandelt oder ihnen durch eine Politik des „technologischen Nullwachstums“, ähnlich der unserer heutigen „Umweltschützer“, das Recht verweigert wurde, ihre althergebrachten Praktiken zu ändern, die ihren Vorfahren von den herrschenden Tyrannen auferlegt worden waren. Das kulturelle Niveau und die menschlichen Beziehungen sanken auf einen relativ rohen Zustand ab, so wie diese allgemeine moralische Verkommenheit unter dem Einfluss der „68er“ in den letzten fast drei Jahrzehnten erneut bei uns Einzug gehalten hat.

Die Hoffnung für die Zukunft der Menschheit liegt nun in den entschlossenen Händen derer, die die Menschheit von diesem verfluchten, verrückten „Neo-Malthusianismus“ befreien werden, der sich durch die heutige sogenannte „Babyboomer“-Generation verbreitet hat.

Dynamik: Von Archytas bis Einstein

Die moderne Wissenschaft wurde durch die moderne Astrophysik von Johannes Kepler gegründet – so, wie sie gegründet werden musste. Die beiden wichtigsten Entdeckungen Keplers – die universelle Gravitation und die harmonische Ordnung des Sonnensystems – sind die Grundlage, auf der die gesamte kompetente Praxis der modernen Wissenschaft weiterhin beruht.

Keplers Entdeckungen bildeten die Grundlage für Leibniz‘ Wiederbelebung des Konzepts der dynamis, das seit dem Tod Platons und insbesondere seit dem Tod von Eratosthenes und Archimedes weitgehend unter Trümmern begraben war. Erst durch Nicolaus de Cusa wurde dieses Konzept der experimentellen Physik wiederbelebt. Das von Leibniz wiedereingeführte Prinzip der Dynamik, auf dem heute die gesamte kompetente moderne Wissenschaft beruht, war eine Fortführung von Keplers Forderung nach einer Infinitesimalrechnung, die sich aus der Rolle des Infinitesimalen in der Funktion der universellen Gravitation ergab.

Auf Grundlage insbesondere der Erkenntnisse von Nicolaus de Cusa, Leonardo da Vinci, Kepler und Pierre de Fermats Entdeckung des Prinzips der geringsten Wirkung entwickelte Leibniz die Grundlagen einer umfassenden universellen Physik. Von diesem Standpunkt aus zerriss Leibniz die anmaßenden Aussagen des Sophisten Descartes und begründete mit der Erweiterung der Infinitesimalrechnung durch das von der Kettenlinie abgeleitete universelle physikalische Prinzip der geringsten Wirkung das Prinzip der Dynamik, auf dem bis heute alle kompetenten wissenschaftlichen Methoden beruhen.

Ungeachtet dieser Errungenschaft von Leibniz und seinen namhaften Nachfolgern wie Gauss und Riemann hat sich der Einfluss der alten pro-oligarchischen Kreise, die den Menschen keine Freiheit von brutaler Leibeigenschaft gönnen wollen, selbst innerhalb der Physik hartnäckig gehalten. Der Inbegriff dieses obszönen Rückschritts in der modernen Wissenschaft war das Werk und die Leidenschaft des bösartigen Bertrand Russell und seiner Gefolgsleute wie Norbert Wiener und John von Neumann. Doch trotz dieser widerlichen Rolle der heutigen Sophisten leben die unauslöschlichen Errungenschaften der modernen Wissenschaft in ihren Grundlagen weiter; die Entdeckung der universellen Gravitation durch Kepler ist nach wie vor das wirksamste Paradigma, um die wichtigsten aktuellen Probleme der Wissenschaft zu verdeutlichen. Von diesem Standpunkt aus kommt die intellektuelle Boshaftigkeit eines Johannes Wenck noch mehr zum Ausdruck.

Keplers Entdeckung des universellen physikalischen Prinzips der Gravitation liefert uns heute nicht nur die notwendige pädagogische Bewertung des Begriffs „universelles physikalisches Prinzip“, sondern widerlegt auch die Absurdität all jener mathematisch-physikalischen und damit verbundenen Annahmen, wie beispielsweise der verbreiteten wirtschaftswissenschaftlichen Dogmen von heute, die auf einer Euklidischen Sichtweise beruhen. Hierin liegt das fortgesetzte Verbrechen, das Wenck und andere an der Menschheit, der Wissenschaft und dem Schöpfer begangen haben.

Albert Einstein gebührt volle Anerkennung dafür, mir und anderen verdeutlicht zu haben, dass Keplers Entdeckung des Prinzips der universellen Gravitation das Universum im Wesentlichen als Riemannisch definiert. Das heißt, wie ich oben dargelegt habe, definiert der Beweis, dass sich die Gravitation lokal als mathematische Infinitesimalfunktion (wie bei Kepler) ausdrückt, die Gravitation nicht nur als universelles Prinzip, sondern auch als Prinzip, das das gesamte Universum in sich begreift. Dies hat Kepler nicht ausdrücklich so behauptet, aber dieser Punkt wurde von jenen – darunter Einstein – erkannt, die aus einer entsprechenden historischen Distanz auf Keplers Werk zurückblicken konnten. Kepler hatte dieses Problem implizit bereits verstanden oder war zu einer gleichwertigen Schlussfolgerung gelangt.

Dieses Konzept, wie Einstein es ausdrückte, entsprach bereits der Position, die Leibniz in seiner Widerlegung von Descartes eingenommen hatte. Ebenso vertrat er diese Position in der Widerlegung jener, die törichterweise versuchten, die infinitesimalen Implikationen seiner Entdeckung des sogenannten Kalkül zu leugnen, darunter Euler und Lagrange. Der Gehalt von Leibniz‘ relativ vollkommener Version des Kalkül, seinem auf der Kettenlinie basierenden universellen physikalischen Prinzip der kleinsten Wirkung, wurde später als Riemannsche physikalische Hypergeometrie weiterentwickelt. Diese Zusammenhänge erkannte Einstein zu seiner Zeit.

Was Riemann gelang, war somit, den Begriff einer generalisierten Dynamik zu etablieren. Hierin liegt der eigentliche Kern des Beweises für den spezifischen Vorwurf gegen Wenck und alle, die ihm gefolgt sind.

Im realen Universum wird die Steigerung der Arbeitsproduktivkräfte, gemessen pro Kopf und pro Quadratkilometer, durch die Entdeckung und Anwendung von Konzepten ermöglicht, die sich in der Praxis als universelle physikalische Prinzipien oder deren Ableitungen eignen. Alle diese Prinzipien, wie die universelle Gravitation, begrenzen das Universum unserer Erfahrung. Die Erforschung des Zusammenspiels universeller physikalischer und vergleichbarer Prinzipien ermöglicht es der Menschheit, ihre Macht im Universum zu steigern.

All diese Prinzipien sind für die Sinne unsichtbar, ihre Auswirkungen sind jedoch, wie die der Gravitation, eindeutig sichtbar. Sie sind Gegenstand kognitiver Einsicht, einer Fähigkeit, die einzigartig für den menschlichen Geist (und den Schöpfer) ist.

Das ist das Prinzip der Belehrten Unwissenheit in Cusas De docta ignorantia.

Wie wir aus den Fortschritten der wissenschaftlichen Entdeckungen seit dem 15. Jahrhundert wissen sollten, wie z. B. Keplers Entdeckung des Gravitationsprinzips, waren nicht nur diese revolutionären Entdeckungen in Bezug auf die potentielle Macht des Menschen im Universum bekannt, sondern auch die Existenz von wissentlich effizienten, aber unbekannten physikalischen Prinzipien! Wie Cusas wissenschaftliche Arbeit deutlich macht, geht es hierbei um unser paradoxes Wissen, dass es zwar ein wirksames Prinzip gibt, dass es jedoch ein „Etwas“ ist, das wir noch nicht kennen, worin die eigentliche Leidenschaft zum Weiterforschen liegt. Diese Leidenschaft findet sich beispielsweise auch im großen Bachschen Kontrapunkt, wie er von Ludwig van Beethoven zum Ausdruck gebracht wurde. Sie ist es, die die Wissenschaft und die menschliche Kreativität im Allgemeinen antreibt.

Wir als moderne Zivilisation erforschen also den Weltraum innerhalb des Sonnensystems, nicht weil wir wissen, was dort ist, sondern weil wir nicht zu ignorieren wagen, was dort existieren könnte und was wir dort jenseits unseres derzeit gesicherten Wissens entdecken müssen. Genau aus diesem Grund ist Nicolaus de Cusa der Begründer aller gültigen Strömungen der modernen europäischen Physik. Jeder, der sich aus diesem Grund seinem Ansatz widersetzt, ist eindeutig ein Gegner der Wissenschaft und damit auch der Absicht, die der Schöpfer mit der Menschheit verfolgt.

(Fortsetzung im nächsten Heft.)

Fußnote(n)

  1. Der Heidelberger Theologieprofessor Johannes Wenck (1426–1460) war ein prominenter Gegner von Cusa. In einer Kampfschrift De ignota litteratura („Über die unbekannte Gelehrsamkeit“) von 1442/43 beschuldigte er Cusa der Ketzerei, des Pantheismus und der Zerstörung der Theologie. Darauf reagierte Cusa mit Heftigkeit in der Gegenschrift Apologia doctae ignorantiae („Verteidigung der belehrten Unwissenheit“, 1449), auf die Wenck wiederum mit einer (nicht erhaltenen) Entgegnung antwortete. []
  2. Es sei von vornherein darauf hingewiesen, dass sich die in diesem Text genannten Hauptkategorien insgesamt auf die Begriffe beziehen, die der russische Akademiker W. I. Wernadskij in seinen dynamischen Definitionen der Biosphäre und Noosphäre für die experimentelle Wissenschaft festgelegt hat. Während Lebensprozesse im Allgemeinen zur Biosphäre gehören, ist die Funktion der kreativen Intelligenz, die speziell dem Menschen eigen ist, dem Bereich der Noosphäre zuzuordnen. Wenn außerdem in diesem Text von Dynamik gesprochen wird, so bezieht sich das auf Gottfried Wilhelm Leibniz und seine Auslegung des pythagoreisch-platonischen griechischen Begriffs „dynamis“, sowie auf den Dynamikbegriff, wie er in den Arbeiten von Bernhard Riemann definiert wurde.[]
  3. Man kann dieses Syndrom zwar zutreffend als eine Eigenschaft der individuellen Persönlichkeit beschreiben, doch hat es seine Wurzeln in einem „Gruppenverhalten“ als dynamisches Merkmal eines sozialen Prozesses, der nicht als individueller Charakterzug nach außen hin zum Ausdruck kommt. Diese Pathologie wird durch die Wahrnehmung einer bestimmten Art von Gruppenbeziehung ausgelöst und führt in diesem sozialen Umfeld zu einer anderen Ausprägung der Persönlichkeit als in anderen Umgebungen.[]
  4. Siehe Jeffrey Steinberg, „Britain‘s Assault on America Revisited“, EIR, Vol. 34, Nr. 8, 24. Februar 2007.[]
  5. The Arthur J. Banning Press, Minneapolis, 1980, 1984, S. 3–18.[]
  6. Insbesondere durch die strengen Definitionen von Biosphäre und Noosphäre, die auf den grundlegenden experimentellen Beweisen des Akademikers W. I. Wernadskij beruhen.[]
  7. Cusas Erneuerung der Wissenschaft im Laufe der Renaissance Mitte des 15. Jahrhunderts war in hohem Masse eine Wiederbelebung des fast verlorengegangenen Wissens der antiken, vorsophistischen griechischen Wissenschaft von Thales, Heraklit, den Pythagoräern, Sokrates und Platon. Cusa und andere legten damit den Grundstein für Keplers Etablierung einer wahrhaft universellen (d. h. astrophysikalischen) Physik.[]
  8. Nur sehr wenige Wissenschaftler waren gegenüber ihren Lesern so selbstbewusst offen wie Johannes Kepler. Nachdem beispielsweise Carl F. Gauss die systematische Kritik von Empirikern wie d‘Alembert, Euler und Lagrange an Gottfried Leibniz‘ Begriff des Infinitesimalen widerlegt hatte, äußerte sich Gauss in seinen Veröffentlichungen nie wieder ausdrücklich zu Fragen der anti-euklidischen physikalischen Geometrie, selbst wenn dieser Standpunkt oft die klar implizite Grundlage seiner Methodik war. Erst mit der Arbeit Bernhard Riemanns wurden diese Implikationen von Gauss‘ methodischem Ansatz offen dargelegt. Im Fall der De docta ignorantia des Nicolaus de Cusa hat die Arbeit von Rudolf Haubst, Gründer und erster Direktor des Instituts für Cusanus-Forschung, dazu beigetragen, die tieferen Wurzeln von Cusas Errungenschaften für die Wissenschaft zu öffnen; aber selbst diese Wurzeln haben ihre eigenen tiefen Vorläufer im Rahmen der klassischen europäischen Geschichte seit der Zeit von Thales, Heraklit, Solon, den Pythagoräern und Platon; und selbst das reicht nicht weit genug in die Vergangenheit zurück. Hopkins müsste sich also der Aufgabe stellen, den offensichtlichen Fehlschluss in der Wenckschen Argumentation zu untersuchen und sich dabei sowohl mit den relativ offensichtlichen Fehlschlüssen als auch mit noch gröberen Fehlern in den inhaltlichen Annahmen und den daraus resultierenden historischen Implikationen von Wencks Werk auseinanderzusetzen. Da die maßgebliche Sophistik, die sich bei Euklid in der Verwendung willkürlicher (a priori) Definitionen, Axiome und Postulate äußert, das Problem veranschaulicht, muss man stets die tatsächlichen Wurzeln der Annahmen untersuchen, die zum Schutz aprioristischer Behauptungen und ähnlicher Praktiken verwendet werden.[]
  9. Die „negative Entropie“ (auch „Negentropie“), wie sie von dem Russell-Vertrauten Norbert Wiener dargestellt wurde, war im Wesentlichen ein Schwindel, der, ähnlich wie in Ludwig Boltzmanns Machschem Weltbild, eine Frage der lokal entlehnten (abstrakt-mathematischen) Entropie bedeutete.[]
  10. Das Problem bestand darin, dass die Existenz des Infinitesimalen geleugnet wurde, wie dieser Irrtum am Beispiel des fanatisch verwirrten Eulers deutlich wird.[]
  11. Da sich das Universum durch den Prozess der Entdeckung universeller Prinzipien anti-entropisch verändert, ist es die Anti-Entropie, die das Universum begrenzt.[]
  12. Nicht die Aktion als solche, sondern die Dynamik (die physikalische Geometrie, in der die Aktion stattfindet) ist primär. Daher ist Bernhard Riemanns entscheidendes Werk seine Habilitationsschrift von 1854 „Über die Hypothesen, welche der Geometrie zu Grunde liegen“ in Bernhard Riemanns Gesammelte Mathematische Werke. Siehe auch Lyndon H. LaRouche, „Vernadsky and Dirichlet‘s Principle“ (Wernadskij und das Dirichlet-Prinzip), EIR, 3. Juni 2005. Letzteres ist für den gesamten vorliegenden Bericht von durchgängiger Relevanz.[]
  13. Dies wird beiläufig von Proklos in seinem Kommentar zu Platons Parmenides-Dialog erwähnt, aber durch jeden systematischen Vergleich der Methode von Euklids Elemente mit der anti-reduktionistischen, eindeutig anti-euklidischen Methode bestätigt, die die Werke der Pythagoräer und von Platons Kreisen auszeichnet.[]
  14. Das neuzeitliche anglo-niederländische liberale System, das sich aus dem prägenden Einfluss Paolo Sarpis ableitet, ist eine qualitative Ausnahme von der allgemeinen Regel der meisten oligarchischen Systeme der früheren europäischen und verwandten Geschichte. Sarpi reagierte auf die Erkenntnis, dass die venezianische Finanzoligarchie einen schwerwiegenden strategischen Fehler begehen würde, der ihren eigenen Interessen zuwiderläuft, wenn sie versuchte, zu den normannisch-venezianischen oligarchischen Systemen des 13. und frühen 14. Jahrhunderts zurückzukehren. Sarpi übernahm den Irrationalismus des mittelalterlichen Wilhelm von Ockham als Ersatz für den strengen Formalismus des aristotelischen Systems. Dies ermöglichte gewisse wissenschaftliche und technologische Fortschritte in der Wirtschaft, jedoch unter der Bedingung, dass die Methoden zur Entdeckung grundlegender physikalischer Prinzipien selbst eingeschränkt oder sogar unterdrückt wurden.[]
  15. Wie ich bereits an anderer Stelle ausführlich dargelegt habe, unterscheidet sich das Britische Empire, das durch den Frieden von Paris im Februar 1763 de facto als Imperium der britischen Ostindien-Kompanie gegründet wurde, vom früheren venezianisch-normannischen Imperialismus durch den Aufstieg der „Neuen Venezianischen Partei“ von Paolo Sarpi, die den mittelalterlichen Irrationalismus des Wilhelm von Ockham als Grundlage für den sogenannten anglo-niederländischen Liberalismus übernahm, ein imperialistisches Herrschaftssystem einer schleimpilzartigen Finanzoligarchie, deren Ziel die Errichtung eines „unipolaren“, „monetaristischen“ Imperiums des sogenannten „Freihandels“ war, ein Imperium nach dem Vorbild des alten Turmbaus zu Babel.[]
  16. Das „Kybernetik“-Projekt unter der Leitung von Professor Norbert Wiener vom MIT wurde in der Zeit nach Präsident Franklin Roosevelt von Margaret Mead und anderen als Projekt der Josiah Macy, Jr. Foundation eingeleitet. Es ging vom RLE-Programm des Massachusetts Institute of Technology aus. John von Neumanns Programm zur „Künstlichen Intelligenz“, das durch seine posthum veröffentlichten Yale-Vorlesungen bekannt wurde, wurde ebenfalls maßgeblich vom MIT geleitet, eine Initiative, die mit Marvin Minsky und Noam Chomsky in Verbindung stand.[]
  17. Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 hat der American Council of Trustees and Alumni (ACTA) dazu beigetragen, einen Kulturkampf im Hochschulwesen anzustossen. Unter der Leitung eines Teams, zu dem auch Lynne Cheney gehörte, deren Ehemann Dick Cheney damals einer der „Vulkanier“ war, die sich für eine aggressivere US-Militärpolitik einsetzten, versuchte die ACTA, konservative Alumni und Stiftungsräte zu mobilisieren, um die Stimmen und den Einfluss von Fakultätsmitgliedern zu unterdrücken, die sie als zu „liberal“ betrachteten. Quelle: Center for the Defense of Academic Freedom.[]
  18. Bemerkenswert ist, dass Hopkins‘ Buch „Die Debatte des Nicolaus de Cusa mit Johannes Wenck“ geschrieben und veröffentlicht wurde, bevor der Großteil der eigentlichen Leserschaft solcher Publikationen ausstarb und durch die „Babyboomer“-Generation als dominierende Einflussgrösse bei der Gestaltung der gesellschaftlichen Kultur abgelöst wurde.[]
  19. In Hopkins‘ Buch erscheint Wenck intellektuell als eine eher grobschlächtige und rohe Figur von eher politischer als theologischer Bedeutung, die es nicht wert ist, beachtet zu werden, außer um die Aufmerksamkeit auf die namhaften armen Schlucker zu lenken, die Wencks Angriff auf Cusa hauptsächlich aus politischen Gründen als maßgebliche Quelle herangezogen haben. In dieser Hinsicht erfüllt Hopkins‘ Buch seine erklärten und impliziten Absichten. Mein Ziel hier ist es, Cusa vor allem nicht nur als Begründer der modernen europäischen Experimentalwissenschaft anzuerkennen, sondern auch die Bedeutung Cusas für das Verständnis der besonderen Notwendigkeit zu verdeutlichen, die theologischen Implikationen der Wissenschaft der physikalischen Ökonomie zu definieren, wie ich diese Frage an entsprechender Stelle in diesem Bericht ausdrücklich behandle.[]
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