Am 22. Mai 2025 fand in Berlin die „Anschalt-Konferenz“ statt, auf der diskutiert wurde, wie deutsche Atomkraftwerke wieder in Betrieb genommen werden können. Sie wurde gemeinsam von Nuklearia und der Radiant Energy Group organisiert.
Auf der Konferenz kamen zahlreiche Stimmen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um die Argumente für eine Wiederinbetriebnahme der deutschen Kernkraftwerke zu diskutieren. Darunter waren Dr. Kristina Schröder, ehemalige Bundesfamilienministerin, Dr. Martin Pache, Managing Director von Westinghouse Electric Germany, und Johannes Winkel, CDU-Bundestagsabgeordneter und Bundesvorsitzender der Jungen Union; selbst einige Vertreter grüner Parteien (wie aus Deutschland und Finnland) sprachen sich für die Wiedereinführung der Kernenergie aus.
Wie FUSION wiederholt dargestellt hat, ist die Menschheit (und damit jede einzelne Nation) nur überlebensfähig, wenn die Energieflussdichte in der Wirtschaft ansteigt. Diese Gesetzmäßigkeit ist das grundsätzliche Argument für den Einsatz der Kernenergie und der anschließenden Entwicklung der Fusionsenergie. In einigen Reden klangen Argumente an, die in diese Richtung gingen.
So erklärte Frau Dr. Schröder, Energie sei gleichbedeutend mit Wohlstand, und dieser wiederum entscheidend für Lebenserwartung, Gesundheitssysteme und soziale Stabilität. Viele Redner wiesen auch zu Recht darauf hin, dass die Stabilität Deutschlands durch den Ausstieg aus der Kernenergie gefährdet sei, da Deutschland immer weiter verarme und dadurch zwangsläufig gesellschaftliche Konflikte aufbrechen würden. Prof. Jan Barkmann von der Hochschule Darmstadt brachte es gut auf den Punkt: Kernenergie sei ethisch geboten, denn sie sichere gleiche Lebenschancen für alle.
Jakob Rettberg (Nuklearia) und Dr. Pache (Westinghouse) legten konkrete Vorschläge vor, wie die deutschen Atomkraftwerke wieder in Betrieb genommen werden könnten. Westinghouse habe viel Erfahrung mit Bau und Wartung von Kernkraftwerken, und die Reaktivierung der elf ehemals betriebenen Reaktoren in Deutschland würde geschätzt 20 Milliarden Euro kosten – weniger als der Neubau von Atomkraftwerken mit gleicher Leistung wie jene, die man nur wieder anschalten müsse. Insgesamt sei das bei weitem günstiger als aktuelle Subventionen für erneuerbare Energien.
Insgesamt zeugte die Konferenz von frischem Wind in der Debatte über Kernenergie. Es wurde über wichtige Themen ernsthaft, kompetent und ausführlich geredet. Das große öffentliche Interesse sowie die Beteiligung von Fachleuten aus vielen Ländern (Polen, China, USA, Dänemark, Finnland, Deutschland, Spanien, Italien) und aus verschiedenen Richtungen (Politik, Wirtschaft, Industrie und Zivilgesellschaft) zeigt, dass das Thema Kernenergie in Deutschland keineswegs erledigt ist.
–JT
