Fusionsforschung in Deutschland nimmt Fahrt auf
In der kürzlich verabschiedeten „Hightech-Agenda Deutschland“ wird der Bereich „Fusion zur Energieerzeugung“ als eine der sechs Schlüsseltechnologien genannt, die für die Zukunft unseres Landes entscheidend sind. Was noch vor zwei Jahren wie ein Ablenkungsmanöver von der unsäglichen Energiewende erschien, nimmt in jüngster Zeit richtig Fahrt auf: Deutschland will mit der Entwicklung einer Zukunftstechnik ganz schnell an die Spitze. Im Juni 2024 hat sich ein Interessenverband unter dem Namen „Pro Fusion“ gegründet, und seither ist viel passiert.
Neben drei Firmen in Bayern und einer in Hessen gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Start-ups.

In Bayern sind es die Firmen Proxima GmbH, Marvel Fusion GmbH und Gauss-Fusion GmbH, die an der Methode des Magneteinschlussverfahrens (Tokamak) forschen. In Hessen ist es die Firma Focused Energy GmbH in Darmstadt, die einen anderen Weg verfolgt, die Laserfusion. Bei einem Besuch in Darmstadt konnten wir feststellen, dass die Firma innerhalb kurzer Zeit zu einer ernsthaften Forschungseinrichtung mit beachtlicher Vernetzung herangewachsen ist. Focused Energy entstand aus einer engen Verbindung mit der Laser-Anlage NOVA des Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Livermore, Kalifornien, die sich jedoch weiterhin vorwiegend militärischen Aufgaben widmet. Neben der schnellen Entwicklung des Standortes in Darmstadt mit inzwischen 130 Beschäftigten aus 24 Nationen ist besonders wichtig, dass RWE in grösserem Stil mit eingestiegen ist. Während RWE das ehemalige Kernkraftwerk in Biblis zurückbaut, entstehen schrittweise auf dem gleichen Gelände Neubauten für die Forschung und Entwicklung der Laser-Fusion. Bereits jetzt gibt es Pläne für die Einbeziehung einer großen Anzahl mittelständischer Betriebe als Zulieferer, insbesondere der Glas- und Optik-Branche, Firmen wie Leitz und Schott. Wegen der einzigartigen Expertise dieser Firmen sei der Standort Deutschland von größter Bedeutung.
Alle mit der Fusionstechnik befassten Firmen planen für die Entwicklung eines ersten Forschungsreaktors mit einem Zeitrahmen von bis zu zehn Jahren.
Der Lehrer, der Genies macht
Auf Arte ist ein faszinierender Bericht über einen pensionierten bulgarischen Physiklehrer erschienen, dessen Lebensaufgabe darin besteht, aus begabten Schülern Genies zu machen. Noch mit 78 Jahren, längst im Rentenalter, unterrichtet Teodosi Teodosiew ehrenamtlich physikbegeisterte Schüler, die sich selbst das Ziel gesetzt haben, einmal Nobelpreisträger zu werden. „Ihr müsst besser sein als ein Computer, besser selbst als Künstliche Intelligenz,“ sagt er seinen Schülern und stellt ihnen höchste Ansprüche, damit sie einmal an den besten Universitäten der Welt studieren können.

Aus Leidenschaft für die Physik hat er ein Ferienlager fernab im Balkan-Gebirge organisiert, wo sich die talentiertesten Schüler Bulgariens ohne Internet 15 Stunden am Tag auf Physik-Aufgaben konzentrieren können. Seinen Schülern will er mit Humor und Disziplin kreatives Denken vermitteln – „sonst besteht ihr nicht an den Elite-Unis gegen das Heer an Chinesen.“ In China herrsche noch dieselbe Disziplin, die er aus seiner Jugend im kommunistisch geprägten Bulgarien kenne, berichtet er. Bildung wurde damals – analog zur Sowjetunion – zentral organisiert, und den Naturwissenschaften wurde hohe Bedeutung beigemessen. Dagegen herrsche in Bulgarien heute Bildungsnotstand, das Schulwesen sei unterfinanziert und die Jugend durch soziale Medien abgelenkt. „Das Bildungswesen geht den Bach runter, es wurde wie in einem schwarzen Loch verschluckt… Es ist ein Trend, der aus den USA kommt: Lernen soll ,Spaß‘ machen. Ich kämpfe als einer der Letzten gegen diesen fatalen Trend an“, erklärt Teodosi – eine Einstellung, die sicher auch für die deutsche Bildungsmisere sehr zu empfehlen wäre.
Qosh-Tepa-Kanal in Afghanistan macht Fortschritte
Das afghanische Staatsunternehmen National Construction Corporation (NCC) berichtete im März 2026 über weitere Fortschritte beim Qosh-Tepa-Kanal, dem 285 km langen Megaprojekt zur Umleitung eines Teils des Wassers des Amu-Darja-Flusses, um 550.000 Hektar in drei nördlichen Provinzen Afghanistans zu bewässern. Die zweite Bauphase sei zu 95 % abgeschlossen und der Haupt-Staudamm zu 90 % fertiggestellt. Nach der vollständigen Fertigstellung wird die Weizenproduktion die Selbstversorgung Afghanistans mit Nahrungsmitteln sicherstellen.

Dieses Infrastrukturprojekt, das in Afghanistan seit langem geplant war, aber durch die westliche Geopolitik behindert wurde, verdeutlicht den Bedarf an Wasserinfrastruktur auf dem gesamten eurasischen Kontinent. Der Amu-Darja reicht ebenso wie der Syr-Darja für den Bedarf der heutigen Bevölkerung in seinem Einzugsgebiet nicht aus. Die flussabwärts gelegenen Länder Usbekistan (38 Millionen Einwohner) und Turkmenistan (7,5 Millionen) leiden ebenfalls unter Wassermangel.
In diesem Zusammenhang haben Wissenschaftler in Russland erneut den Plan ins Spiel gebracht, einen Teil des überschüssigen kontinentalen Abflusses, der derzeit nach Norden in die Arktis mündet, nach Süden in Richtung Zentralasien umzuleiten. In der Sowjetzeit wurden Arbeiten geplant und sogar begonnen, um Wasser aus den Flüssen Ob und Irtysch nach Süden in das Aralbecken umzuleiten.
Experten der Russischen Akademie der Wissenschaften wollen nun die Arbeit an diesem und verwandten Konzepten wiederaufnehmen, wie aus Berichten von Ende 2025 hervorgeht. Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Pipelines. Zur Linderung der Wasserknappheit in Südrussland sei die Russische Akademie der Wissenschaften bereit, eine Machbarkeitsstudie zur Umleitung von Wasser aus den Flüssen Petschora und Nördliche Dwina über das Wolga-Becken in südrussische Regionen durchzuführen.
Geopolitik wird die Zusammenarbeit im Weltraum nicht aufhalten
Die anhaltenden geopolitischen Krisen würden die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten nicht aufhalten, erklärte Dmitri Bakanow, Chef der russischen Weltraumagentur Roskosmos. Er erwarte, sich im Sommer mit dem NASA-Chef Jared Isaacman zu treffen: „Bemannte Raumflüge unterliegen keinen Sanktionen, und es ist klar, warum. Es ist ein pragmatischer Ansatz, wir können einander nützlich sein. Wir betreiben eine kolossale Infrastruktur namens Internationale Raumstation. Und ohne Russland ist deren Betrieb derzeit unmöglich. Und die Frage, wie es weitergeht, wie diese Zusammenarbeit fortgesetzt wird, ist in der Tat sehr relevant. Wir nehmen Gespräche mit dem neuen NASA-Chef Jared Isaacman auf, der erst vor kurzem, vor einigen Monaten, ernannt wurde.“
Bakanow äußerte sich auch zu der im Dezember 2025 getroffene Ankündigung des ersten stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Denis Manturow, Russland werde die gleiche Bahnneigung von 51,6°, die derzeit von der Internationalen Raumstation genutzt wird, auch für die künftige russische Raumstation (ROS) verwenden, anstatt der ursprünglich geplanten polaren Umlaufbahn. Dies würde es ermöglichen, das russische Modul der ISS für die russische Raumstation zu nutzen. Die konkreten Pläne werden noch geprüft.
„Die Zusammenarbeit im Weltraum sollte keine Grenzen kennen, wenn das Ziel edel ist – nämlich den Menschen zu nutzen“, sagte Bakanow. Diese Zusammenarbeit erstrecke sich auch auf die BRICS-Mitgliedstaaten.
