Siegt die Kraft der Vernunft?

Wir erleben derzeit erdbebenartige Erschütterungen in der strategischen Weltlage. Wie bei der Verschiebung tektonischer Platten trifft die alte, abgewirtschaftete imperiale Weltordnung auf eine entstehende neue multipolare Ordnung, die ein souveränes Miteinander aller Länder der Welt anstrebt. Allerdings ist die neue Ordnung, die sich um die BRICS, die SCO, die Afrikanische Union, die Belt and Road-Initiative und andere Gruppierungen entwickelt, noch nicht zur dominierenden Kraft geworden, so dass die imperiale „Macht des Stärkeren“ immer noch Leid und Zerstörung in der Welt anrichten kann.

Tatsächlich versucht die Epstein-Klasse, wie man die imperiale Oligarchie auch nennen kann, mit Kriegen, Erpressung und Sanktionen ihre Macht zu bewahren. Sichtbare Beispiele sind die Regimewechselkriege im Irak, in Libyen und Syrien, das Kidnapping von Präsident Maduro in Venezuela, die Blockade Kubas und jetzt natürlich Trumps Krieg der USA und Israels gegen den Iran.

Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass Trump und seine Kriegstreiber den Bogen überspannt haben. Sie haben ganz offensichtlich die Abwehrkräfte des Iran unterschätzt, der mit gezielten Gegenangriffen auf Israel, die US-Basen und die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten reagierte. Durch die Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen durch die Straße von Hormus droht zudem eine schwere ökonomische Krise, wenn nicht sogar der Zusammenbruch der Weltwirtschaft.

Während sich die USA somit wirtschaftlich ins eigene Bein schießen, kommen seit kurzem neue Kräfte ins Spiel, die zeigen, dass der Weg in den Abgrund nicht zwangsläufig ist. Papst Leo XIV., selbst Amerikaner, hat mit seinen Äußerungen für den Frieden einen starken Widerstand gegen Trumps wahnhafte Kriegsrhetorik erzeugt. Und einen weiteren Befreiungsschlag haben vier NASA-Astronauten mit ihrer sensationellen Mondumrundung geschafft. Aus ihrer Perspektive ergibt sich eine viel klarere Sichtweise auf die Vorgänge auf dem Planeten Erde.

Der NASA-Astronaut Victor Glover hat es auf den Punkt gebracht, als er kurz vor der Mondumrundung zur Erde funkte:

„Vielen Dank an Sie alle, dass Sie uns das immense Privileg gewähren, diese Reise gemeinsam zu unternehmen. Es ist wirklich erstaunlich. Und während wir diese Reise fortsetzen, denken wir an die Mission der NASA, das Unbekannte in Luft und Weltraum zu erforschen, zum Wohle der Menschheit Innovationen zu entwickeln und die Welt durch Entdeckungen zu inspirieren. Und da Sie diese Reise mit uns gemeinsam unternommen haben, tun wir hoffentlich genau das. Und während wir uns dem der Erde am nächsten gelegenen Punkt des Mondes und dem der Erde am weitesten entfernten Punkt nähern, während wir weiterhin die Geheimnisse des Kosmos entschlüsseln, möchte ich Sie an eines der wichtigsten Geheimnisse hier auf der Erde erinnern, und das ist die Liebe. Christus sagte als Antwort auf die Frage nach dem größten Gebot, dass es darin bestehe, ,Gott mit ganzem Herzen zu lieben‘. Und er, der ein großer Lehrer war, sagte auch, das zweite Gebot sei diesem gleichwertig, nämlich ,deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst‘. Und während wir uns darauf vorbereiten, den Funkkontakt zu unterbrechen, werden wir Ihre Liebe von der Erde aus weiterhin spüren. Und an Sie alle dort unten auf der Erde und rund um die Erde: Wir lieben Sie vom Mond aus.“

Wir sollten besser auf die Astronauten hören. Denn wenn wir uns die Erde aus der Perspektive des Mondes vorstellen – ein winziger blauer Ball in einem unermesslichen Universum –, erkennen wir schnell, wie töricht es ist, wenn jemand aus Herrschsucht oder geopolitischen Machtansprüchen unseren Planeten mutwillig zerstören will. Als schöpferisches Wesen ist der Mensch grundsätzlich gut und fähig, nicht nur allen Menschen auf der Erde ein angenehmes Leben zu ermöglichen, sondern sich auch Lebensräume auf dem Mond, dem Mars und letztlich jenseits des Sonnensystems zu erschließen.

In diesem Zusammenhang verweisen wir auf einen ganz besonderen Aufsatz des Raumfahrtpioniers Krafft Ehricke aus dem Jahre 1975, der exklusiv in dieser Ausgabe erscheint. Unter der Überschrift „Die Ausbeutung des Mars“ schildert Krafft Ehricke detailliert, wie auf dem Mars in fünf Phasen über 12 Jahre hinweg eine menschliche Kolonie und eine Rohstoff- und Fertigungsindustrie entstehen kann. Diese bisher unveröffentlichte visionäre Studie ist eine spannende planerische Vorlage, wie wir heute die Erschließung und Besiedlung ferner Planeten in Angriff nehmen können.

In einem Kommentar zur Arbeit seines Freundes Krafft Ehricke hat Lyndon LaRouche den transformativen Charakter solcher Zukunftsprojekte der Menschheit beschrieben: „Krafft Ehricke legte besonderen Wert auf die moralische Bedeutung der Weltraumkolonisierung, auf das, was er als ,extraterrestrischen Imperativ‘ bezeichnete. Es geht darum, das Identitätsgefühl des Menschen über das hedonistische Hobbessche Gezänk im Morast unseres Heimatplaneten hinaus zu erheben und die Menschheit dazu zu bewegen, ihr Schicksal im Universum insgesamt zu suchen.“

Um seine grundsätzlichen Ansichten zu verdeutlichen, hatte Ehricke in den 1960er Jahren den Begriff des extraterrestrischen Imperativs geprägt, um die Zukunft der Menschheit als kosmische Spezies zu beschreiben und der bornierten „grünen“ Ideologie ein optimistische Weltsicht entgegenzusetzen. In einem Interview sagte er 1974 einmal: „Die Leute von den Grenzen des Wachstums sehen die Erde wie ein Rettungsboot in feindlicher Umgebung. Für sie ist die Lebenswelt des Menschen ein geschlossenes System – auf die Erde beschränkt. Nicht für mich! Das Betätigungsfeld des Menschen ist heute sowenig eine geschlossene Kugel, wie es früher eine Scheibe war.“

Im Mittelalter hatte sich eine Mehrheit der Menschen lange geweigert, die stetig zunehmenden Beweise dafür zu akzeptieren, dass die Erde nicht flach ist. Heute wird nur zögernd anerkannt, dass die Menschheit nicht auf ein isoliertes, geschlossenes irdisches System beschränkt ist. Unsere Welt muss sich dem Kosmos öffnen, um mit schöpferischer Vorstellungskraft unser zukünftiges Wachstumspotential zu sichern.

Für Krafft Ehricke stand fest: „Unsere Erde ist kein bloßes Raumschiff. Sie gehört zu dem Geleitzug der Sonne, der in dem riesigen Ozean unserer Milchstrassengalaxie treibt. Die Entfernungen zu unseren Schwesterschiffen sind zwar grösser als die Entfernung zwischen Erdoberfläche und dem Boden unserer Ozeane. Doch weit wichtiger als die Abstände ist die Art des Mediums, das dazwischen liegt. Zufällig brauchen wir nur den leeren Raum zu durchqueren, um entfernter gelegene Rohstoffbasen zu erreichen… Die uns begleitenden Welten sind nicht entwickelt. Die Erde ist das einzige Luxuspassagierschiff in einem Konvoi reichbeladener Frachtkähne. Ihre Rohstoffe können wir benutzen, da uns die Erde so intelligent und einfallsreich entlassen hat, dass wir uns von ihr teilweise unabhängig machen können.“

Und wie Krafft Ehricke hier schreibt, habe „ein entwickelter Marsraum“ einen noch etwas weiter in der Zukunft liegenden Zweck, nämlich „Ausgangspunkt für Expeditionen zur bemannten Erforschung und eventuellen Nutzung des äußeren Sonnensystems“ zu sein.

Um das zu erreichen, müssen wir zuerst dafür sorgen, dass sich der Planet Erde nicht durch kurzsichtige kriegerische Abenteuer selbst zerstört. Spannungen und Konflikte müssen gewaltfrei auf diplomatischem Wege gelöst werden. Wir brauchen ein Lösungskonzept, das neue Perspektiven und einen Weg nach vorn zum gegenseitigen Nutzen aller Beteiligten eröffnet. Der beste Weg wäre der von Lyndon LaRouche bereits 1975 vorgeschlagene Oasenplan – die Erschließung von Wasserquellen durch großangelegte Meerwasserentsalzung, ein System aus Kanälen, Bewässerungssystemen und anderen Technologien für den Aufbau von Industrien und der Landwirtschaft. Auf der Grundlage könnten Infrastrukturkorridore entstehen, die die gesamte Region von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Persischen Golf verbindet. Diese Region war zur Zeit der alten Seidenstrasse bereits einmal die Drehscheibe zwischen Asien, Afrika und Europa, und könnte es so wieder werden.

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