Chinas bahnbrechendes Raumfahrtprogramm

China hat ein breit angelegtes, langfristiges Weltraumforschungsprogramm in Gang gesetzt, das in den kommenden Jahrzehnten wichtige wissenschaftliche Entdeckungen und damit großen weiteren Nutzen für die Menschheit hervorbringen wird. Auf diese Weise, so ist man in China überzeugt, kann der Mensch seine wahre Natur als kosmisches Wesen verwirklichen. Chinas Weltraumpläne decken sich mit dem Ziel, eine wissensbasierte Gesellschaft zu schaffen, in der wirtschaftlicher Fortschritt aus wissenschaftlichen Durchbrüchen und deren Umsetzung zu neuen Technologien entsteht.

China hat zwar erst in den 70er Jahren mit der Raumfahrt begonnen, doch inzwischen betreibt das Land eine Vielzahl ehrgeiziger Weltraumprojekte: kurzzeitige bemannte Missionen zur Durchführung wissenschaftlicher Experimente im erdnahen Orbit, Roboter-Forschungsmissionen zum Mond, Weltraumobservatorien und eine Vielzahl von Satellitenanwendungen. Geplant sind außerdem eine bemannte Raumstation, ehrgeizige Mondmissionen, mit denen wissenschaftliches Neuland betreten wird, Weltraumsatelliten zur Erforschung des Universums sowie die Anwendung von Weltraumtechnologien bei der Umsetzung von Großprojekten der Neuen Seidenstraße.

An dem Projekt der Neuen Seidenstraße, auch als „Ein Gürtel, eine Straße“ bekannt, das Präsident Xi Jinping 2013 in Gang gesetzt hat, sind inzwischen 60 Nationen aus Asien und bis nach Mittel-, Ost – und Westeuropa beteiligt, um große Infrastrukturprojekte und neue Entwicklungskorridore zu schaffen. Durch dieses Programm, durch die neuen multilateralen Finanzinstitutionen zur Finanzierung von Großprojekten wie die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) und die Neue Entwicklungsbank (NDB) sowie durch eigene moderne Wirtschaftsentwicklungsprojekte bildet China inzwischen den Mittelpunkt einer Mobilisierung, um letztlich das bankrotte anglo-amerikanische Finanzsystem der Nachkriegszeit zu ersetzen und eine Transformation zu einer wachstumsbasierten neuen Weltordnung einzuleiten.

Abbildung 1. Mit seinen Weltraummissionen will China die Menschheit über die Erde hinausführen und eine Raumfahrt-Zivilisation schaffen, die die wissenschaftlichen und technologischen Herausforderungen bei der Erforschung des Sonnensystems und des Weltalls meistern kann. Die chinesische Raumstation, hier eine künstlerische Darstellung, ist die Basis, von der aus Menschen weiter in den Weltraum vorstoßen werden. Quelle: China National Space Administration

Übelgesinnte Beobachter behaupten, China konkurriere mit seinem Weltraumprogramm mit anderen aufstrebenden Raumfahrtnationen wie Indien, es wiederhole lediglich, was die USA und Rußland bereits erreicht hätten, und es betreibe die Raumfahrt als Geheimprojekt eines „kommunistischen Regimes“, das sich vom Rest der Welt abschottet. Nichts davon trifft zu. Entweder werden solche Beschuldigungen aus Unwissenheit erhoben, häufiger aber in dem bewußten und gezielten Versuch, Chinas sich abzeichnende weltweite Führungsrolle in der Weltraumforschung zu unterminieren; schließlich ist China dabei, die vom ehemaligen „Britischen Empire“ beherrschte ehemalige „Supermacht“ USA, deren internationaler Status in Wissenschaft und Technik zusammen mit ihrer produktiven Wirtschaft in den letzten zwei Jahrzehnten stark gelitten hat, zu überholen.

Das zivile chinesische Raumfahrtprogramm kam später in Gang als die Programme anderer Nationen wie den USA, der Sowjetunion, Westeuropa und Japan. Allerdings mißt sich China in seinen Planungen nicht an den Aktivitäten anderer. Es gibt keinen chinesischen „Wettlauf ins All“, Missionen werden geplant und durchgeführt, wenn sie dazu bereit sind. Jedes Programm, etwa in der bemannten Raumfahrt und der Monderkundung, durchläuft mehrere, zunehmend komplexe Schritte auf ein definiertes Ziel hin. Und jede Mission muß neue Herausforderungen meistern.

China ist dabei, seine zivilen Weltraumkapazitäten rundum zu erneuern. Auf der Insel Hainan wurde ein neuer, viel leistungsstärkerer Startkomplex eingeweiht. Eine ganz neue Familie von Trägerraketen ist in Entwicklung. Die Rakete Langer Marsch 5 wird künftig in der Lage sein, Raumstationsmodule von 20 t in eine Erdumlaufbahn zu bringen, und die Schwerlastrakete Langer Marsch 9 soll einmal Menschen auf den Mond bringen.

In den letzten Jahren hat China weitreichende Schritte unternommen, um sein Raumfahrtprogramm für die internationale Zusammenarbeit zu öffnen, und es kann bereits Kooperationsabkommen mit über 30 Ländern vorweisen. Über Vereinbarungen zur gemeinsamen Nutzung von Technologien hinaus hat China jetzt auch andere Nationen eingeladen, sich an seinem bisher geschlossenen bemannten Weltraumprogramm zu beteiligen, wobei vor allem ausländische Astronauten auf der zukünftigen Weltraumstation mitfliegen dürfen.

Der Umstand, daß es der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA seit 2011 gesetzlich untersagt ist, mit China bei der bemannten Raumfahrt zusammenzuarbeiten, ist von früheren US-Astronauten, Politikern und sogar von NASA-Chef Charlie Bolden selbst scharf attackiert worden. – Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hingegen hat ihre Astronauten bereits angewiesen, Chinesisch zu lernen.

Wenn die chinesische Weltraumstation im Jahre 2022 voll einsatzbereit ist, wird die Internationale Raumstation ISS das Ende ihrer Betriebszeit erreicht haben. Werden die USA dann überhaupt noch bemannte Weltraumfahrt betreiben? Während China mit seinem Mondprogramm große wissenschaftliche Anstrengungen unternimmt und sogar eine bemannte Mondlandung plant, werden die USA, wenn sie so weitermachen wie zuletzt unter Obama, das gesamte wissenschaftliche Erbe der Nation an die „private Wirtschaft“ verscherbeln und ihr allein dessen unsichere Zukunft überlassen.

China hat den Rest der Welt eingeladen, sich seinem globalen Entwicklungsprogramm und dem Vorstoß der schöpferischen Menschheit in den Weltraum anzuschließen.

Inspiration für das Weltraumprojekt

Die übrige Welt nahm erstmals 2003 Notiz von Chinas beginnendem Weltraumprogramm, als Yang Liwei als erster Chinese ins All flog. Aber Chinas Interesse und Begeisterung für die Raumfahrt reichten viel weiter zurück.

Es ist weithin bekannt, welchen Schock der sowjetische Sputnik 1957 in den Vereinigten Staaten auslöste und wie dies dort zu einer beschleunigten Entwicklung der Raumfahrt und Raketentechnik führte. Der Sputnik hatte aber auch seine Wirkung auf die chinesische Führung. Zufälligerweise traf der chinesische Parteivorsitzende Mao Tse-tung im November 1957, nur einen Monat nach dem Start des Sputniks, zu seinem zweiten – und letzten – Besuch in der damaligen Sowjetunion ein. Bei seiner Ankunft beglückwünschte er die sowjetische Führung: „Diese großartige Leistung bedeutet den Beginn einer neuen Ära der weiteren Eroberung der Natur durch den Menschen.“ Im Vorfeld von Maos Besuch hatten Chinesen und Sowjets mehrere Abkommen unterzeichnet, wonach die Sowjetunion China bei der Entwicklung von Atomwaffen, Raketen und Flugzeugen helfen würde.

China verfügte aber auch über eigene Ressourcen. Der in China geborene Qian Xuesen (Abbildung 2) arbeitete in den USA unter dem ungarisch-amerikanischen Physiker Theodore von Karman, einem Pionier der Luftfahrt- und Raketenforschung, am California Institute of Technology (CalTech). Im November 1943 gehörte Qian zu den Gründern des Jet Propulsion Laboratory am CalTech. Das JPL wurde zu einem frühen Vorreiter der Entwicklung ballistischer Raketen in den Vereinigten Staaten.

Abbildung 2. Qian Xuesen wurde zum „Vater“ des chinesischen Raketenprogramms, nachdem er 1955 aus den Vereinigten Staaten ausgewiesen wurde. Das Bild zeigt ihn als Dozent in Kalifornien, bevor er nach China zurückkehrte.

Qian hatte sich am Ende des Zweiten Weltkriegs so große Verdienste erworben, daß die amerikanischen Streitkräfte ihn auswählten, nach Deutschland zu reisen, um dort die Gruppe deutscher Raketenforscher um Wernher von Braun zu verhören, die sich den Amerikanern ergeben hatten und bereit waren, in den USA an der Raketenentwicklung mitzuarbeiten. Rudolph Hermann, der unter Wernher von Braun in Peenemünde einen Windkanal entwickelt hatte, berichtete über sein Zusammentreffen mit Qian bei diesen Verhören:

„Ich erinnere mich an einen von ihnen, an Dr. Qian, von Karmans engsten Mitarbeiter, denn er hatte das Papier über ,Druckverteilung auf einem Kegel in Überschallströmung’ geschrieben. Er war der einzige Wissenschaftler, der je eine vollständige Theorie dazu verfaßt hat. Wir kannten seine Theorie, denn sie wurde zwei Jahre vor Ende des Krieges veröffentlicht. Wir haben seine Theorie benutzt und in unserem Windkanal genau untersucht. Ich fand heraus, daß bisher niemand in seinem eigenen Land Dr. Qians Theorie geprüft hatte. Wir taten es, da wir die Ausstattung hatten, wir hatten den Überschallwindkanal, die Wissenschaftler und Ingenieure.“

Zu seiner Zeit am CalTech hatte Qian auch Kontakt zu einer Gruppe junger Wissenschaftler, zu der der spätere Raketeningenieur Frank Malina, der spätere Physiker Frank Oppenheimer und andere gehörten, die heimlich Experimente mit Raketensonden durchführten. In seiner Freizeit hörte Qian am liebsten Bach und Beethoven-Sinfonien. Und wie viele junge Leute im Amerika der 1930er Jahre interessierten sich er und seine Freunde für soziale Fragen, sie lasen Werke linker Autoren und Artikel von Stalin und Lenin und debattierten über Fragen der sozialen Gerechtigkeit.

Als Qian 1950 nach China reisen wollte, um seine Eltern zu besuchen, wurde er vom FBI verhaftet, vor allem wegen seiner damaligen „Komplizenschaft“ bei diesen Studententreffen. Seine Unbedenklichkeitsbescheinigung wurde ihm entzogen, er wurde fünf Jahre lang unter Hausarrest gestellt und dann schließlich nach China deportiert. Dort stellte er sich in den Dienst des noch bescheidenen chinesischen Raumforschungsinstituts und wurde zum entschiedenen Befürworter der Raketenentwicklung. Nach Maos Besuch in der Sowjetunion 1957 reiste Qian nach Moskau, um die sowjetische Hilfe für das chinesische Raketenprogramm zu konkretisieren.

Nach monatelangen Verhandlungen stellten die Sowjets China zwei R2-Raketen zur Verfügung.

China dürfte allerdings bereits mit der Raketenforschung begonnen haben, bevor Qian in seine Heimat zurückkehrte. Denn als der Weltraumvisionär Krafft Ehricke 1946 in Deutschland auf eine Einladung aus den USA wartete, um sich dort den übrigen Peenemünder Raketenforschern anzuschließen, schlug er Militärrepräsentanten der Volksrepublik China im besetzten Deutschland vor, daß arbeitslose deutsche Raketenfachleute nach China gehen sollten, um beim Aufbau eines Raketenprogramms zu helfen (Abbildungen 3 a, 3 b).1 Wäre dieser Vorschlag angenommen worden, dann hätte China schnelle Fortschritte bei der Entwicklung von Raumfahrttechnologien gemacht.

Abbildung 3 a. Als der Raumfahrtvisionär Krafft Ehricke 1946 in Deutschland darauf wartete, in die Vereinigten Staaten
geholt zu werden, entwarf er einen Plan für die Raketenentwicklung in China. Er schlug vor, daß arbeitslose deutsche Raketenexperten nach China auswandern, um dort die Fachkräfte und Produktionskapazitäten für die Zukunft aufzubauen.

So aber waren die Bedingungen, die Qian Xuesen bei seiner Rückkehr nach China vorfand, um ein so anspruchsvolles Vorhaben wie die Raumfahrt in Angriff zu nehmen, ziemlich desillusionierend. „Wir hatten kein Forschungspersonal und keine Metallwerkstätten“, schrieb Qian. „Damals wandelte sich mein Denken vollständig von Optimismus zu Pessimismus. Ich war völlig überzeugt, daß es sehr schwierig wäre, in der wissenschaftlichen Forschung auch nur einen Zentimeter voranzukommen, und ich hatte die allerschlimmsten Befürchtungen. Mir war nicht klar, wie man in einer schwierigen Umgebung kämpfen sollte…, wie man ganz von vorn anfangen könnte.“

 

Dennoch gelang es Qian, bis 1958 ein Programm für den Start eines chinesischen Weltraumsatelliten aufzustellen, es trug den Kodenamen „581“. Als die Regierung sie annahm und öffentlich machte, stieß die Mission auf breite Zustimmung, und „Einen Satelliten starten“ wurde in China zu einer nationalen Parole. In ganz China gab man damals vielen neugeborenen Kindern den Namen „Weixing“, das chinesische Wort für Satellit.

Ursprünglich sah das Programm vor, Raketensonden und letztlich einen Satelliten zu starten. Jedoch geriet das Vorhaben aus mehreren Gründen in Verzug. Chinas Bruch mit der Sowjetunion 1960 führte zum Abzug Hunderter sowjetischer Fachleute, die in China gearbeitet hatten. Auf den „Großen Sprung nach vorn“ – Maos verheerenden Versuch, die Wirtschaft mit Gewalt auf eine höhere Stufe zu heben, ohne für das notwendige wirtschaftliche Fundament zu sorgen – folgte bald die noch verhängnisvollere „Kulturrevolution“, bei der Tausende führende Wissenschaftler eingesperrt, aufs Land geschickt oder sogar umgebracht wurden. Nur ein Kernbereich verteidigungsbezogener Projekte, darunter die Raketenforschung, war vor den Übergriffen der Roten Garden gegen Chinas intellektuelle Elite halbwegs sicher.

Abbildung 3b. Das Inhaltsverzeichnis von Krafft Ehrickes China-Vorschlag.

Ein holpriger Start

Dennoch gelang es China im Februar 1960, seine erste selbst gebaute Flüssigkeitsrakete zu starten, die eine Höhe von 8 km erreichte (Abbildung 4). 1964 startete China seine erste Mittelstreckenrakete. Nach Juri Gagarins Raumflug 1962 schrieb Qian Xuesen sein Buch Interplanetarer Flug, das die chinesischen Wissenschaftler anregte, intensiver über die Raumfahrt nachzudenken.

Abbildung 4. Die hier abgebildete Rakete Dong-Feng-1 wurde unter Qians Leitung entwickelt. Sie beruhte auf der sowjetischen R2, die sich wiederum von der deutschen V2 ableitete.

Im Januar 1965 legte Qian dem Zentralkomitee der KP erneut seinen Plan zum Bau eines Satelliten vor. Daraus entwickelte sich der Aufbau des Planungsinstituts 651, das für das Projekt verantwortlich sein sollte. Der erste Satellit, namens „Der Osten ist rot 1“, wurde am 24. April 1970 ins All geschossen.

Nach dem Ende der Kulturrevolution und Maos Tod 1976 leitete Deng Xiaoping (Abbildung 5) seine Strategie der Reform und Öffnung ein, mit der China sich tatsächlich der Außenwelt öffnete. Mehrere Jahrzehnte lang wurde China dann das große Billigproduktionsland der Welt. Aber es war keineswegs Dengs Absicht, daß dies immer so bleiben sollte.

Abbildung 5. Deng Xiaoping kam bald nach Maos Tod 1976 an die Macht. Er verfolgte die Politik der „Reform und Öffnung“, mit der China sich zu einer großen Wirtschaftsmacht zu verwandeln begann. Dabei stellte er insbesondere Wissenschaft und Technik in den Mittelpunkt der Reformen. Das Foto entstand 1979.

Eine seiner ersten Maßnahmen war, die ins Ausland abgewanderten Hochschullehrer an die Universitäten zurückzuholen und die Universitäten wieder allen qualifizierten Studenten zugänglich zu machen. Er ließ auch die Chinesische Akademie der Wissenschaften wieder aufleben. Dengs Ziel war es, möglichst viele der Wirtschaftsprobleme zu überwinden, mit denen China nach einer langen Periode der Zerstörung zu kämpfen hatte.

In den 60er Jahren hatte ein primitives Raumfahrtprogramm begonnen, aber Mao hatte es 1971 aus politischen Gründen wieder eingestellt. Deng lag sehr daran, Chinas Kapazitäten für Satellitenstarts auszubauen, aber bemannte Raumfahrt stand noch nicht auf der Tagesordnung, obwohl Qian Xuesen darauf drängte. Im Januar 1977 und erneut im März 1978 wandte sich Qian schriftlich an Chen Xin, den Vorsitzenden der Kommission für Wissenschaft, Technik und Nationale Verteidigungsindustrie, die auch für die medizinische Forschung zuständig war und das erste Trainingsprogramm für Astronauten geleitet hatte. In den Schreiben forderte Qian sofortige Anstrengungen, um bis 1985 einen Menschen in den Weltraum zu bringen, aber er wurde offenbar nicht erhört.

Doch alles änderte sich 1983, als der amerikanische Präsident Ronald Reagan unter dem Einfluß des Ökonomen und Präsidentschaftskandidaten Lyndon LaRouche die Strategische Verteidigungsinitiative SDI verkündete, die neue Durchbrüche im Hochtechnologiebereich versprach. Einige führende Wissenschaftler, die am chinesischen Satellitenprogramm beteiligt waren, verstanden, daß dieser amerikanische Vorstoß alles verändern würde, und so wurde auf höchster Ebene in China eine weitreichende Debatte ausgelöst.

Wie einer der Beteiligen, Gong Xiaohua, berichtet hat,2 behaupteten einige chinesische Wissenschaftler, die amerikanischen Pläne für eine Raketenabwehr seien „nicht nur ein Rüstungsprogramm, sondern ein langfristiges politisches Streben zur Sicherung amerikanischer Überlegenheit“. Das war eine ganz klare Unwahrheit, die damals auch von anderen Stellen gezielt gegen LaRouches SDI verbreitet wurde. In Wirklichkeit war es immer die gemeinsame Absicht LaRouches und Reagans gewesen, die SDI-Technologien mit den Sowjets zu teilen und weltweit insbesondere zur Industrialisierung der Entwicklungsländer einzusetzen. Andere chinesische Wissenschaftler meinten hingegen, das eigentliche Ziel der SDI sei, „neue moderne Technologien und die nationale Wirtschaftsentwicklung zu fördern“, was genau LaRouches Idee hinter dem Programm entspricht, solange man darunter die Entwicklung aller Nationen versteht.

Die Debatte unter chinesischen Wissenschaftlern ging weiter. Einige verlangten, daß China seine eigene technologische Entwicklung rasch vorantreibt, während andere meinten, man müsse erst die wirtschaftliche Basis schrittweise ausbauen und dürfe keine neuen technologischen Großprojekte, die Raumfahrt eingeschlossen, beginnen, bis sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Chinas verbessert habe.

Am Ende setzten sich diejenigen durch, die auf ehrgeizige Forschungsprogramme zur Weiterentwicklung der Wirtschaft drängten, und im März 1986 stellten die chinesischen Planer das Forschungs – und Entwicklungsprogramm „Plan 863“ fertig.

Ein zweiter Disput setzte ein, als die Planer ihre Vorschläge Deng Xiaoping unterbreiteten. Sollte die Forschung allein auf militärische Zwecke oder auch auf die zivile Wirtschaft ausgerichtet sein? Deng entschied sich für eine duale technologische Nutzung. Plan 863 sah sieben Bereiche vor, die vorrangig entwickelt werden sollten: Lebenswissenschaften, Informationstechnologie, Energie, Verteidigung, Automation, neue Werkstoffe und Luftfahrt.

Im Februar 1987 wurde ein Sonderausschuß gebildet, der einen detaillierten Plan für den Weltraumsektor ausarbeiten sollte. Im Mittelpunkt stand dabei der Betrieb einer Weltraumstation in einer niedrigen Umlaufbahn, die für langfristige wissenschaftliche Experimente genutzt werden sollte. Damit stand auch die bemannte Raumfahrt wieder auf der Tagesordnung. Zu den Erfolgen der Forschungsprogramme von Plan 863 gehörten 2000 nationale und internationale Patente und die Entstehung eines eigenen chinesischen IT-Sektors, der heute weltweit führend ist.

1997 beschloß China ein neues Forschungsprogramm, Plan 973, und 2013 wurde ein weiterer Nationaler Forschungs – und Entwicklungsplan verkündet, der die Projekte früherer Pläne zu einer umfassenderen Struktur vereinte.

Der erste Chinese im Weltraum

Anfang der 90er Jahre kam es zu dramatischen Veränderungen. Die neue wirtschaftliche Ausrichtung der chinesischen Führung schuf zusammen mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion neue Möglichkeiten für ein beschleunigtes und weitreichendes chinesisches Raumfahrtprogramm.

1992 formulierten chinesische Wissenschaftler ein Entwicklungsprogramm mit dem Ziel, einen Taikonauten in eine Erdumlaufbahn zu schießen. Das sollte kein einmaliger Vorgang sein, um ein Statussymbol zu schaffen oder die chinesische Bevölkerung oder die Welt zu beeindrukken. Vielmehr sollten bemannte Weltraummissionen der erste Schritt sein, um die Menschheit über die Erde zu erheben und eine Raumfahrt-Zivilisation zu schaffen, genauso wie es auch Präsident Kennedy mit dem Apolloprogramm und zuvor die deutschen Raumfahrtpioniere vorhatten.

Gleichzeitig fielen für die Verantwortlichen des Raumfahrtprogramms der früheren Sowjetunion viele Restriktionen weg, so daß es nun leichter war, wissenschaftliche und technische Erkenntnisse mit dem Rest der Welt zu teilen. 1992 entstand in Rußland eine zivile Raumfahrtagentur und damit die Möglichkeit internationaler Zusammenarbeit; so kam es zu dem russisch-amerikanischen Shuttle/Mir-Programm gemeinsamer Orbitalmissionen. Für China öffnete sich eine Zugangstür zu Rußlands herausragender Technologie vor allem im Bereich der bemannten Raumfahrt. Die ersten chinesischen Taikonauten wurden in Rußland ausgebildet, und die Nutzung einiger Technologien der bemannten russischen Sojus-Kapsel trug zur Entwicklung des chinesischen Raumfahrzeugs Shenzhou bei (Abbildung 6).

Abbildung 6. Jede bemannte Shenzhou-Mission war ein weiterer Schritt zur ständigen Präsenz von Menschen im Weltraum. Auf der Shenzhou-7-Mission 2008 (im Bild) fand der erste chinesische „Weltraumspaziergang“ statt. Ohne diese Fähigkeit könnte die geplante Raumstation nicht zusammengebaut werden. Quelle: Wikimedia

Am Morgen des 14. Oktober 2003 hat der 38jährige Militärpilot Yang Liwei als erster Chinese die Erde umrundet. Damit war China nach Rußland und den USA die dritte Nation auf der Welt, die einen Menschen in den Weltraum brachte. 1992 war die Entscheidung für die bemannte Raumfahrt gefallen, und seit 1998 waren 14 chinesische Taikonauten für die Mission ausgebildet worden.

Es soll in China sogar schon 1967, inmitten des amerikanisch-sowjetischen Wettlaufs ins All, Überlegungen über ein bemanntes Raumfahrtprogramm gegeben haben. Es blieb aber bei einem Entwurf, berichtete Aerospace China 2003.

Yangs Mission Jahrzehnte nach Juri Gagarin war keine bloße Kopie dieses welthistorischen ersten Raumflugs. Gemäß dem Prinzip der Chinesen, daß jede Weltraummission auf ihre Art neue Wege beschreiten muß, ähnelte Yangs Shenzhou-5-Kapsel zwar ein wenig der russischen Sojus, aber im Gegensatz zu Gagarins Fahrzeug konnte Yang die Shenzhou manövrieren, d. h. die Umlaufbahn ändern. Das ist für spätere Missionen besonders wichtig, um an andere Raumschiffe andocken zu können.

Zu der Mission gehörte auch ein Orbitalmodul, das nach Yangs Rückkehr zur Erde im All verblieb und Experimente in der Schwerelosigkeit durchführte. Die Shenzhou war im übrigen doppelt so groß wie die ursprüngliche Sojus-Kapsel und sogar größer als die Fahrzeuge, mit denen derzeit Astronauten zur Internationalen Raumstation gebracht werden. Dieser erste Raumflug war auch als Vorbereitung für sehr viel komplexere zukünftige Missionen gedacht.

Viele Raumfahrtexperten in aller Welt erklärten, von Yangs Flug überrascht worden zu sein. Dabei war er schon länger angekündigt worden. Im Jahr 2000 hatte das Amt des Chinesischen Staatsrates ein achtseitiges Weißbuch mit dem Titel „Chinas Raumfahrtaktivitäten“ herausgebracht – erstmals sogar auf Englisch. Der Verfasser war Luan Enjie, der von 1998-2006 die Chinesische Weltraumbehörde geleitet hat.

Darin waren die Ziele für die nächsten 20 Jahre chinesischer Raumfahrt dargestellt, darunter bemannte Raumflüge sowie Vorstudien zur Erforschung des Mondes.

In dem Jahr nach Yangs Mission erläuterten chinesische Raumfahrtexperten die einzelnen Stufen des bemannten chinesischen Raumfahrtprogramms: Missionen mit mehrköpfigen Besatzungen, Raumspaziergänge, Rendezvous und Andokken zweier Raumfahrzeuge, wissenschaftliche Experimente in der Schwerelosigkeit und ein bemanntes Forschungslabor. All das würde auf eine Raumstation zulaufen, die langfristig betrieben würde. Diesem Plan ist China präzise gefolgt.

China hat die Technologien für den Start, die Lebenserhaltung und das gesamte übrige Spektrum für sein bemanntes Raumfahrtprogramm entwickelt. In Shenzhou-Missionen sind bis zu drei Crewmitglieder mitgeflogen, und es hat erfolgreiche manuelle und automatische Andockmanöver an das unbemannte Tiangong-1-Modul gegeben. Taikonauten haben Weltraumspaziergänge absolviert und wissenschaftliche Experimente durchgeführt – alles in Vorbereitung auf den Zusammenbau der und längere Aufenthalte in der zukünftigen Raumstation (Abbildung 7). Um praktisch alle Chinesen und insbesondere die Jugend an diesen nationalen Forschungsvorhaben teilhaben zu lassen, gab Wang Yaping, die zweite chinesische Frau im All, während der Shenzhou-10-Mission 2013 aus dem Orbit eine Physikstunde für 60 Millionen chinesische Schüler.

Abbildung 7. Auf dem Internationalen Astronautischen Kongreß 2012 in Neapel hatten die Autoren Gelegenheit zu einem Gespräch mit der ersten chinesischen Taikonautin, Liu Yang, die im selben Jahr mit der Shenzhou-9-Mission im Weltraum gewesen war. Quelle: Theo Pirard

Am 15. September 2016 startete China das Raumstationsmodul Tiangong-2 (Abbildung 8). Es ist genauso groß wie das erste, aber die Besatzung wird 30 Tage im Orbit bleiben, doppelt so lange wie bei der Tiangong-1-Mission zuvor. Um genügend Vorräte für den längeren Aufenthalt mitführen zu können, flogen in dem Shenzhou-11-Raumschiff, das an dem Modul andocken wird, nur zwei anstatt drei Crewmitglieder mit. Wenn die Shenzhou-11-Besatzung ihre Mission abgeschlossen hat, soll ein neuer, unbemannter Frachttransporter namens Tianzhou – in seiner Funktion ähnlich wie der russische Progress-Raumtransporter – Tests mit Tiangong 2 ausführen, darunter das Auftanken des Moduls im Orbit.

Abbildung 8. Im September 2016 brachte China das Raumstationsmodul Tiangong-2 erfolgreich in den Weltraum. Eine zweiköpfige Besatzung soll in diesem kleinen Labor 30 Tage lang wissenschaftliche Experimente durchführen.

Abbildung 9.

Geplant ist, daß China 2018 die ersten Komponenten seiner Raumstation ins All bringt und diese 2022 voll einsatzfähig ist (Abbildung 9). Auf lange Sicht soll die Station dazu dienen, zukünftige bemannte Weltraummissionen vorzubereiten. Die biomedizinischen Folgen der Schwerelosigkeit und das Strahlungsumfeld im Weltraum, die Langlebigkeit der Raumfahrt-Hardware, die psychologische Wirkung beengter Lebensverhältnisse sowie ferngesteuerte Abläufe werden auf der Raumstation im niedrigen Erdorbit getestet, bevor chinesische Raumfahrer zum Mond aufbrechen.

Abbildung 9. China wird ab 2018 mit dem Zusammenbau seiner Raumstation beginnen. Die beiden großen zylindrischen Module in der Mitte mit ihren großen Sonnensegeln sind in dieser Darstellung die chinesischen Weltraumlabore. An den beiden Stellen, die mit „Expansive modules“ gekennzeichnet sind, befinden sich Andockplätze, die für Forschungsmodule anderer Nationen vorgesehen sind.

Abbildung 10. Der Vater und Chefwissenschaftler des chinesischen Mondprogramms, der in China die Kosmochemie begründete, ist Ouyang Ziyuan. Hier spricht er 2010 vor Studenten, aus deren Reihen er die nächste Generation von Wissenschaftlern rekrutieren will.

 

China hat den 64. Internationalen Astronautischen Kongreß in Beijing im Oktober 2013 dazu benutzt, um offiziell alle anderen Raumfahrtnationen einzuladen, sich an der zukünftigen chinesischen Raumstation zu beteiligen. Der Astronaut Yang Liwei sprach eine Einladung an die ausländischen Raumfahrtagenturen aus, Besatzungsmitglieder für Flüge auf dem Shenzhou-Raumfahrzeug zu der Station auszubilden. Wie der Direktor der Europäischen Raumfahrtagentur ESA berichtete, hat diese bereits Astronauten angewiesen, Chinesisch zu lernen.

Die Station wird aus drei chinesischen Labormodulen bestehen, aber es sind Docking-Anschlüsse vorgesehen, um Labormodule auch von anderen Nationen aufzunehmen.

Tiefer in den Weltraum vorstoßen

Schon ein Jahrzehnt, bevor Chinas bemanntes Raumfahrtprogramm 2003 seinen ersten Erfolg erzielte, hatten chinesische Wissenschaftler ihre Absicht bekundet, den Mond zu erforschen. Der vehementeste Verfechter einer Erkundung des Mondes in China ist Ouyang Ziyuan (Abbildung 10).

Abbildung 10. Der Vater und Chefwissenschaftler des chinesischen Mondprogramms, der in China die Kosmochemie begründete, ist Ouyang Ziyuan. Hier spricht er 2010 vor Studenten, aus deren Reihen er die nächste Generation von Wissenschaftlern rekrutieren will.

In einer 2008 von China Central Television (CCTV) ausgestrahlten Sendung über Ouyangs Leben hieß es, daß sein Interesse am Mond bereits in der Kindheit begann, als er von der Legende der chinesischen Prinzessin Chang‘e und deren Flug zum Mond hörte. Später als Geologe faszinierte ihn der Weltraum wieder, als er die Krater von Meteoriten untersuchte, die aus dem All auf der Erde eingeschlagen sind.

Sein wissenschaftliches Interesse wendete sich dem Mond zu, als China 1978 im Rahmen von Präsident Nixons Initiative „Goodwill Moon Rocks“ als eine von 135 Nationen eine Gesteinsprobe erhielt, welche die Apollo-Astronauten vom Mond zurückgebracht hatten. Die anderthalb Gramm Gestein von dem uns nächsten Himmelskörper wurden von chinesischen Wissenschaftlern untersucht und regten Ouyangs Einbildungskraft an, es tauchten mehr Fragen über den Ursprung des Mondes auf, als man je zuvor gedacht hatte. Ihm ist es zu verdanken, daß in China die Kosmochemie begründet wurde, die weitergehende Untersuchungen des Mondes ermöglichen sollte.

Chinesische Akademie der Wissenschaften

In einem Interview im Jahr 2013 berichtete Ouyang, daß die chinesische Regierung 1992 ein bemanntes Raumfahrtprogramm beschloß und Wissenschaftler ein Jahr später einen Vorschlag für eine erste Mondmission vorlegten. Drei Jahre danach habe die Akademie der Wissenschaften eine Prüfung des Programms zugesagt, und 1998 sei der dreiphasige Monderkundungsplan schließlich von der Akademie genehmigt worden. 2004 habe auch die Regierung der Serie von Chang‘e-Missionen zugestimmt und Ouyang als Chefwissenschaftler eingesetzt.

In den zehn Jahren, in denen das Monderkundungsprojekt geprüft wurde, wurde Ouyang nicht müde, die Öffentlichkeit über die Perspektiven der Raumfahrt zu unterrichten und so auf eine positive Entscheidung der Regierung hinzuwirken. Er begann im ganzen Land eine Vortragsreihe über den Mond, die er bis heute fortführt. Er konzentrierte sich dabei vor allem auf Bildungseinrichtungen, um von dort die nächste Generation von Wissenschaftlern und Ingenieuren zu rekrutieren. Er sieht es in der Verantwortung eines jeden Wissenschaftlers, in der Bevölkerung Kenntnisse und Begeisterung für die Wissenschaft hervorzurufen.

Bereits 2006, lange vor der ersten Chang‘e-Mission zum Mond, hatte Ouyang von der Bedeutung der lunaren Ressourcen gesprochen, wobei er sich vor allem vorstellte, das auf der Erde seltene Isotop Helium-3 als Brennstoff für die Kernfusion zu benutzen. „Derzeit ist die Technologie der Kernfusion noch nicht ausgereift“, sagte er, „aber sobald sie kommerziell betrieben wird, wird die Brennstoffzufuhr ein Problem… Jedes Jahr könnte man mit drei Raumfähren genug Treibstoff [vom Mond auf die Erde] holen, um alle Menschen auf der Welt mit Energie zu versorgen.“ In Chinas dreiphasigem Mondprogramm ist als „dritte Zielsetzung“ vorgesehen, unser Wissen über die Helium-3-Reserven zu verbessern.

Anfang 2003 äußerte Ouyang die Hoffnung, daß China seinen ersten Erkundungsflug zum Mond 2010 vollenden werde. Im Anschluß daran solle eine Basis auf dem Mond eingerichtet werden. Einige Monate später ergänzte er, das erste Projekt in einer Serie unbemannter Mondmissionen werde ein Satellit sein, der den Mond umkreisen soll. Der Name sei Chang‘e, nach einer legendären chinesischen Prinzessin, die einst mit ihrem Jadehasen Yutu zum Mond geflogen sein soll (Abbildung 11).

Abbildung 11. Die Frucht von Ouyangs jahrzehntelanger Planung von Mondmissionen ist die Serie von Chang‘e-Missionen zum Mond. Im Bild ist hier der Chang‘e-3-Rover Yutu (Jadehase), der Ende 2013 auf dem Mond landete. Mit ihm gelangen die ersten Radaruntersuchungen des Mondbodens.

In der zweiten Phase sollte China ein Landefahrzeug mit einem ferngesteuerten Rover auf dem Mond absetzen – was ebenfalls inzwischen geschehen ist. In der dritten Phase soll ein Raumfahrzeug auf dem Mond landen, Bodenproben einsammeln und diese zur Erde zurückbringen. Diese Mission ist jetzt für 2017 vorgesehen.

Dem nächsten Nachbarn unserer Erde komme wahrscheinlich eine Schlüsselrolle für die zukünftige Existenz und Entwicklung der Menschheit zu, sagte Ouyang. Die Erforschung des Mondes sollte eine internationale Zusammenarbeit sein.

Der Direktor der Chinesischen Raumfahrtagentur, Luan Enjie, hatte 2003 auf einer Luft – und Raumfahrtkonferenz erklärt: „Der Mond enthält verschiedene besondere Ressourcen, die die Menschheit erschließen und nutzen sollte, insbesondere Helium-3. Dieses ist ein sauberer, sicherer und preiswerter Kernfusionsbrennstoff, den die Menschheit langfristig nutzen kann und der die Struktur der Energiequellen der menschlichen Gesellschaft verändern wird.“ In der Pressemitteilung der Nachrichtenagentur Xinhua über Luans Aussagen hieß es weiter: „Auf dem Mond befinden sich zwischen 300.000 und 500.000 t Helium-3. In Fusionsreaktoren auf der Erde könnte damit Strom für 7000 Jahre erzeugt werden.“ Der Abbau von Helium-3 ist für China eines der wichtigsten Ziele bei der Erforschung des Mondes (Abbildung 12). 2006 war China Gastgeber der 8. Konferenz der angesehenen International Lunar Exploration Working Group (ILEWG), zu der die führenden Mondforscher und Missionsplaner aus der ganzen Welt zusammenkommen. In der auf der Tagung verabschiedeten Erklärung von Beijing verpflichteten sich alle Raumfahrtnationen dazu, die Durchführung und wissenschaftlichen Ergebnisse der vielfältigen Mondmissionen, die neben China von den Vereinigten Staaten, Rußland, Europa, Indien und Japan geplant sind, miteinander zu koordinieren.

Abbildung 12. China will auf dem Mond nicht nur wissenschaftliche Experimente ausführen, um einige der dringendsten Fragen über unseren Erdtrabanten zu beantworten, sondern auch Ressourcen wie Helium-3 abbauen, das auf der Erde als idealer Brennstoff für die Kernfusion dienen kann. Quelle: University of Wisconsin, Fusion Technology Center

China hat sich eng an die Abfolge von Mondmissionen gehalten, die in dem ursprünglichen Plan vorgesehen war. Chang‘e-1, 2007 gestartet, erkundete den Mond aus einer lunaren Umlaufbahn. Mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten wurden die Mineralien auf der Mondoberfläche analysiert. Die Chang‘e-2-Mission 2010 nahm eine noch detailliertere Kartierung vor und wurde nach Abschluß der Arbeiten zu weiteren Aufgaben weiter weg in den Weltraum geschickt.

Die Chang‘e-3-Mission 2013 begeisterte die ganze Welt, als aus dem Landegerät der Yutu-Rover (Jadehase) auf den Mondboden rollte – seit den 1970er Jahren das erste Fahrzeug, das sich auf dem Mond bewegte. Yutus Fahrtüchtigkeit hielt zwar nur etwa einen Monat und überstand nicht die 14tägige Mondnacht, aber sein Bodenradar und Teleskop sendeten über das Landegerät und den Orbiter weiter wissenschaftliche Daten zur Erde.

In Bemerkungen zur Bedeutung des chinesischen Mondprogramms lobte Lyndon LaRouche im Januar 2014 die Chang‘e3-Landung als „ein brillantes Unternehmen“. Ähnlich wie die chinesischen Wissenschaftler betonte LaRouche: „Auf dem Mond hat sich ein Rohstoff abgelagert, der Teil der Kernfusionsstrahlung [von der Sonne] ist, nämlich Helium-3… Das hat sich auf dem Mond angereichert und ist heute der vielversprechendste Faktor in der Zukunftsplanung für das menschliche Leben.“ Und LaRouche weiter: „Wenn wir die auf dem Mond angesammelten Produkte der Kernfusion [von der Sonne] auf die Erde bringen, sind wir keine Erdlinge mehr.“

Diese Formulierung erinnert an den Raumfahrtvisionär Krafft Ehricke, dessen umfangreiche Pläne für die industrielle Erschließung des Mondes – des „siebten Kontinents“ der Erde – auf dem Prinzip des „extraterrestrischen Imperativs“ für die Menschheit beruhten.

Der Erfolg der Chang‘e-3-Mission gab den chinesischen Raumfahrtplanern so viel Selbstvertrauen, daß sie gleich zum nächsten Schritt übergingen und dem Reservefahrzeug Chang‘e-4, das bei einem Mißerfolg die Mondlande-Rovermission wiederholen sollte, eine neue Aufgabe zuwiesen. Die neue Mission vom November 2014 erhielt die Bezeichnung Chang‘e-5T, um anzuzeigen, daß sie eine Testmission für die zukünftige Mission 5 war, die Mondbodenproben zur Erde holen soll. Chang‘e-5T umrundete erfolgreich den Mond und führte einen Probelauf für diese zukünftige Probengewinnung aus (Abbildung 13). Die Attrappe des Rückkehrmoduls durchquerte unbeschadet die Erdatmosphäre und wurde in einer praktischen Übung zur Übergabe von Gesteinsproben an die Wissenschaftler geborgen. Die eigentliche Chang‘e-5-Mission ist jetzt für 2017 vorgesehen.

Abbildung 13. Mit der Chang‘e-5T-Mission vom November 2014 wurden Technologien getestet, die für die Chang‘e-5-Mission im kommenden Jahr wichtig sind, um Mondbodenproben auf die Erde zurückzubringen. Dabei entstand dieses großartige Foto von der Erde und der Rückseite des Mondes.

Nach dem Erfolg von Chang‘e-5T sagte der Mondforscher Paul Spudis gegenüber Space.com als Antwort auf die häufigen Beschwerden selbsternannter amerikanischer Raumfahrtexperten: „China hat jetzt positive praktische Erfahrungen mit allen Elementen einer bemannten Mondmission… Und für die Schwachköpfe, die nun vielleicht kommentieren, die [Chinesen] täten ja nur, was wir [Amerikaner] schon getan haben, möchte ich einfach feststellen, daß in der NASA, wie sie es heute gibt, niemand so etwas geschafft hat.“

Mondproben zur Erde zurückzuholen, ist eine große Herausforderung; dazu gehört die Landung eines Raumfahrzeugs, die Sammlung von Bodenproben, deren Verwahrung in einer hermetisch verschlossenen Kapsel, das Abheben der Kapsel vom Mond und die Ankopplung an ein Raumfahrzeug im Mondorbit, das dann zur Erde zurückkehrt und die Kapsel mit den Proben durch die Atmosphäre bringt.

Weitere, noch schwierigere Mondmissionen sind in Planung.

Neue Welten erobern

Für 2018 plant China einen weiteren kühnen Schritt zur Erforschung des Mondes, der auf Grundlage des bisherigen Erfolges in das ursprüngliche Mondprogramm aufgenommen wurde. Chang’e-4 wird auf der Rückseite, d. h. der erdabgewandten Seite des Mondes landen, was bisher noch niemand fertiggebracht hat. Aus Bildern, die von Raumsonden aufgenommen wurden, weiß man, daß die Rückseite des Mondes sich stark von der erdzugewandten Seite unterscheidet.

Ohne direkte Sichtverbindung zur Erde muß das Landefahrzeug mit der Einsatzleitung über eine Raumsonde kommunizieren, die als Relaisstation dient. Der Relaissatellit soll zu dem gravitativ recht stabilen Lagrangepunkt 2 in 1,5 Mio. km Entfernung von der Erde geschickt werden, wo er stets eine Sichtverbindung zum Landefahrzeug und zur Erde hat.

Bereits aus den ersten unscharfen Bildern von der Rückseite des Mondes, die eine russische Raumsonde Ende der 50er Jahre zur Erde funkte, war erkennbar, daß die Mondhälfte, die nie der Erde zugekehrt ist, eine andere Geschichte, Topographie und wahrscheinlich auch eine andere Geologie und Geochemie aufweist als die erdzugewandte Hälfte. Weil sie von vielen Erdeffekten abgeschirmt ist, wird erwartet, daß man dort einen ursprünglicheren Zustand des frühen Sonnensystems vorfindet.

Aus hochaufgelösten Bildern, die kürzlich vom Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA aufgenommen wurden, geht hervor, daß auf der Rückseite des Mondes weniger vulkanische Aktivität herrscht als auf der Vorderseite (Abbildung 14). Dort gibt es eine größere Dichte von Einschlagskratern, einschließlich des tiefsten am Südpol des Mondes. Doch zusätzlich zu dem, was wir über Ursprung, Geschichte und Evolution des Mondes und über die frühe Erde und das Sonnensystem lernen werden, bietet sich von der Rückseite des Mondes aus eine einzigartige Möglichkeit, das Universum zu beobachten, wie man sie weder auf der Erde noch im Erdorbit findet.

Abbildung 14. Kein Raumfahrzeug ist je auf der von der Erde nicht sichtbaren Rückseite des Mondes gelandet. Auf diesem Foto des Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA ist der Unterschied zur Mondvorderseite leicht erkennbar: Sie ist von Kratern überzogen und es fehlen die bekannten dunklen Bereiche (Maria), die aus Basalt bestehen. Die Mondrückseite könnte Rückschlüsse auf die frühe Evolution der Erde und des Sonnensystems zulassen. Mit Radioteleskopen auf der elektromagnetisch leisen Mondrückseite ließe sich zudem ein neues Fenster ins Universum öffnen.

Die Rückseite des Mondes ist abgeschirmt von der gewaltigen Menge von Radiosignalen (Rauschen), die von unserer elektromagnetisch aktiven Erdzivilisation abgestrahlt werden. Galaxien senden Radiowellen am unteren Ende des elektromagnetischen Spektrums aus, die man mit Radioteleskopen auf der erdabgewandten Seite des Mondes zum erstenmal auffangen könnte. Radioastronomische Untersuchungen der Sonne und anderer Regionen unseres Sonnensystems werden ebenfalls aussagekräftiger, wenn man einen erweiterten Frequenzbereich zur Verfügung hat.

Neben einer Landung auf der Rückseite des Mondes haben Wissenschaftler jüngst eine noch ehrgeizigere zukünftige Mondmission vorgeschlagen, nämlich vom Mond aus die Erde zu studieren. Eine Gruppe führender chinesischer Wissenschaftler untersucht die Möglichkeit, auf dem Mond eine bemannte Radarstation zu errichten, wie die South China Morning Post am 21. August 2016 berichtete. Nach Darstellung der Nationalen Wissenschaftsstiftung Chinas wurde das Projekt Anfang des Jahres mit einem Startkapital von 2,6 Mio.$ in Gang gesetzt, und im August traf sich die Gruppe zu einer zweitägigen „Brainstorming-Sitzung“.

Den Wissenschaftlern ist klar, daß ein solches Projekt sehr umfangreich und herausfordernd ist. Die Radarstation auf dem Mond würde Strahlung hoher Intensität aussenden, die auf die Erde trifft, und die von der Mondstation empfangenen zurückgestrahlten Signale könnten wichtige Daten über extreme Wetterbedingungen, globale Erdbebenaktivitäten, die Polareiskappen und andere Veränderungen liefern. Eine Mondstation hätte gegenüber einer Kombination von Beobachtungssatelliten in einer Erdumlaufbahn mehrere Vorteile, wie der Teamleiter Prof. Guo Huadong erklärte. Man hätte eine breitere Sicht auf die Erde als von der bestimmten Stelle eines Satelliten, und der Mond ist eine stabile Plattform mit „unbegrenzter Haltbarkeit“, weil Menschen sie besuchen, warten und reparieren können.

Um so intensive Radarstrahlen zu erzeugen, die die Erde erreichen, braucht die Station erhebliche Energiemengen; das ist eine der großen Herausforderungen, wie Guo in einem Papier zur Vorstellung des Projekts vor drei Jahren schrieb. Ein Grund, warum die Station bemannt sein sollte, ist, daß dieses Radar soviel von der Erde zur Mondstation zurückreflektierte Daten empfangen würde, daß es die heute verfügbare Bandbreitenkapazität der Langstreckenkommunikation überfordern würde. Astronauten vor Ort könnten die Informationen bearbeiten, bevor sie zur Erde weitergeleitet werden. Auf einem Treffen der Projektgruppe im April sagte Chai Yucheng von der Nationalen Wissenschaftsstiftung, die Regierung erwarte bis 2020, wenn das Team seinen Abschlußbericht vorlegt, einen „wichtigen Durchbruch“ für den Vorschlag.

Ein breiter Bereich von Weltraumaktivitäten, der bis vor kurzem wenig gefördert wurde, ist der Einsatz von Wissenschaftssatelliten für Studien in der Astronomie, Astrophysik, Kosmologie und anderen Forschungsbereichen. 2011 hat die chinesische Führung erstmals eine mehrjährige Raumforschungsinitiative genehmigt, die unter dem 12. Fünfjahresplan bis Ende 2016 umgesetzt werden soll. Das Strategic Pioneer Research Program on Space Science (Strategisches Pionier-Forschungsprogramm in der Raumfahrtwissenschaft) besteht aus der Entwicklung und Durchführung von bis zu fünf Weltraummissionen über fünf Jahre.

Als sich China Anfang November 2015 auf den Start des ersten dieser Serie von Satelliten vorbereitete, sagte der Direktor des Nationalen Raumfahrtzentrums in der Akademie der Wissenschaften, Wi Ji: „China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und ein wichtiger Akteur im Weltraum. Wir sollten nicht nur Nutzer von Weltraumwissen, sondern auch Erschaffer von Weltraumwissen sein.“ Und Wu weiter: „China sollte in der Weltraumforschung nicht nur anderen folgen; es sollte sich herausfordernde Ziele setzen, die noch nie von anderen erreicht wurden, wie zum Beispiel die Mondsonde Chang‘e-4 zur Rückseite des Mondes zu schicken.“

Chinas erstes Weltraumobservatorium und der erste Forschungssatellit in der Serie, der Dark Matter Particle Explorer (DAMPE), wurden im Dezember 2015 gestartet und werden Richtung, Energie und elektrische Ladung hochenergetischer Teilchen beobachten, wie Chefwissenschaftler Chang Jin erklärte. Nach der Beschreibung erfaßt das Gerät das breiteste Spektrum höchster Energieauflösung von allen Sonden zur Erforschung der Schwarzen Materie. DAMPE soll drei Jahre lang Messungen vornehmen und auch den Ursprung kosmischer Strahlen untersuchen und hochenergetische Gammastrahlen beobachten.

Die zweite in der Serie von Forschungssonden war Shijian-10, die im April 2016 gestartet wurde. Ihre Kapsel, die 20 wissenschaftliche Experimente zur Untersuchung von Effekten der Schwerelosigkeit enthielt, wurde zur Erde zurückgeholt.

Der bahnbrechende Quantum Science Satellite, der dritte in der Serie, wurde am 16. August 2016 gestartet, um eine experimentelle Quanten-Datenübertragungstechnik zu testen. Der Start des Hard X-Ray Modulation Telescope, eines weltraumgestützten Röntgenteleskops für astronomische Beobachtungen, soll Ende 2016 erfolgen.

Abbildung 15. 2020 will China mit seiner ersten Marsmission noch weiter in den Weltraum vordringen. Dieses Modell eines Landefahrzeugs wurde vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Mission sollen von Anfang an ein Orbiter, eine Landefahrzeug und ein Rover zum Einsatz kommen.

Abbildung 16. Der Film „Der Marsianer“ hat in China große Begeisterung ausgelöst, da er auf optimistische Art darstellt, wie der Mensch große Herausforderungen meistert. Gleichzeitig ist er ein Aufruf zu internationaler Zusammenarbeit, denn der gestrandete amerikanische Astronaut wird von einem chinesischen Raumschiff gerettet.

Neben all diesen Aktivitäten im erdnahen Weltraum hat China jüngst auch seine erste Robotermission zum Mars beschlossen. Mitte August präsentierten chinesische Weltraumverantwortliche neue künstlerische Darstellungen, ein Modell und weitere Details von der Marsmission, die 2020 beginnen soll (Abbildung 15). Auf einer Pressekonferenz in Beijing beschrieb der Chefarchitekt der Mission, Zhang Rongqiao, das Unternehmen als „komplex und ehrgeizig“, eine Beschreibung, die tatsächlich auf alle chinesischen Weltraummissionen zutrifft. Es ist Chinas erster Flug zum Mars, und anstatt dem Vorgehen anderer Länder zu folgen, die eine Abfolge immer komplexerer Marsprojekte ausgehend von einer Orbitalsonde durchführten, plant China gleich in der ersten Mission, eine Orbitalsonde, ein Landefahrzeug und einen Rover loszuschicken.

Abbildung 15. 2020 will China mit seiner ersten Marsmission noch weiter in den Weltraum vordringen. Dieses Modell eines Landefahrzeugs wurde vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Mission sollen von Anfang an ein Orbiter, eine Landefahrzeug und ein Rover zum Einsatz kommen.

Zweck und wissenschaftliches Ziel der Mission sind breit angelegt. Mit Hilfe einer Vielzahl von Instrumenten sollen Topographie, Boden, Atmosphäre und das Wassereis des Mars untersucht werden. Der Rover verfügt über ein bodendurchdringendes Radar, ähnlich dem des Mondrovers Yutu, und wird die innere Struktur des Planeten untersuchen. Der für die Mondmission verantwortliche Wissenschaftler Ye Peijan berichtete, daß der Marsrover vom gleichen Team entwickelt wird, das bereits für die Chang’e-4-Mission mit Mondlandefahrzeug und Yutu-Rover verantwortlich war. Zhang fügte hinzu, daß diese ehrgeizige Mission auch ein Härtetest für die Technologie sein wird, die für eine etwa 2030 geplante Mission zur Rückholung von Marsgestein erforderlich ist.

Für das günstige Zeitfenster zum Mars 2020 bereiten auch die Vereinigten Staaten und Rußland (für die ESA) Missionen vor. Japan wird eine kleine Sonde für die Vereinigten Arabischen Emirate losschicken. Die NASA- und ESA-Missionen, die sich jetzt in Entwicklung befinden, sollen Bodenproben auf dem Mars sammeln, als Vorbereitung darauf, in Zukunft Marsgestein auf die Erde zurückzubringen. Da China das gleiche Ziel hat, bietet sich ein solches Projekt für internationale Zusammenarbeit geradezu an.

Der Film „Der Marsianer“ hat in China große Begeisterung ausgelöst, da er auf optimistische Art darstellt, wie der Mensch große Herausforderungen meistert. Gleichzeitig ist er ein Aufruf zu interna- tionaler Zusammenarbeit, denn der gestrandete amerikanische Astronaut wird von einem chinesischen Raumschiff gerettet.

Chinas Ziele bei der Erforschung des Weltraums sind nicht kleiner und grundsätzlich nicht anders als die anderer Nationen. Das besondere an Chinas Weltraumanstrengungen ist die Perspektive, mit der die politische und auch die wissenschaftliche Führung des Landes an sie herangeht. Die Weltraumprogramme in China sind ein maßgeblicher Faktor für einen Vorstoß mehrere Jahrzehnte in die Zukunft, wobei das Tempo der wissenschaftlichen und technischen Fortschritte maßgeblich ist.

Während in vielen Teilen der Welt die Weltraumforschung im Zuge der Weltfinanzkrise und des dadurch bedingten sozialen Chaos stagniert, weist China den Weg nach vorn, hin zu „neuen Welten“ im Universum. Die chinesischen Anstrengungen haben bereits überall auf der Welt eine neue Begeisterung für die bemannte Raumfahrt ausgelöst. Die Welt wartet darauf, daß auch die Vereinigten Staaten, das erste Land, das einen Menschen auf den Mond gebracht hat, endlich begreifen, wie wichtig eine Zusammenarbeit mit China und anderen Nationen dafür ist, den Bereich menschlicher Aktivität auf unsere gemeinsame Heimat, die Galaxis, auszudehnen.

Fußnote(n)
  1. Siehe Marsha Freeman, „A 1946 Proposal for a Chinese Rocket Program“ in History of Rocketry and Astronautics, 2015, Univelt, für die American Astronautical Society.[]
  2. „The Inside Story of China’s Space Policy Making“, 2005, S. 263, (auf chinesisch); zitiert in, „A Place for One Man’s Mat: China’s Space Program“, 1956-2003, von Gregory Kulacki und Jeffrey G. Lewis, 2009, American Academy of Arts & Sciences. []

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