Leibniz oder Gore: Eine Welt für die Menschen oder für die Oligarchie

Seit der Zeit von Moses wurde immer wieder versucht, durch gezielte Bevölkerungskontrolle oder auch durch gezielten Völkermord die Herrschaft der jeweils Herrschenden zu sichern. Der einzige Unterschied zwischen damals und heute ist, daß man damals bemüht war, die Ausschaltung bestimmter Menschengruppen im Verborgenen zu vollziehen, wohingegen heute einige davon träumen, daß sich die Betroffenen selbst aus dem Weg räumen.

So befahl der Pharao des alten Ägypten aus Angst vor der wachsenden israelitischen Bevölkerung und dem damit verbundenen Risiko von Revolten den israelitischen Hebammen seines Landes, jeden gesunden Jungen, der geboren wurde, zu töten. Als dies jedoch durch göttlichen Ratschluß vereitelt wurde, befahl der Pharao den Ägyptern, jeden neugeborenen Jungen zu töten, und nur durch das geschickte Handeln seiner Mutter, indem sie dafür sorgte, daß er der Sohn der Pharaonentochter wurde, legte sie die Grundlage für Moses Wirken und damit implizit auch für die Entstehung des Judentums, Christentums und des Islam mit all ihren Entdeckungen. So ist dies wohl das erste bekannte Beispiel in der Geschichte, daß durch das gerechte Handeln eines einzelnen und dessen Kraft, andere zu inspirieren, die Welt zum Besseren verändert wurde. Damit war bewiesen, daß kein Tyrann der Welt den souveränen schöpferischen Kräften des menschlichen Individuums gewachsen sein würde.

Später, zur Zeit des anderen großen Moses, Moses Mendelssohn, war dies schon anders. Die Herrscher seiner Zeit hatten zwar gleichermaßen Angst vor einer wachsenden Bevölkerung, aber nicht aufgrund der Gefahr einer Revolte. Sie fürchteten sich vielmehr vor grundlegenden Veränderungen im Denken der Menschen. Das 18. Jahrhundert, in dem Mendelssohn lebte, war das Jahrhundert der Amerikanischen Revolution, als deren Ergebnis die einzige unmittelbar am Gemeinwohl orientierte Staatsverfassung entstand, und ebenfalls die Zeit der deutschen Klassik, die nach der griechischen Klassik und der italienischen Renaissance die wohl größte kulturelle Blütezeit der Menschheit darstellte. Das Wirken Mendelssohns und Lessings hatte am Entstehen der deutschen Klassik entscheidenden Anteil.

Damals richteten sich die Übergriffe der Herrscherkaste nicht in erster Linie gegen die Bevölkerung selbst, sondern gegen die Idee, die sich die Bevölkerung von der Natur des Menschen machte.

Ein Beispiel für dieses oligarchische Vorgehen liefert uns Voltaires Stück Candide, in welchem Leibnizens Idee der „besten aller möglichen Welten“ auf einen banalen Zusammenhang von Geschehnissen reduziert wird. Denn es war damals gerade Leibnizens Idee von der „besten aller möglichen Welten“, der das Potential zu grundlegenden Fortschritten für die Menschheit innewohnte. So gab Leibniz dadurch den Anstoß, die Entwicklung der Dampfmaschine voranzutreiben und das Konzept der Glückseligkeit zu entwickeln, welches später in die Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung aufgenommen wurde. Dieses Leibnizsche Denken ging davon aus, daß eine technologische und daraus folgende wirtschaftliche Entwicklung unausweichlich ist, wenn wir wollen, daß dem Menschen Gerechtigkeit widerfährt. Und genau dieses Denken fürchteten die Herrschenden von damals, denn mit diesem Menschenbild als Grundstein politischer Entscheidungen wäre kein System mehr vorstellbar, das nicht am Gemeinwohl orientiert ist.

Nachdem dies für Moses Mendelssohn, Gotthold Ephrahim Lessing, später Friedrich Schiller u. a. klar wurde, stand auch fest, daß politische Veränderungen nur durch die Veredelung des Individuums stattfinden könnten, d. h. die Menschen müssen wieder selbstständig zu denken und zu handeln anfangen und sich weder von außen, durch andere Menschen, noch von innen durch übertriebene emotionale oder pervertierte rationale Eingebungen leiten lassen. Mit anderen Worten, der Mensch soll als Mensch frei sein, nur gebunden an die Grenzen, die ihm von der Schöpfung auferlegt sind, denn dies ist der natürliche Zustand des Menschen.

Keine Angst vor Fortschritt!

Genau darum dreht es sich auch heute – in einer Zeit, wo Angst und Wahnsinn die bestimmenden Prinzipien der Gesellschaft sind, eine Zeit, in der durch Angstmache vor Technologien wie der Kernkraft ganze Länder in Schach gehalten werden sollen, um die Macht weniger zu sichern. Es werden Teile der Erde, wie Afrika, gar nicht erst entwickelt, oder Länder wie Deutschland werden unter dem Vorwand der „ökologischen Zukunftssicherung“ in den Ruin getrieben. Dieser Wahnsinn konnte nur Einzug in eine Gesellschaft halten, die nicht mehr an Wissenschaft und Kunst orientiert ist, und genau dies war ja bekanntlich das Paradigma der 68er Generation. Hier liegt auch der Grund, warum Gestalten wie Al Gore auftauchen konnten, dessen Argumentation in puncto Klimawandel völlig unwissenschaftlich ist; denn das ist genau seine Methode, denn er weiß, daß die Bevölkerung nicht mehr nachprüft, was er sagt, und sich emotional von ihm einwickeln läßt. Was soll damit erreicht werden? Ganz einfach, es hilft Herrn Gore und der heute herrschenden Finanzoligarchie, das völlig bankrotte Finanzsystem noch etwas länger am Leben zu erhalten. Denn durch die Schaffung einer neuen Finanzblase im Umweltsektor läßt sich wieder neues Geld ins System pumpen, und nebenbei kann man über den CO2-Zertifikatehandel auch einen ganzen Batzen Geld für sich selbst abzweigen, wie es Al Gore persönlich vorexerziert. Gleichzeitig erleben wir, wie ganze Nationen solchen Umweltlügen aufsitzen und noch dabei zusehen, wie ihre Kinder mit der Lüge vom menschengemachten Klimawandel in einen aussichtslosen Zukunftspessimismus hineingezwungen werden. Deshalb wird es Zeit, daß wir wieder anfangen, bloße Meinungen zu hinterfragen; wir müssen wieder Behauptungen prüfen wollen, denn nur so können wir eine Zukunft schaffen, die für alle lebenswert ist. Wo würde denn eine Gesellschaft enden, die sich nur nach Aussagen richtet, die dem jeweiligen verordneten Zeitgeist entsprechen? Eine solche Gesellschaft wäre sehr einfach kontrollierbar, da sie davon abhängig ist, das zu glauben, was die anerkannten Experten sagen, unabhängig davon, ob es wahr oder falsch ist. Davon profitieren heute nur so fragwürdige Charaktere wie Dick Cheney, Al Gore u. a. – die Pharaonen unserer Zeit.

Aus diesem Grund wollen wir in dieser Ausgabe von FUSION auf die historischen Wurzeln der grünen Bewegung eingehen, und zwar mit einem Artikel, der bereits in den 80er Jahren erschienen ist. Damit läßt sich am besten aufzeigen, daß für jeden, der es sehen wollte, von Anfang an klar war, aus welchem Zweck die grüne Bewegung aufgebaut wurde.

Doch dabei wollen wir es nicht belassen. Wir wollen den Menschen auch Lösungen an die Hand geben, an deren Umsetzung sie sich aktiv beteiligen können. Die entscheidende Frage ist das Wie. Deswegen haben wir nicht nur einen Artikel über das indische Konzept eines neuen Thorium-Reaktors in diesem Heft, sondern ebenfalls Lyndon LaRouches Aufsatz über „Die neue Politik“. Dieser Aufsatz enthält die Strategie, die es uns ermöglichen wird, Nationen zu schaffen, die wirklich von Menschen für die Menschen und mit den Menschen regiert werden.

So könnte jetzt der Moment erzeugt werden, auf den in 200 Jahren die Menschen zurückblicken und sagen, es war dieser Moment, an dem sich die Menschheit zusammenschloß und ihre Kinderkrankheiten zu überwinden anfing. Krankheiten wie Hungersnöte, Armut und Kriege sind keine technischen Fragen, sondern Fragen des Menschenbildes. Lassen sie uns deswegen anfangen, eine gesunde Neugier und wissenschaftliche Begeisterung wiederzubeleben, um die Kräfte zu mobilisieren, die nötig sind, um die Welt wiederaufzubauen.

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