Warum das Universum mehr Menschen braucht

Megan Dobrodt ist die Präsidentin des amerikanischen Schiller-Instituts. Sie arbeitete direkt mit Lyndon LaRouche an wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Forschungsprojekten. Dies ist eine leicht bearbeitete Abschrift ihres Vortrags auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 26. und 27. Juni 2021 „Für das Gemeinwohl aller, statt dem Nutzen Weniger!“ Sie leitete mit ihrer Rede das Wissenschaftspanel „Die echte Wissenschaft hinter dem Klimawandel: Warum die Welt weitere sieben Terawatt Energie braucht“ ein. Die Zwischenüberschriften wurden hinzugefügt.


Daß die Welt, das Universum, mehr Menschen braucht, um weiter existieren zu können, ist eine Idee, die ich zum ersten Mal von Lyndon LaRouche gehört habe. Das ist keine bloße Meinung, sondern eine Schlußfolgerung, die sich aus dem strengen wissenschaftlichen Studium der Geschichte unseres Planeten und der Wissenschaft der physischen Ökonomie ergibt.

Es ist richtig, daß nicht jeder dieser Meinung ist. Vielleicht haben Sie die folgenden Äußerungen schon einmal gehört:

„Das menschliche Bevölkerungswachstum ist wahrscheinlich die einzige ernsthafte langfristige Bedrohung für unser Überleben. Wir stehen vor einer großen Katastrophe, wenn es nicht eingedämmt wird … Wir haben keine andere Wahl.“ (Prinz Philip, 1981)

„Zu viele Autos, zu viele Fabriken, zu viel Waschmittel, zu viele Pestizide, sich vervielfachende Kondensstreifen, unzureichende Kläranlagen, zu wenig Wasser, zu viel Kohlendioxid – all das läßt sich leicht auf zu viele Menschen zurückführen.“ (Paul Ehrlich, 1968)

„Wir sind eine Plage für die Erde. Das wird sich in den nächsten 50 Jahren oder so rächen. Entweder wir begrenzen unser Bevölkerungswachstum, oder die Natur wird es für uns tun.“ (Sir David Attenborough, 2013)

Megan Dobrodt. Quelle: sinycchorus.com

Die gute Nachricht ist, daß die Geschichte unseres Universums und der Biosphäre selbst das Gegenteil dieser Auffassungen zeigt: Es gibt keinen Stillstand, den der Mensch unterbricht. Es gibt keine „Erde im Gleichgewicht“. Vielmehr beobachten wir einen natürlichen Prozeß antientropischer Veränderung, einer sich intensivierenden Transformation der natürlichen Welt, der die Bedingungen für das Auftreten von kognitivem Leben geschaffen hat und tatsächlich mehr Menschen für seinen Fortbestand verlangt.

Um das zu verstehen, beschäftigen wir uns kurz mit der Arbeit von Wladimir Wernadskij und dann von Lyndon LaRouche.

Betrachten wir zunächst die irrtümlichen Auffassungen der meisten Menschen über die „Natur“ oder die „natürliche Welt“, die angeblich dem menschlichen Tun entgegengesetzt ist. Immer wieder wird heute behauptet, wir zerstörten die Artenvielfalt und wir würden andere Lebewesen 1000mal schneller vernichten, als es „natürlicherweise“ geschehe.

Wernadskij: Die unaufhörliche Bewegung von Materie im Universum

Wladimir Wernadskij im Jahre 1934.

Mit Hilfe der Entdeckungen von Wernadskij läßt sich diese Ansicht leicht korrigieren, beginnend mit der Vorstellung, was ein Lebewesen überhaupt ist. Es gibt kein Lebewesen außerhalb der Biosphäre, d. h. außerhalb der materiellen und energetischen Umgebung, in der es lebt. Nimmt man ein Lebewesen aus der Biosphäre heraus, so stirbt es. Dieser Zusammenhang zeigt sich darin, daß der augenblickliche Körper eines Lebewesens, vom kleinsten Mikroorganismus bis zu den größten Pflanzen und Tieren, nicht aus demselben Material besteht wie im letzten Jahr, im letzten Monat oder sogar gestern. Ein Lebewesen durchläuft einen unaufhörlichen Prozeß der Veränderung – er tauscht durch seine Ernährung und Atmung Material mit der umgebenden Biosphäre aus. Auch wir selbst: In einem Jahr werden etwa 98 % der Atome in unserem Körper durch neue ersetzt sein, in fünf Jahren sogar 100 %.

Dies veranlaßte den Naturforscher Georges Cuvier zu der Aussage, ein lebender Organismus sei ein „unaufhörlicher Strom“, ein Strudel von Atomen, die von außen kommen und dorthin zurückkehren.

Aus dieser Sichtweise ergibt sich ein neues Konzept von Lebewesen – nicht als Ansammlung von Dingen oder Objekten mit Fell, Füßen, Flossen oder Flügeln, sondern als etwas, das einem lebenden Mineral ähnelt. Nimmt man die Gesamtheit aller Individuen einer bestimmten Spezies auf dem ganzen Planeten, so läßt sich diese Spezies, wie Wernadskij herausfand, durch eine mittlere Masse charakterisieren, und, was noch interessanter ist, durch eine sehr genaue Verteilung der chemischen Elemente und Isotope, aus denen ihr Körper besteht, die für dieses Lebenwesen besonders ist, wie ein chemischer Fingerabdruck oder eine Signatur.

Solange diese „lebenden Mineralien“ im Austausch mit der Umgebung stehen, hinterlassen sie – sowohl in ihren Abfallprodukten als auch in den Körpern, die sie nach ihrem Tod zurücklassen – eine geochemisch veränderte, transformierte Umwelt.

Mein Lieblingsbeispiel hierfür ist das Große Oxigenierungsereignis, das sich vor 2 bis 2,4 Milliarden Jahren ereignete, kurz nach der Entwicklung der Photosynthese, als photosynthetische Cyanobakterien begannen, enorme Mengen an Sauerstoff in die Umwelt zu pumpen, der für das meiste damalige Leben auf dem Planeten giftig war. Dies führte zu einem Massenaussterben, bei dem schätzungsweise 99 % des Lebens verschwand! Aber was entstand dann? Was überlebte, waren vor allem solche Lebensformen, die Sauerstoff verstoffwechseln konnten, was die freie Energie, die den Lebewesen zur Verfügung stand, revolutionierte und zur Entwicklung der Mitochondrien und des mehrzelligen Lebens führte. Gleichzeitig veränderte sich auch die Geologie des Planeten dramatisch. Neue Arten von Mineralien entstanden, die sich in Gegenwart von Sauerstoff bildeten, darunter die gebänderten Eisenablagerungen.

Leben transformiert die Geochemie der Erde

Die lebende Materie hat also die geochemische Zusammensetzung der Erde radikal verändert und dadurch die sie umgebende unbelebte Natur aus dem Gleichgewicht gebracht. Aus diesem Grund – wegen der Arbeit, die die Lebensaktivität leistet – nannte Wernadskij die Lebewesen „die Träger und Schöpfer freier Energie“ in der Biosphäre.

Durch seine jahrzehntelange Arbeit kam Wernadskij zu zwei wichtigen Schlußfolgerungen:

  1. Lebende Materie reorganisiert die nicht-lebende Materie ihrer Umgebung seit ihrem ersten Auftreten auf der Erde bis heute.
  2. Die Rate, mit der dies geschieht, hat sich im Laufe der Zeit erhöht; Lebensprozesse haben ihre Wirkung zur Veränderung der Natur beschleunigt.

Wernadskij stellte fest, daß dies durch den Wechsel der Artenzusammensetzung auf dem Planeten im Laufe der geologischen Zeit erreicht wurde. Anders ausgedrückt geschah dies durch einen Prozeß von Aussterben und Evolution.

Das K-T-Massenaussterben führte zu einer Dominanz von Organismen mit höherer Stoffwechselintensität über Organismen mit geringerer Stoffwechselintensität.

Betrachten wir kurz ein Beispiel hierfür. Nebenstehende Abbildung zeigt die Artenvielfalt im Laufe der Zeit, oben für die Vierfüßler und unten für Pflanzen. Die senkrechte Linie in der Mitte zeigt die Zeit des großen Massenaussterbens an der Kreide-Tertiär-Grenze vor etwa 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier verschwanden. Vor dieser Zeit dominierten Lebewesen mit geringerer Stoffwechselintensität – Reptilien bei den Tieren und Nacktsamer bei den Pflanzen. Nach dem Aussterbeereignis nahmen diese Klassen (auf der linken Seite) ab, während eine Reihe höherenergetischer Lebewesen – Säugetiere und Bedecktsamer – entstanden und sich durchsetzten.

Gerichtete Evolution

Aufgrund dieser Erkenntnisse kam Wernadskij zu dem Schluß, daß die Evolution eine bestimmte Richtung verfolgt, nämlich dergestalt, daß sich Intensität der sogenannten „biogenen Migration von Atomen“ erhöht, oder anders gesagt, die Intensität der Umwandlung der Erde durch die Wirkung der lebenden Materie. Er sagte, dies bewege sich über evolutionäre Zeiträume zu ihrer maximalen Ausprägung; so sehr, daß ein Organismus, der sich zufällig entwickelt hätte, nur überleben würde, wenn er mit der Intensität der Biosphäre mithalten und zu ihrer Förderung beitragen könnte.

Soviel zu der „unberührten Natur“ und der „Erde im Gleichgewicht“. Die Natur verändert sich ständig, und zwar so, daß sie für zukünftige Veränderungen immer fähiger wird. Auf diese Weise verbessert die Biosphäre und lebende Materie die Erde und maximiert die geleistete Arbeit. Sie konzentriert Materialien zu Formen, die nutzbarer und von höherer Kraft sind, als sie es außerhalb des Einflusses des Lebens hätten sein können. Das ist die Natur!

Aber die Biosphäre hat auch ihre Grenzen. Die Evolution hat es der lebenden Materie ermöglicht, tief in die Erdkruste und in die höchsten Bereiche der Troposphäre vorzudringen, aber die biologische Technologie gerät am Rande des Weltraums ins Stocken, wo die Umgebung der Biosphäre endet. Jedoch entwickelte sich die Biosphäre im Laufe der letzten paar Millionen Jahre bis zu einem Punkt weiter, wo die Entstehung einer anderen Art von Leben möglich wurde, das nicht in dieser Weise begrenzt ist: kognitives Leben.

Mit der Menschheit ist zum ersten Mal eine Spezies entstanden, die sich nicht über ihre Biologie entwickelt. Wernadskij selbst weist darauf hin, daß sich die biologische und neurologische Infrastruktur des menschlichen Organismus in den letzten Zehntausenden von Jahren nicht nennenswert verändert hat. Doch fällt auf, wie sehr sich unsere Spezies verändert hat. Durch die Evolution unseres Geistes ist eine Art biogene Migration von Atomen, eine Art Austausch und Umgestaltung der Erdgeochemie als ein bedeutender Faktor aufgetaucht, und das ist die biogene Migration infolge der Technologie – mittels der organisierten gesellshaftlichen Arbeit unserer Spezies.

Lassen Sie mich ein paar Beispiele hierfür nennen.

Eines der wichtigsten ist die Landwirtschaft, die vor etwa 10.000 Jahren einsetzte, als die Menschen begannen, Pflanzen und Tiere zu selektieren, zu kultivieren, zu konzentrieren und zu verändern, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Diese neue Verläßlichkeit und auch Verbesserung der Nahrungsquellen sowie der Arbeitsverrichtung (durch Nutztiere) eröffnete die Möglichkeit zu größeren Bevölkerungen, Siedlungen und städtischer Kultur – und führte auch zu einer erhöhten Produktivität verschiedener Pflanzen- und Tierarten, die diese ohne uns nicht hätten erreichen können.

Wenn Malachiterz im Feuer reduziert wird, entsteht Kupfer, das zu nützlichen oder schönen Gegenständen geformt werden kann.
Bildquellen: Wikimedia Commons

Ein weiteres Beispiel ist die Anwendung des Feuers in der Metallurgie – die Gewinnung von Metallen aus Gestein und die Formung dieser Metalle zu Werkzeugen. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben wir neue Dinge geschaffen, die es sonst auf der Erde nicht gegeben hätte. Wir verwandelten Elektrizität in Bewegung, wir haben Uran angereichert, wir haben Plasmen hocherhitzt und kontrolliert. Wir haben alle diese Dinge in immer neuen Bereichen angewendet und so die natürliche Welt bereichert.

Diese einzigartige Fähigkeit hat es der Menschheit ermöglicht, frühere Grenzen unserer Bevölkerungsgröße zu überwinden, und Wernadskij stellte bereits in den 1930er Jahren fest, daß die Obergrenze der menschlichen Bevölkerung auf der Erde wahrscheinlich bei etwa 3 Billionen lag. Er merkte noch an, daß mit dem Wissen über den Atomkern, dessen technologische Umsetzung damals begann, diese Zahl wahrscheinlich noch um ein Vielfaches höher liegen werde.

Mit der Anwendung von Vernunft in Form von Technologien hat in den letzten 100 Jahren die Noösphäre, also der Bereich der menschlichen Aktivität, begonnen, die Biosphäre in ihrer Intensität zu überholen, so wie die Biosphäre die Aktivität des Abiotischen, des Unbelebten, überholt hatte.

Und so war die Entwicklung unseres kleinen Planeten darauf ausgerichtet, die Dominanz der Macht der Vernunft auszudrücken.

Allein aus diesem flüchtigen Blick ergibt sich die Tatsache, daß die Entwicklung unserer Erde von einem schöpferischen Prinzip geleitet wird. Alles nimmt daran teil, auch die Prozesse der Biosphäre, die dies instinktiv tun. Der Mensch nimmt daran bewußt teil.

Lyndon LaRouche: Das bewußte schöpferische Prinzip

Lyndon H. LaRouche jr. Quelle: EIRNS/Stuart Lewis

An dieser Stelle wenden wir uns den Entdeckungen von Lyndon LaRouche in der physischen Ökonomie zu, die auf der Tatsache beruhen, daß das menschliche Leben ein höheres Existenzprinzip verkörpert als das der Tiere.

Eines der wichtigsten Beispiele für den menschlichen Fortschritte ist die Landwirtschaft, die vor etwa 10.000 Jahren einsetzte, als die Menschen begannen, Pflanzen und Tiere zu selektieren, zu kultivieren, zu konzentrieren und zu verändern, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

In seinem 1983 erschienenen Buch Es gibt keine Grenzen des Wachstums schreibt LaRouche:

„Der Mensch unterscheidet sich grundsätzlich von den Tieren. Er ist nicht nur ein Geschöpf der Instinkte, das wie ein Tier nur Schmerz und Freude empfände. Der Mensch ist hiervon vollkommen unterschieden. Er hat das Potential zur Vernunft, die kreative Fähigkeit, Entdeckungen zu machen, die seine wissenschaftliche Erkenntnisse bereichern, und diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Technologie umzusetzen. Wir sind in der Lage, mit zunehmender Vervollkommnung die Gesetze zu entdecken, die der universelle Schöpfung zugrundeliegen, und die Natur immer besser zu beherrschen, indem wir uns selbst dazu erziehen, unsere Verhaltensweisen im Einklang mit den universellen Gesetzen zu verändern.“1

Die Fortentwicklung der Pflanzenwelt durch den Menschen anhand dreier Beispiele: Weizen, Mais, Banane.

Wie Lyndon LaRouche oft gesagt hat, hat kein Tier jemals ein Prinzip entdeckt. Nur der Mensch ist dazu in der Lage. Das ist eine der Tugenden der Menschheit: Unser Verstand ist so beschaffen, daß wir in der Lage sind, durch die Erzeugung kreativer Hypothesen im Rahmen unserer eigenen Denkprozesse Prinzipien des Universums zu „sehen“ – wie die universelle Gravitation, den Elektromagnetismus oder die Kräfte des Atomkerns. Keines davon ließe sich je mit tierischen Sinnen sehen oder wahrnehmen. Wenn wir diese Ideen, diese in Technologien verkörperten anwenden, werden wir mit neuer und effizienter Macht ausgestattet, um das Universum zu verändern.

Das ist das Geheimnis der Ökonomie.

In einer Schrift aus dem Jahr 2005, „Die Schöpfungen des Menschen“, sagte LaRouche:

„Ein törichter Ökonom mißt den Erfolg einer Volkswirtschaft an dem finanziellen, monetären oder – weit weniger närrisch – realen Wohlstand, den einige oder alle Mitglieder dieser Gesellschaft genießen. Der kompetente Ökonom mißt den Wohlstand der Wirtschaft am Grad der Selbstverbesserung der spezifisch menschlichen Qualität der Mitglieder der Gesellschaft. Oder anders gesagt, die wirtschaftliche Aufgabe der Gesellschaft besteht darin, die Menschen der Nation besser zu machen, als sie es heute sind. Dies wird möglich, indem man den Menschen stets bessere Mittel an die Hand gibt, welche ihnen das Vermögen geben, pro Kopf die Macht des Menschen in der und über die Natur zu erhöhen. Oder besser können wir sagen: ,Der größte Wohlstand, den eine verstorbene Generation ihren Erben hinterläßt, ist eine Gesellschaft mit einer besseren Qualität lebender Menschen‘.“2

Die Grenzen des Raums überwinden

Was ist somit der Hauptfaktor in einem physischen Wirtschaftskreislauf? Die Menschen – die Arbeit und die hilfreichen Technologien der Gesellschaft. Und was ist das Hauptergebnis? Wieder die Menschen – eine bessere Lebensqualität der Menschen! Mehr Menschen, die länger leben und besser in der Lage sind, die nächsten Entdeckungen zu machen und sie anzuwenden, was zu einem sich selbst erhaltenden Prozeß wird. Das Universum zeigt seine „Zustimmung“ zu diesem Prozeß, indem es uns erlaubt – und uns gewissermaßen dazu auffordert –, mehr davon zu tun.

Auf der Grundlage dieses Prinzips entwickelte Lyndon LaRouche ein Maß für den realwirtschaftlichen Fortschritt, das er die potentielle relative Bevölkerungsdichte nannte. Wie viele Menschen könnten auf einer gegebenen Landfläche leben, wenn die verfügbaren technologischen Verbesserungen auf dieses Land und die Arbeitskraft der Bevölkerung angewandt werden? In einer erfolgreichen Wirtschaft gibt es einen stetigen Zuwachs dieses Maßes.

Aber damit zurück zur Biosphäre, die am Übergang zum Weltraum aufhört. Wir sind die einzige Spezies, die in der Lage ist, diese Grenzen zu überschreiten und die Biosphäre auf andere Himmelskörper auszudehnen. Wenn wir das tun, werden wir den gleichen anti-entropischen Entwicklungsprozeß, den unser Planet durchlaufen hat, tiefer in unser Sonnensystem und schließlich auch in andere Sternensysteme hineintragen. Ohne uns kann dies kein anderes Lebewesen tun. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das Universum uns geschaffen hat.

Ich möchte abschließend noch zwei Gedanken ansprechen. Erstens die von LaRouche vertretene Idee vom Potential der Menschheit für grenzenlosen, unendlichen Fortschritt. Er schreibt:

„Die physischen Fähigkeiten der Menschheit sind an und für sich begrenzt; die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft, die sich aus den sich entwickelnden Prozessen nicht des menschlichen ,Gehirns‘, sondern, entgegen der landläufigen Meinung, des menschlichen Geistes ergibt, haben keine gegenwärtig wahrnehmbaren Grenzen.“3

Und zweitens die Tatsache, daß sich der Mensch – anders als die anderen Lebewesen, die auf ihre schöpferische Aufgabenstellung automatisch, instinktiv reagieren – bewußt für das Gute entscheiden muss. Für Leibniz ist der Umstand, daß dies eine Entscheidung des freien Willens ist, das eigentlich Gute.

Ich möchte, daß Sie sich einmal all das Gute vorstellen, das den Milliarden derzeit lebenden Menschen und den Billionen, die darauf warten, geboren zu werden, zuteil werden würde, wenn wir das Übel des Malthusianismus für immer aus der menschlichen Kultur ausmerzten. Können wir als Menschheit endlich erwachsen werden und unser Verhalten in Einklang mit unserer eigentlichen Arteigenschaft bringen? Welch großes Gute wird entstehen, wenn die Nationen endlich Lyndon LaRouches Entdeckungen in der physischen Ökonomie als bewußte Politik einsetzten, um die nächsten 100 oder 1000 Jahre zu gestalten?

Fußnote(n)
  1. Lyndon H. LaRouche jr., Es gibt keine Grenzen des Wachstums, ‎ Campaigner Publications, Wiesbaden, 1. Januar 1983.[]
  2. Lyndon H. LaRouche jr., „Die Schöpfungen des Menschen“, in Neue Solidarität Nr. 40-42/2006.[]
  3. Lyndon H. LaRouche jr., „The Principle of the Future: For Helga’s Birthday: Mankind Is No Beast!“, in Executive Intelligence Review, August 30, 2013.[]

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