Sommer-Witterung 2018: Eine Märchenstunde der Klima-Alarmisten

Ein sehr warmer Sommer 2018 liegt hinter uns. Allerdings – es war weder der „wärmste“, noch der „trockenste“, noch der „sonnenscheinreichste“ seit Beginn der (nur) etwa 140jährigen DWD-Wetteraufzeichnungen. Manch einer hat unter der Hitze bei der Arbeit im Freien und selbst im Büro gelitten, jedoch die meisten Menschen haben diesen Sommer in Urlaub und Freizeit genossen. Demgegenüber gerieten die Klima-Alarmisten und deren meist „grün-gleichgeschaltete“ Medien in regelrechte Katastrophen-Verzückung.

Medien und Alarmisten haben sich in diesem Sommer in einen kollektiven Klimarausch hineingesteigert. Hier ein paar Beispiele: „… Hitzesommer: Klimawandel passiert im Vorgarten“1 … „Umweltbundesamt fordert Hitze-Aktionspläne… mehr Anstrengungen in der Klimapolitik“2 … „Der Sommer, der nie endet“3 … „Der Klimaforscher Mojib Latif warnt davor, daß die derzeitigen Wetterverhältnisse schon bald Normalität sein könnten ….“4

Diese Beispiele aus der diesjährigen Medienlandschaft ließen sich hundertfach fortsetzen, aber jeder Leser ist solchen Meldungen in den Medien selbst begegnet – hier soll es reichen!

Um mit diesem hundertfachen meteorologischen Unfug aufzuräumen, genügt es, den meteorologischen Alt-Barden Jörg Kachelmann zu zitieren:5

„Wir konnten in vielen Medien all die frei erfundenen Räubergeschichten lesen – vom ‚Hitzering über der Nordhemisphäre‘ und daß es nun überall gleichzeitig Hitzerekorde geben würde, was in keiner Form der Wahrheit entsprach… [Es] sei auch erwähnt, daß in dieser Woche im Mittleren Westen der USA neue Allzeit-Kälterekorde registriert wurden. Alle Berichte in wunderbar schrecklichen Farben, die von einer hemisphärischen Hitzedröhnung sprachen, waren schlicht gelogen – es kann eben nie genug sein.“

Und als fachlichen Hinweis und Beweis führt Kachelmann an: „Es war auch in diesem Jahr immer so, daß über die gesamte Nordhemisphäre die Gebiete mit überdurchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Temperaturen ausglichen und entsprechend zu einer hemisphärischen Abweichung von rund 0 Grad führten, wie Kollege Ryan Maue darstellen konnte“ (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Globale Temperatur-Anomalien Sommer 2018 | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Mit diesen wenigen Kachelmann-Sätzen und den dort angeführten Fakten ist das von ihm so genannte „Lügengebäude“ des Sommermärchens von dem medialen Klima-Katastrophen-Signal eigentlich schon erledigt. Wir wollen aber bei dieser Gelegenheit noch einige weitere meteorologische Aspekte anführen.

Meteorologische Aspekte

Der Antrieb des Witterungsgeschehens in West- und Mitteleuropa ist die überwiegend von West nach Ost gerichtete Höhenströmung über dem Atlantik – meist bekannt unter dem Begriff „Westwind-Zirkulation der gemäßigten Breiten“. Häufig herrschen in den Höhen von etwa 4000-8000 Metern in der Troposphäre Windgeschwindigkeiten von 300, 400 ja bis über 500 km/h. Daher ist für die Winde in der oberen Troposphäre auch der Begriff Jetstream geläufig. In dieser Höhenströmung ziehen die in den Bodenwetterkarten dargestellten Tiefs über den Atlantik – sowohl auf der Nord- wie auch auf der Südhemisphäre (Abbildung 2).

Abbildung 2: Westwindzonen | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Entscheidend für unser Wetter und deren Abfolge ist immer die Intensität der Höhenströmung. Diese Höhenströmung ist niemals geradlinig oder gar laminar, sondern stark turbulent. Daher kommt es darin aus Gründen der Instabilität eines stochastischen physikalischen Systems rasch zu mehr oder weniger ausgeprägten Schwingungen, genannt „Planetarische Wellen“. Etwas schematisiert ist das in Abbildung 3 dargestellt.

Abbildung 3: Planetarische Wellen | Quelle: Klaus-Eckert Puls

In der Fachsprache der Meteorologen sagt man: Die Bodentiefs entstehen in den Divergenzen/Difluenzen der Höhenströmung und werden von dieser nach Osten gesteuert. Die Bodentiefs und deren Wetter sind – salopp gesagt – die „Abfallprodukte“ des Höhenwetters. Diese „Planetarischen Wellen“ der Westwind-Zirkulation schwingen mit ihren Hochs und Tiefs überwiegend von West nach Ost. Manchmal kommen diese Planetarischen Wellen zum „Stillstand“ – über Tage oder Wochen oder in seltenen Fällen sogar über einige Monate. Eine solche „Blockierungs-Wetterlage“ hatten wir im Sommer 2018 (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4: Höhenwetterkarte 24.07.2018 (Textfelder eingefügt) | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Derartige Wetterlagen sind in den Archiven der Wetterdienste dokumentiert, sowie in Proxydaten und alten Chroniken sogar über Jahrhunderte und Jahrtausende!

Dazu wurde in diesem Sommer in den Medien verschiedentlich das Jahr 1540 mit extremer Dürre und Hitze zitiert: „… nach Quellenaussagen soll es in 26 Wochen (Anm.: mehr als 6 Monate!) an nur 5 Tagen ‚Tropflesregen‘ gegeben haben. Die Hitze des Sommers von 1540 ist das am besten belegte Ereignis im 16. Jahrhundert und kann als eines der Jahrtausend-Ereignisse angesehen werden.“6

Vergleichbare Wetterlagen – in schwächerer Form – hat es durchaus auch in jüngerer Zeit gegeben, z.B. in den Sommern 1959, 1975, 1976, 2003 … und eben 2018.

Solche „Blockierungs-Wetterlagen“ können zu allen Jahreszeiten entstehen. Häufig liegt dann das „ortsfeste“ Hoch über Skandinavien und/oder Mitteleuropa. Die Folgen sind in Deutschland und anderen Teilen Europas im Winter dann länger andauernde strenge Kälte, im Sommer anhaltende Hitze und Dürre – wie gehabt in 2018!

Also alles nichts Besonderes, alles wie gehabt, alles schon x-mal dagewesen! So war der Sommer 2018 in Deutschland insgesamt weder bei der Mitteltemperatur noch bei der Dürre ein neuer „Rekordsommer“ – abgesehen von einigen lokalen/regionalen Meßwerten (siehe Anmerkung 1).

Säkularer Dürretrend im sommerlichen Deutschland? Keine Spur!

Von den Klima-Alarmisten und den konform gehenden Medien wurden nun anläßlich eines einzelnen Sommers Heißzeiten und Dürrezeiten für die nächsten 100 Jahre und darüber hinaus prophezeit: „Neue Klimawandel-Studie – Der Erde droht eine ‚Heißzeit‘ … Dabei ist mit deutlich häufigeren und stärkeren Extremereignissen wie Hitzewellen, Dürren und Überflutungen zu rechnen.“7

Nur finden die Wetterdienste und selbst der Klimarat IPCC dazu – „leider“ – keine säkularen Trends. Für Deutschland zeigen das die Daten des DWD (Abbildungen 5 und 6).8

Abbildung 5: Niederschlagsmittel D (Juni + Juli + August 1881–2018) | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Betrachtet man den Frühsommer und den Hochsommer mit den Monaten Mai-Juli, dann zeigt sich in Deutschland sogar eine leichte säkulare Niederschlagszunahme, allerdings nicht signifikant.

Abbildung 6: Säkularer Niederschlagstrend Mai – Juli in Deutschland | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Auch der Klimarat IPCC findet nichts dergleichen, keine globalen Dürretrends: ”There is low confidence in a global-scale observed trend in drought or dryness“.9

Sommer 2018 – alles Klimakatastrophe, oder was?

Dieser Sommer hat bei den Klima-Alarmisten und deren willfährigen Medien Schnappatmung bis hin zur Hysterie ausgelöst, über die man sich als Meteorologe nur die Augen reiben kann:

„Weltuntergang voraus: Alarmisten der Klima-Sekte in völliger Sommer-Verzückung… ‚Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer‘, sagt ein Sprichwort. Das gilt für gewöhnlich in allen Bereichen. Mit einer Ausnahme, der ‚Klimaforschung‘. Dort gelten kalte Winter und nasse Sommer nämlich stets als ‚Einzelereignisse‘ oder ‚Wetter‘, während schon zwei Tage Sonne am Stück als ultimativer Beweis einer angeblich menschengemachten Klimaerwärmung gewertet werden.“10

Dem ist nichts hinzuzufügen. Einer Hypothese zufolge „sollen“ nun die Blockierungs-Wetterlagen zunehmen – selbstverständlich wegen des anthropogenen Klimawandels. Das geht so: Die moderate säkulare Erderwärmung von weniger als 1 Grad ist bisher in der Arktis etwas stärker ausgefallen als in den gemäßigten Breiten des Nordatlantiks. Dadurch „soll“ sich der mittlere Temperaturgradient und dann der Luftdruckgradient zwischen den arktischen Regionen und der Westwindzone der gemäßigten Breiten etwas abschwächen, mit der Folge von häufigeren Blockierungs-Wetterlagen.

Das ist hypothetisch und theoretisch nicht ganz unplausibel. Jedoch ist das durch nichts bewiesen. Eine Statistik mit signifikanter Aussage ist dazu nicht bekannt. Das ganze Gegenteil zeigen die Meßwerte.

Der diesbezügliche Index der Nordatlantischen Oszillation (NAO) zeigt keinen derartigen Trend (Abbildung 7).

Abbildung 7: Zirkulationsindex NAO: Natürliches stochastisches Chaos statt Klimawandel | Quelle: Klaus-Eckert Puls

Die Krone für den besten intellektuellen Verriß all diesen klima-alarmistischen Sommer-Irrsinns gebührt denn aber wohl Fritz Vahrenholt:11

„Aussagen über klimatische Einflüsse natürlichen oder anthropogenen Ursprungs kann man eben nur über eine Zeitdauer von 30 Jahren und mehr treffen. …

In der Hitze des nordeuropäischen Sommers hatte man einen anderen Eindruck. Da reichte schon ein heißer Juli in einer Region des Erdballs, um den letzten Beweis der Klimakatastrophe hervor zu zaubern. …

Entscheidend ist die globale Mitteltemperatur. Und da sind wir in 2018 im Sinkflug. Auch der August 2018 hat das eindrucksvoll belegt. Die heute (02.09.2018) bekannt gegebenen Daten der satellitengestützten UAH-Messungen12 für August zeigen nur noch eine um 0,19 °C große Abweichung vom 30jährigen Mittelwert…

Das gilt auch für eine Arbeit,13 die in der Schwüle des Juli Furore machte. Eine Reihe von Wissenschaftlern um den bekannten Hans Joachim Schellnhuber entwerfen darin ein Szenario, in dem bestimmte Kippelemente das Klima der Erde in neue, unentrinnbare heiße Gleichgewichte treiben. Das Entscheidende steht in der Schlußfolgerung: Zu vermeiden geht das nur durch eine neue ‚Erdsystemverwaltung‘. Der Leser war gespannt auf Berechnungen, Softwarecodes, empirische Herleitungen – und findet nichts dergleichen: Reine Spekulation. Science-fiction. Hokuspokus.“

Und weiter Fritz Vahrenholt:

„Es ist schlimm, wie dilettantisch unsere Bundesregierung agiert, es ist schlimm, wie eindimensional sie Kommissionen besetzt, und es ist schlimm, daß niemand in dieser Bundesregierung den Mut hat, Vorschläge, die auf falschen Behauptungen beruhen, als das zu bezeichnen, was es ist: Politische Propaganda sich selbst überschätzender Wissenschaftler. Niemand widerspricht. Es ist unfaßbar.“

Quelle: Klaus-Eckert Puls
Fußnote(n)
  1. http://www.taz.de/!5530544/[]
  2. http://www.fr.de/wissen/klimawandel/klimawandel/rekord-sommer-umweltbundesamt-fordert-hitze-aktionsplaene-a-1553983[]
  3. DER SPIEGEL, 32/2018[]
  4. Berliner Zeitung[]
  5. https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_84212752/wetter-in-deutschland-kachelmannueber-den-klimawandel-kein-sommermaerchen.html[]
  6. https://www.eike-klima-energie.eu/2018/08/04/die-jahrelange-beispiellose-hitze-und-duerreperiode-in-europa-um-1540-ein-worst-case/[]
  7. https://www.zdf.de/nachrichten/heute/interview-studie-erde-droht-heisszeit-100.html[]
  8. https://www.eike-klima-energie.eu/2018/08/29/der-heisse-sommer-2018-ein-dauerbrenner-ist-nun-geschichte/[]
  9. IPCC 2013, AR5, WGI, Technical Summery, Seite 50, pdf-Seite 66[]
  10. https://www.crash-news.com/2018/08/02/weltuntergang-voraus-alarmisten-der-klima-sekte-in-voelliger-sommerverzueckung/[]
  11. http://diekaltesonne.de/fritz-vahrenholts-sonnenkolumne-818-ein-heisser-sommer/[]
  12. http://www.drroyspencer.com/latest-global-temperatures/[]
  13. http://www.pnas.org/content/early/2018/07/31/1810141115[]

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Unsere Datenschutzerklärung