Gedankenpolizei terrorisiert US-Universitäten

Die LaRouche-Jugendbewegung in den USA hat in den letzten Monaten in ein wahres Wespennest gestochen. Denn es wurde immer deutlicher, daß es an den amerikanischen Universitäten eine Gedankenpolizei gibt – eine Art Gedankengestapo, die über bestimmte Institutionen, Zeitschriften und Organisationen zu verhindern versucht, daß Studenten politisch werden. In Wirklichkeit geht es darum, daß niemand Kritik an der Politik der Regierung Bush üben darf.

Hinter diesen Bemühungen steht ein Apparat, der schon seit Jahrzehnten ein Sammelbecken der Erzgegner von Lyndon LaRouche und seiner Bewegung ist. Eine ganz zentrale Rolle in diesem Komplex spielen Lynne Cheney, die Ehefrau des US-Vizepräsidenten, und John Train, eine Mischung aus Bankier und „Geheimdienst- Spook“, der bereits seit Beginn des „Kalten Kriegs“ nach dem Zweiten Weltkrieg seine Hände in zahllosen „schmutzigen Operationen“ hatte. Nicht zufällig war Train auch die treibende Kraft hinter der „Get LaRouche Task Force“, einem Geflecht von Gruppen und Individuen, die die politische und juristische Verfolgung der LaRouche- Bewegung in Amerika koordiniert.

Nach dem Anschlag des 11. September 2001 begann an den Hochschulen Amerikas eine Art Hexenjagd von Neokonservativen wie Lynne Cheney (American Council of Trustees and Alumni), Dave Horowitz (Zentrum für das Studium der populären Kultur), Stanley Kurtz (Campus Watch), David French (Foundation for Individual Rights and Education, FIRE) und anderen, mit der erreicht werden soll, daß keine „politischen Idealisten“ die Universitäten zum Schauplatz von Angriffen auf den „Krieg gegen den Terror“ machen und so die Sicherheit Amerikas unterminieren.

In enger Zusammenarbeit mit diesen Kreisen begannen auch das FBI und der neu gegründete „Heimatschutz“ an den Universitäten nach „Sicherheitsrisiken“ zu fahnden. Es wurden gesetzgeberische Initiativen im Kongreß und verschiedenen Landesparlamenten eingeleitet, die alle darauf hinausliefen, staatliche Mittel nur noch „regierungstreuen“ Hochschuleinrichtungen zukommen zu lassen, oder „Überwachungsausschüsse“ einzurichten, um gegen von „herrschsüchtigen Linken regierte Colleges und Universitäten“ und „gleichgesinnte unkündbare Professoren“ vorgehen zu können, die „unerträgliche Akte der intellektuellen Unterdrückung gegen jene verüben, die ihre extremistische Orthodoxie nicht akzeptieren.“

Im gleichen Atemzug verteidigte David French im September 2005 in einer „Erklärung für die akademische Freiheit der Studenten“ das Recht des Ku-Klux-Klan, an den Universitäten aktiv zu sein. Diese Leute würden wahrscheinlich auch die Nazis verteidigen, nur um ihre fundamentalistische Ideologie durchzusetzen

Ein Opfer dieser Umtriebe wurde bereits der palästinensische Professor Sami Al-Arian, der vor ein paar Jahren als „terroristischer Professor“ – wie Campus Watch und dessen Freunde ihn nannten – unschuldig inhaftiert wurde. Ein weiterer Fall ist Juan Cole, Professor für Nahoststudien, der sich sehr deutlich gegen die Irak-Politik der Regierung Bush aussprach. Campus Watch verglich Cole sogar mit Lyndon La- Rouche, den die Organisation als „antisemitischen und rassistischen Sektenführer“ verleumdet.

ACTA und das FBI an den Hochschulen

Die Politik dieser Kreise wurde systematisch vorbereitet. Schon kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001 veröffentlichte Lynne Cheneys „American Council of Trustees and Alumni“ (ACTA, der Dachverband der Treuhänder und Absolventenorganisationen amerikanischer Hochschulen) einen haarsträubenden Bericht mit dem Titel „Die Zivilisation verteidigen: Wie unsere Universitäten Amerika im Stich lassen, und was man dagegen tun kann“. Darin wird behauptet, der akademische Sektor sei „der einzige Teil der amerikanischen Gesellschaft, der in der Haltung bei der Antwort auf die Angriffe auf Amerika klar gespalten ist“. Die Universitäten seien das „schwache Glied“ in der Reaktion der USA auf die Terroranschläge des 11. September. Unter diesem Vorwand drang ACTA auf Maßnahmen gegen die Kritiker der Regierungspolitik an den Universitäten.

Eine wichtige Rolle hierbei spielte David Horowitz, Leiter des „Zentrums für das Studium der populären Kultur“ und Mitstreiter John Trains. Horowitz finanzierte u. a. die Gründung der Bruin Alumni Association an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA). Diese rechtsextreme Vereinigung bot Studenten Geld dafür, die Vorlesungen linker Professoren heimlich aufzunehmen. Dann veröffentlichte die Gruppe eine Liste von 30 „schmutzigen“ UCLA-Professoren, die wegen ihrer „linken Einstellung“ an den Pranger gestellt wurden.
Horowitz selbst veröffentlichte im Februar 2006 das Buch The Professors („Die Professoren: die 101 gefährlichsten Akademiker in Amerika“). Die Werbung für das Buch sagt alles:

„Sie kommen in eine Hochschule in Ihrer Nähe: Terroristen, Rassisten und Kommunisten – man nennt sie Die Professoren. Die radikalen Akademiker von heute sind keine Ausnahme – sie sind Legion. Alles andere als harmlos, verbreiten sie Antiamerikanismus, predigen Antisemitismus und freuen sich, wenn amerikanische Soldaten und Zivilisten getötet werden. Sie bekommen Steuergelder und Vorlesungsgebühren, um unsere Kinder zu indoktrinieren.“

Auf diesem Nährboden entstanden die Voraussetzungen für ein direktes Vorgehen des FBI an den Hochschulen. Am 15. September 2005 gab FBI-Direktor Robert Mueller die Bildung des „Beirats für die nationale Sicherheit im höheren Bildungswesen“ (NSHEAB) bekannt. NSHEAB besteht aus Universitätspräsidenten und -kanzlern, die mit dem FBI zusammenarbeiten, um „Spionage und Unterwanderung“ an den Hochschulen zu bekämpfen.

John Train, der „Doge der Wall Street“

Einer der wichtigsten Unterstützer der rechtsextremen Propagandisten ist der LaRouche-Hasser John Train, der spätestens seit 1983 alle wichtigen Operationen gegen die LaRouche-Bewegung überwacht. Auch jüngste Aktivitäten gegen Lyndon LaRouche und seine Mitarbeiter auf beiden Seiten des Atlantiks tragen die Handschrift Trains, dessen Salon die Schnittstelle zwischen Finanzinstituten, Stiftungen, Elitekanzleien, korrupten Journalisten und Spezialisten für „schmutzige Tricks“ ist.

Angesichts der eskalierenden Wirtschafts- und Finanzkrise fürchtet Train, selbst Autor von Büchern wie Great Financial Fiascos und Die Meister des Geldes, LaRouches Einfluß. Trains frühere Operationen gegen LaRouche begannen 1983, kurz nachdem US-Präsident Ronald Reagan der Sowjetunion die auf LaRouches Ideen basierende Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) als gemeinsamen Ausweg aus der Strategie der „gegenseitigen gesicherten Zerstörung“ (MAD) angeboten hatte. Train veranstaltete in seinem New Yorker Penthouse mehrere Treffen mit privaten Nachrichtendienstleuten, Journalisten und Vertretern von Stiftungen, um systematische Verleumdungen und schmutzige Tricks gegen LaRouche in Gang zu setzen.

Heute benutzt Train dazu seinen Fonds NPF, der Gelder etlicher neokonservativer Stiftungen wie der Bradley-, Olin- und Achelis & Bodman-Stiftung sammelt. Achelis & Bodman gründeten und finanzierten 1979 die American Family Foundation (AFF), die Verleumdungen über LaRouches Organisation als „Politsekte“ verbreitete. Die Verleumdungen von Trains „Einsatzgruppe gegen LaRouche“ wurden auch nach Deutschland und Frankreich exportiert. Eine maßgebliche Rolle spielten dabei in Deutschland der AFF-Vertreter Pfarrer Haack sowie der Münchener Journalist Kurt Hirsch, den die deutsche Spionageabwehr später als Mitarbeiter der Desinformationsabteilung der Stasi enttarnte. Ein inzwischen verstorbener Treuhänder von Trains Northcote Parkinson Fund, Edward H. Tuck, war Mitgründer der „French American Foundation“ (FAF) in Frankreich, die in Aktivitäten gegen LaRouches Mitstreiter Jacques Cheminade verwickelt ist.

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