Bevölkerungswachstum, große Transformation und globale Verschuldung

Die große Transformation, basierend auf zweifelhaften wissenschaftlichen Erkenntnissen, unterstützt von westlichen Zentralbanken und Vermögensverwaltern zur Rettung des Finanzsystems, ist ein ethisch äußerst fragwürdiges Ansinnen.


1. Bevölkerungsentwicklung

Neueste Hochrechnungen der UNO sagen, daß die Weltbevölkerung Ende des 21. Jahrhunderts einen stabilen Wert erreichen soll. Dann werden ca. 11 Milliarden Menschen die Erde bewohnen, ca. 50% mehr als heute (Abbildung 1). Die Bevölkerungsentwicklung wird maßgeblich durch die zur Verfügung stehende Energie beeinflußt. Sie steuert direkt oder indirekt die Geburten-, Sterbe- und Migrationsraten.

Weltbevölkerung in Milliarden
Abbildung 1. Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung nach Statista 2021 und UNDESA (Population Division).

Abbildung 2 zeigt den Zusammenhang zwischen der Fertilitätsrate (Fruchtbarkeit der Frau) und dem Primärenergieverbrauch. Für eine stabile Bevölkerungszahl sollte die Fertilitätsrate knapp oberhalb von 2 Kindern pro Frau liegen. Oberhalb einer Verbrauchsschwelle von ca. 2000 kg Rohöl pro Einwohner (84 GJ1 pro Einwohner) wird dieser Wert sicher erreicht.

Fertilität als Funktion der Primärenergie
Abbildung 2. Fertilität als Funktion des Primärenergieverbrauchs.

Die Geburten- und Sterberaten als Funktion des Primärenergieverbrauchs (Abbildung 3) bestätigt diese Schwelle des Primärenergieverbrauchs für eine stabile Bevölkerungszahl.

Geburten- und Sterberate
Abbildung 3. Geburten- und Sterberaten als Funktion des Primärenergieverbrauchs.

2050 soll die Erdbevölkerung nach UNDESA 9,7 Milliarden und 2100 einen dann stabilen Wert von 11 Milliarden Menschen erreichen. Heute verbraucht die Menschheit ca. 580 EJ (BP-Energy Outlook 2020). Im Vergleich zu der jährlichen Energieeinstrahlung der Sonne auf die Erdoberfläche von 5,36 · 106 EJ ist dieser Betrag mit 0,01 % vernachlässigbar klein.

Im Jahr 2020 lag der Primärenergieverbrauch pro Einwohner im Mittel bei ca. 74 GJ, also bereits in der Nähe der Schwelle von 84 GJ pro Einwohner. Doch entscheidend ist nicht der weltweit gemittelte Wert, sondern die Verteilung der Primärenergie auf die Bevölkerung. Die Verteilung ist sehr ungleich. Eine Analyse zeigt, daß heute ca. 40 % der Erdbewohner (ca. 3 Milliarden Menschen) ca. 75 % der gesamten Primärenergie jährlich verbrauchen, die restlichen 60 % (ca. 4,4 Milliarden Menschen) leben mit einem mittleren Primärenergieverbrauch von ca. 20 EJ pro Einwohner und Jahr und damit weit unter dem bevölkerungskritischen Wert von 84 GJ. Die Anhebung des Primärenergieverbrauchs dieser 4,4 Milliarden Menschen auf den Wert von 84 GJ würde eine Erhöhung des weltweiten Primärenergiebedarfs um ca. 50 % auf ca. 850 EJ bedeuten.

2. Die politisch instrumentalisierte Klimaveränderung

Durch die Einstrahlung der Sonne, biologische, chemische und physikalische Prozesse sind auf und in der Erde während ihrer Entstehungsgeschichte Energiequellen entstanden, die von den Menschen auf der Grundlage ihres Entwicklungsstandes erschlossen wurden, und zwar Holz-, Kohle-, Öl- und Gasvorkommen, bei denen man heute zunehmend unsicherer wird, ob die letzteren nur durch biologische Prozesse entstanden sind, also fossilen, biogenen Ursprungs sind, oder auch chemisch, abiotisch entstanden sein könnten. Zu den abiotischen Energiequellen müssen auch die Kernbrennstoffe gerechnet werden, die erst in den letzten 100 Jahren der Menschheitsgeschichte entdeckt wurden.

Dem biogenen Entstehungsprozeß zugrunde liegt die Annahme, daß Steinkohle aus Braunkohle und diese wiederum aus unter Luftabschluß umgewandelten fossilen Ausgangsstoffen entsteht. Diese Theorie führt zwangsläufig zu der strategischen Aussage einer Endlichkeit fossiler Rohstoffe mit all ihren Folgen für die Menschen. Sie ist die Grundlage malthusianischer Ideen,((Robert Malthus (1766–1834), Pfarrer und zeitweise tätig als Agent der Britischen East India Company, ging von der Annahme aus, daß sich die Bevölkerung immer schneller entwickelt, als man die zur ihrer Ernährung benötigte Landwirtschaft anpassen könne:

„Der Säugling ist, vergleichsweise gesprochen, von geringerem Wert für die Gesellschaft, da andere sofort seinen Platz einnehmen werden.

Alle Kinder, die geboren werden, über das hinaus, was erforderlich wäre, um die Bevölkerung auf einem gewünschten Niveau zu halten, müssen notwendigerweise zugrundegehen, es sei denn, es wird Platz für sie durch den Tod von erwachsenen Personen geschaffen. Deshalb sollten wir die Operation der Natur bei der Erzeugung dieser Sterblichkeit erleichtern, anstatt uns törichterweise und vergeblich zu bemühen, sie zu behindern; und wenn wir die zu häufige Heimsuchung durch die schreckliche Form der Hungersnot fürchten, sollten wir eifrig die anderen Formen der Zerstörung fördern, die wir der Natur aufzwingen.

Anstatt den Armen Reinlichkeit zu empfehlen, sollten wir die gegenteiligen Gewohnheiten fördern. In unseren Städten sollten wir die Straßen enger machen, mehr Menschen in die Häuser drängen und der Rückkehr der Pest den Hof machen. Auf dem Land sollten wir unsere Dörfer in der Nähe von stehenden Tümpeln bauen und besonders die Ansiedlung in allen sumpfigen und ungesunden Gegenden fördern. Aber vor allem sollten wir spezifischen Heilmittel für verheerende Krankheiten verwerfen; und jene wohlwollenden, aber irrenden Menschen zurückhalten, die geglaubt haben, sie würden der Menschheit einen Dienst erweisen, indem sie Schemata für die totale Ausrottung von bestimmten Krankheiten schützen.“2

Diese einseitig auf biogen entstandene Energieträger ausgerichtete Betrachtung vernachlässigt die Möglichkeit einer Energieversorgung durch abiotische Energieträger. Verbindungen von Kohlenstoff sind in der Erdkruste überall vorhanden, und die einfachste Kohlenwasserstoffverbindung, das Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, tritt an vielen Stellen u. a. aus Felsspalten am Meeresgrund ständig aus. Vulkane auf dem Festland liefern ein weiteres Beispiel.

Unter den hohen Temperaturen und Drücken im Erdmantel und mit Hilfe der dort vorhandenen natürlichen Katalysatoren können im Erdmantel aus Methan höherwertige Kohlenwasserstoffe, also auch neue Öl- und Gasvorkommen gebildet werden. Gelangen diese über Spalten und tektonische Verwerfungen in die Nähe der Erdoberfläche, werden sie für den Menschen einfach zugänglich. Die Entdeckung des „abiotischen“ Prozesses bei der Entstehung der Kohlenwasserstoffe in den letzten Jahrzehnten schwächt die Diskussionsbasis über die Endlichkeit der „fossilen“ Rohstoffe. Aufgrund der hohen Kohlenstoffkonzentration in der Erdkruste sind diese sich ständig neu bildenden, nun chemischen Rohstoffe in großen Mengen im Erdinneren vorhanden und stellen einen „peak coal“, „peak oil“ oder „peak gas“ in Frage.

Eine verstärkte Erkundung dieser Quellen und Entwicklung entsprechender Gewinnungsverfahren wären die konsequente Reaktion der Menschheit auf diese Erkenntnis.

Doch dem steht eine Verteufelung kohlenstoffhaltiger Rohstoffe für die Energiegewinnung gegenüber. Die kohlenstoffhaltigen Rohstoffe werden beschuldigt, für die beobachtete Erderwärmung der letzten Jahrzehnte verantwortlich zu sein.

Das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid wird als Ursache für die Klimaänderung der letzten Jahrzehnte angesehen. Es wird vor einer angeblich bevorstehenden menschengemachten Klimakatastrophe gewarnt. Begründet wird diese Annahme mit einer weltweit beobachteten Erhöhung der mittleren Jahrestemperatur sowie einer parallellaufenden Erhöhung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre in den letzten Jahrzehnten. Was ist Ursache? Was ist Wirkung?

Klimaänderungen hat es auch in Zeiten der Erdgeschichte gegeben, in denen der Mensch ohne nennenswerte Verbrennung fossiler Rohstoffe nur von der durch die Sonne eingestrahlte Energie lebte. Die eigene Energieerzeugung der Menschheit, der physikalisch einflußreichste Faktor für eine eventuelle Klimaänderung, beträgt wie bereits ausgeführt, nur 0,01 % der von der Sonne eingestrahlten Energiemenge. Dieser geringe Wert reicht nicht für eine plausible Erklärung einer menschengemachten Klimaänderung. Die Anreicherung von Kohlendioxid in der Atmosphäre und ein angeblich dadurch hervorgerufener Treibhauseffekt liefern nun die Hilfsargumentation, um den Menschen für die Klimaänderung verantwortlich zu machen.

Messungen der Meerestemperatur (bis zu 700 m Tiefe) über die letzten 200 Jahre haben ergeben, daß sich der Ozean seit Beginn des 18. Jahrhunderts um ca. 1 °C erwärmt hat. Das Ozeanwasser enthält große Mengen von Kohlendioxid, die entweder rein physikalisch gelöst oder als Karbonat bzw. Hydrogenkarbonat, ebenfalls gelöst, vorhanden sind. Eine Temperaturerhöhung führt zur Ausgasung des Kohlendioxids. Ausgehend von einem angenommenen Kohlendioxidgehalt von 275 ppm (part per million) in der Atmosphäre im Jahr 1750 steigt dieser Wert bei Berücksichtigung der temperaturabhängigen Dissoziationskonstanten der oben angegebenen Verbindungen und der verringerten Löslichkeit des Kohlendioxids bei einer Temperaturerhöhung des Ozeanwassers um 1 °C auf ca. 400 ppm. Das ist der heute gemessene Wert.

Die Erhöhung des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre ist also im wesentlichen eine Folge der Temperaturerhöhung des Ozeanwassers und nicht die Ursache einer Klimaerwärmung.

Die Erde hat sich in den letzten 100 Jahren erwärmt, daran gibt es keinen Zweifel, die Ursache dafür liegt vermutlich in einer Veränderung der Sonneneinstrahlung, ist jedoch wissenschaftlich nicht vollständig geklärt.

Unsere gegenwärtigen begrenzten Beobachtungen und Erkenntnisse reichen nicht aus, nachprüfbar zu quantifizieren, wie das Klima auf menschliche Einflüsse in Form von Kohlendioxiderhöhung durch Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Rohstoffen reagiert.

Die Vorhersagen von künftigen Klima- und Wetterereignissen, auf die sich die Politik stützt, beruhen auf Modellen, die für diesen Zweck nachweislich ungeeignet sind. Keine der seit einigen Dekaden vom IPCC (dem „Weltklimarat“) benutzten Modellrechnungen konnte zukünftige Entwicklungen vorhersagen und vergangene Klimaänderungen begründen. Die schweren Wetterphänomene wie Hitze, Tornados und Dürren liegen auch heute noch in der Bandbreite der Ereignisse vergangener Jahrzehnte.

Trotz dieser nachgewiesenen Mängel dienen die Modellrechnungen im politischen Bereich als Beweis für eine „menschengemachte Klimakatastrophe“ und als Grundlage für tiefgreifende politische Entscheidungen. Als allgemein akzeptierte Ausrede wird die menschengemachte Klimaänderung bei fast jeder aktuellen wetterbedingten Katastrophe eingesetzt, um Unterlassungen und Vorsorgefehler der Verantwortlichen zu vertuschen.

Vorbereitet durch die Aussagen des Club of Rome fand die vom „Weltklimarat“ verbreitete Vorhersage einer „menschengemachten Klimakatastrophe“ Eingang in die Politik und führte auf zahlreichen Klimakonferenzen zu der Forderung einer völligen Dekarbonisierung der Weltwirtschaft, wie sie 2011 durch den deutschen „Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU)“ unter Vorsitz von Prof. Schellnhuber mit dem Titel „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“3 vorgestellt wurde.

Am 15.3.2017 erklärte Prof. Schellnhuber in einem Interview mit der Deutschen Welle:

„Es ist ziemlich umwerfend – zum Beispiel bis 2030 müssen wir den Verbrennungsmotor auslaufen lassen. Und wir müssen den Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung komplett ausschalten. Bis 2040 müssen wir wahrscheinlich Beton und Stahl für den Bau durch Holz, Ton und Stein ersetzen., und tun wir das nicht… Es wäre das Ende der Welt, wie wir sie kennen, und ich habe alle Beweise…“

Prof. Schellnhuber bei MSC
Hans Joachim „John“ Schellnhuber, CBE, und der Titel des WBGU-Gutachtens „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Bild: Wikipedia/Mueller/MSC

Nicht nur aus dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, das Prof. Schellnhuber lange geleitet hat, kommt diese Botschaft. Das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie erklärt in einem 2017 erschienenen Buch Die Große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels die lange aufrechterhaltene Doktrin, daß die sog. „erneuerbaren Energien“ nicht nur dem vermeintlichen Klimaschutz dienten, sondern auch wirtschaftliche Vorteile böten, für falsch und erläutert die Große Transformation wie folgt:

„Es gilt vielmehr, über absolute ökonomische Begrenzungspolitiken nachzudenken, die einen effektiven Schutz knapper ökologischer Ressourcen gewährleisten: dazu gehören die schon bestehenden Zielwerte für den absoluten Energieverbrauch – vor allem die Halbierung des Primärenergieverbrauchs in Deutschland bis 2050 – und die Treibhausgasemissionen, die es vollständig zu vermeiden gilt. Hinzu müssen zum Beispiel Moratorien zum Abbau fossiler Energien, der Ausweis von umfassenden Schutzgebieten auf dem Land, aber insbesondere auch in den Meeren, und absolute Mengenbegrenzungen treten.“

Durch die Dauerberieselung mit klimapolitischen Halbwahrheiten wurde die Forderung nach der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft von der Bevölkerung angenommen und lieferte der Politik die Handlungsgrundlage, für gesellschaftspolitische Programme wie den „Green Deal“ der EU4 und den „Reset“ in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Folgen dieser Politik, die das Wuppertaler Institut so klar formulierte, werden der Bevölkerung jedoch nicht genannt.

Der Green Deal der EU sieht u. a. vor, durch Reduktion des Kohlendioxids in der Energieerzeugung eine sog. Klimaneutralität der EU bis 2050 zu erreichen, mit dem Ziel, die angeblich von Menschen gemachte Klimaveränderung auf eine Temperaturerhöhung von unter 2 °C gegenüber der sog. vorindustriellen Zeit zu senken, um die Zukunft der Menschheit zu retten. Diese 2-Grad-Grenze und die bereits diskutierte 1,5-Grad-Grenze sind durch keine belastbaren Messungen abgesichert und stammen aus vom IPCC verbreiteten, unzureichenden Computermodellen.

Es ist offensichtlich, daß sich andere Ziele hinter dem Green Deal verbergen als eine vorgegebene Klimarettung.

Mit der großen Transformation soll eine vollständige Änderung der bestehenden Gesellschaft erreicht werden, wie aus der Äußerung der früheren Bundeskanzlerin Merkel bei der letzten Klimakonferenz 2021 zu entnehmen ist: „Was wir brauchen, ist ein umfassender Wandel der Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und wirtschaften“ (s. Ausführungen des Wuppertaler Instituts).

Die große Transformation wird wesentlich schwerwiegendere Folgen haben, als bisher im Rahmen der Klimapolitik in Folge der Erderwärmung der Bevölkerung vermittelt wird.

Die Entwicklung und Existenz der Erdbevölkerung wird nicht durch die angeblich menschengemachte Klimaerwärmung gefährdet. Die Gefahr liegt in dem durch die Abschaltung und Verdammung bestehender Energiequellen erzeugten Energiemangel.

Ausreichende Energieversorgung ist die Grundlage menschlicher Existenz. Die Weltbevölkerung, die heute bereits ca. 8 Milliarden Menschen zählt, wächst ständig. Diese Menschen aus kohlendioxidfreien Energiequellen wie Solarzellen, Windkraftanlagen und Bioenergieanlagen energetisch ausreichend zu versorgen, kann jedoch der Bevölkerung inzwischen nicht mehr glaubhaft übermittelt werden. Ohne die Zustimmung der Bevölkerung ist die große Transformation jedoch zum Scheitern verurteilt.

Um trotzdem die Energieumstellung auf sog. „erneuerbare Energien“ der Bevölkerung plausibel zu machen und keinen Zweifel an der angeblich den Planeten rettenden großen Transformation aufkommen zu lassen, wurde die Wasserstoffinitiative ins Leben gerufen.

In Europa haben die Europäische Kommission und 27 europäische Staaten 2018 diese Initiative beschlossen. Durch die Zusammenarbeit und das große Marktvolumen der EU soll der Wasserstoff durch Elektrolyse mit Hilfe elektrischer Energie aus Windkraftanlagen wettbewerbsfähig gewonnen und als Ersatz für natürliches Erdgas eingesetzt werden.

Die Wasserstofftechnologie ist eine Variante der Energieumstellung, die bei näherer Überprüfung aus technischen, wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Gründen die Rahmenbedingungen für eine Energieumstellung gegenüber Solarzellen, Windkraftanlagen und Bioenergieanlagen sogar noch verschlechtert.

Wasserstoff – der Hoffnungsträger der großen Transformation

Wasserstoff wird je nach Herstellung mit einer Farbe gekennzeichnet.5 Der grüne Wasserstoff, nur über Elektrolyse mit Strom aus Windkraftanlagen hergestellt, ist die angestrebte Endlösung. Er wird als das Öl von morgen gepriesen. Alle anderen Farb-Varianten des Wasserstoffs können als Zwischenlösungen für die Einführung der Wasserstofftechnologie so lange dienen, bis ausreichen grüner Wasserstoff zur Verfügung steht.

Vordergründig wird die hohe Energiedichte des Wasserstoffs angeführt (33 kWh/kg). Die ungelösten Fragen zur Herstellung von grünem Wasserstoff in den erforderlichen Mengen und die zu erwartenden Kosten für den Aufbau der Infrastruktur und dem Unterhalt dieser Technologie werden jedoch verschwiegen.

Aktuelle Studien weisen jährlich volkswirtschaftliche Mehrkosten für diese Technologie unter idealen Bedingungen von 300–400 Milliarden EUR pro Jahr allein für Deutschland aus. Dieses Geld geht der Gesellschaft verloren. Wasserstoff wird u. a. im Verkehrssektor als zukünftiger Energieträger für den Endverbraucher (ohne Steuern und Abgaben) einen 4–5fach höheren Preis haben als Benzin, Diesel oder Erdgas heute, da er u. a. bis zur Nutzung extreme Energieverluste verursacht.

Rechnet man den Betrag von ca. 400 Milliarden EUR allein auf westliche Industriestaaten hoch, landet man im mehrstelligen Billionenbereich. Wenn von zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit von Wasserstoff gesprochen wird, bedeutet das, daß heutige Produkte wie Benzin, Diesel, Erdgas etc. über künstliche Verteuerungen durch Kohlendioxid-Zertifikate oder andere Steuern in die Konkurrenzlosigkeit getrieben werden. Das ändert jedoch nichts am volkswirtschaftlichen Verlust beim Einsatz von grünem Wasserstoff.

Der Zugriff des Menschen auf preiswerte Energiesysteme setzt die Rahmenbedingungen, unter denen sich gesellschaftliche, ökonomische oder kulturelle Strukturen bilden können und bestimmt die Grundzüge einer Gesellschaft. Damit ist der Green Deal wirtschaftlich und bevölkerungspolitisch kontraproduktiv.

Qui bono? Wem nutzt diese politische Aktivität dann?

3. Die globale Verschuldung und die große Transformation

Die globale Verschuldung, die 2013 noch ca. 210 Billionen USD betrug, stieg in den Folgejahren unaufhaltsam und erreichte 2021 einen Wert ca. 280 Billionen USD. Das weltweite Bruttoinlandprodukt stieg dagegen nur von 68 Billionen USD im Jahr 2013 auf 79 Billionen USD im Jahr 2021. Das Verhältnis von Verschuldung und weltweitem Bruttoinlandprodukt stieg damit von 310 % im Jahr 2013 auf 355 % im Jahr 2021. Ein sich alarmierend verschlechterndes Verhältnis zwischen der weltweiten Wirtschaftskraft und der globalen Verschuldung!

Die Befürchtung war, daß mit den hohen Schulden und wenigen neuen produktiven Investitionen in der zu erwartenden Deflation massenhafte Zahlungsausfälle von Unternehmen und Staaten die Banksysteme und große Vermögensverwaltungen unter ihren Spekulationsschulden begraben würden. Unter Führung der Bank of England unter ihrem damaligen Chef Mark Carney kamen die großen Zentralbanken und die Vermögensverwalter der westlichen Welt zu dem Schluß, daß nur durch eine organisierte Nachfragesteigerung und gelenkte Inflation der sich anbahnenden Gefahr einer Schuldendeflation gegengesteuert werden könnte. Es war der einzige Weg, der gesehen wurde, um drohende immense Verluste der weltweit führenden Zentralbanken und Vermögensverwalter zu vermeiden bzw. wenigstens zeitweise aufzuschieben. So wurde in den letzten Jahren zunehmend der Weg in eine organisierte Nachfragesteigerung und gelenkte Inflation eingeschlagen.

Neben dem Ankauf von Schuldentiteln einzelner Länder sollten die Zentralbanken von den Regierungen für bestimmte ausgewählte Projekte die Aufgabe übernehmen, Investitionen in großem Umfang zu steuern und mit ausreichenden Mitteln zu versorgen, um die Inflation zu stützen. Von den Regierungen wurde dabei erwartet, diese Vorhaben durch gesetzliche Vorschriften, steuerliche Anreize und Motivation der Bevölkerung zu begleiten.

2020 erreichte die weltweit eng gefaßte Geldmenge M1 (Bargeld oder Sichteinlagen, täglich umwandelbar oder für bargeldlose Zahlungen einsetzbar) einen Höchstwert von ca. 200 Billionen USD. Der angestrebte „Regimewechsel“ bedeutet damit nichts anderes als den Versuch, das weltweite Privatvermögen zur Deckung der Schulden einzusetzen. Für den erforderlichen Druck auf die Besitzer dieses Vermögens stand bereits die „menschengemachte Klimakatastrophe“ und die intensiv diskutierte Energiewende bereit. Man mußte den „Regimewechsel“ nur mit der Energiewende zusammenbringen, und die Argumentation für den Zugriff auf diesen Teil der Geldmenge war perfekt. Mit der „Rettung des Planeten“ war damit ein hervorragendes Marketingargument gefunden, private Vermögen für ein neues Geschäftsfeld der Finanzwirtschaft einzusetzen. Es verwundert nicht, daß der o. g. Mark Carney ein Mitverfasser des Pariser Klimaabkommens ist.

Das Pariser Klimaabkommen6 wurde von 193 Ländern unterzeichnet und als großer Durchbruch für die Rettung der Erde gefeiert. Die Unterschrift unter dieses Abkommen wurde den Schwellenländern durch zeitliche Zugeständnisse und den Entwicklungsländern durch das Versprechen der Industrieländer, jährlich 100 Milliarden USD zu ihrer Unterstützung zu mobilisieren, schmackhaft gemacht.

Abgestützt durch das Pariser Abkommen wurden in den letzten Jahren nationale und überregionale Abkommen zum Klimaschutz, wie der Green Reset in den USA bzw. der Green Deal in Europa geschaffen.

Seit 2008 sind drei große Firmen, die sich auf Vermögensverwaltung spezialisiert haben, zu einem riesigen Machtblock zusammengewachsen – BlackRock, Vanguard und State Street. Mit einem verwalteten Vermögen von 8,67 Billionen USD war BlackRock 2020 der größte Vermögensverwalter der Welt, dicht gefolgt von Vanguard mit 6,2 Billionen. State Street verwaltet 3,1 Billionen. Zusammen verwalten diese durch gegenseitigen Anteilsbesitz miteinander verflochtenen Unternehmen ein Vermögen von ca. 18 Billionen USD. Die Kunden sind Privatanleger, Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherungen, Staatsfonds und Zentralbanken. Mit ihren Gewinnen haben diese drei Unternehmen Aktien von mehr als 17.000 wichtiger Unternehmen auf der ganzen Welt gekauft. Sie sind über ihre Vermögensverwaltungen und den häufig entscheidenden Aktienbesitz in der Lage, einen in der Geschichte nie dagewesenen Einfluß durch Konzentration von finanzieller, wirtschaftlicher und politischer Macht auszuüben.

In den letzten 15 Jahren hat sich das Konsortium, in dem BlackRock als „primus inter pares“ agiert, zur faktischen Regierung der ganzen westlichen Welt entwickelt. BlackRock war auf Seiten der Vermögensverwalter maßgeblich an der Entscheidung über den „Regimewechsel“ beteiligt.

BlackRock-Gebäude
Der Hauptsitz des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock in New York City. Bild: Wikipedia/Americasroof

Das direkte Engagement von BlackRock beim Green Deal und dem Green Reset zeigt sich in der Ankündigung, sich in seinen aktiven Investmentfonds aus Unternehmen zurückzuziehen, die mehr als 25 % ihrer Einnahmen aus Kohle generieren. Hinzu kommen Forderungen in den jährlichen Briefen von BlackRock an die Vorsitzenden großer Firmen, ihre Investmentprozesse stärker auf den Klimawandel und die Erfüllung der ESG-Vorschriften auszurichten (siehe unter 4).

Vordergründig wird argumentiert, daß Unternehmen, die auf fossilen Rohstoffen aufbauen oder einen anders gearteten großen Kohlenstoff-Fußabdruck haben, bei Nichterfüllung der ESG-Vorschriften an Aktienwert verlieren würden – wegen der verbreiteten Überzeugung, daß sie damit der Gesellschaft Schaden zufügen. Eine Argumentation, die die wirklichen Beweggründe von BlackRock und seinen Verbündeten geschickt vertuscht, mit Hilfe einer weltweiten grünen Finanzblase ihrer treuhänderischen Verantwortung für ihre milliardenschweren Kunden gerecht zu werden, die auf ständig steigende Gewinne setzen. Nachfragesteigerung und Inflation sind dafür die geeigneten Methoden, wenn im privaten Besitz ausreichend Finanzmittel verfügbar sind. Die Abschaltung preiswerter Energiequellen ist dabei der einfachste Weg, das Privatvermögen zur Deckung der Schulden zu nutzen.

Deutlicher, als sich Prinz Charles von England, einer der wesentlichen Vorkämpfer der großen Transformation, in seiner Rede während des Klimagipfels in Glasgow 2021 äußerte, kann der Angriff auf das weltweite Privatvermögen nicht mehr formuliert werden:

„Der Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt… stellen eine noch größere existentielle Bedrohung dar als die COVID-Pandemie, und zwar in dem Maße, daß wir uns auf eine kriegsähnliche Situation einstellen müssen. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung, die die endlichen Ressourcen des Planeten immer stärker beansprucht, müssen wir die Emissionen dringend reduzieren…Wir wissen, daß das nicht Milliarden, sondern Billionen kosten wird… Hier ist eine großangelegte militärische Kampagne erforderlich, um die Kräfte des globalen Privatsektors zu bündeln. Mit Billionen zur Verfügung, die weit über das globale Bruttoinlandsprodukt hinausgehen und dem größten Respekt, sogar mehr als die Regierungen der führenden Politiker der Welt, bietet er die einzige wirkliche Aussicht, eine grundlegende wirtschaftliche Wende zu erreichen.“

4. Die Große Transformation und das Weltwirtschaftsforum

Die Große Transformation zu einer post-industriellen Gesellschaft wird gesellschaftspolitisch durch den Gründer des Weltwirtschaftsgipfels, Klaus Schwab, weitergesponnen. In seinem Buch Covid 19 – The Great Reset wird auf Seite 142 der englischen Ausgabe ausgeführt:

„Selbst beispiellose und drakonische Lockdowns, bei denen ein Drittel der Weltbevölkerung mehr als einen Monat lang in ihren Häusern eingeschlossen war, erwiesen sich in keiner Weise als brauchbare Dekarbonisierungsstrategie, da die Weltwirtschaft dennoch weiterhin große Mengen an Kohlendioxid emittierte. Wie könnte eine solche Strategie also aussehen? Die enorme Größe und Tragweite der Herausforderung kann nur durch eine Kombination aus zwei Faktoren bewältigt werden:

1. Eine radikale und tiefgreifende Systemveränderung der Art und Weise, wie wir Energie erzeugen, die wir zum Leben benötigen, und

2. Strukturelle Veränderungen in unserem Konsumverhalten.

Diese Aussagen münden in den sog. Stakeholder-Kapitalismus, in dem Unternehmen so geführt werden sollen, daß sie klimaneutral, dem Wohl von Lieferanten, Kunden, Arbeitnehmern und dem Gemeinwohl dienen, kurz gesagt die ESG-Kriterien erfüllen.

Der Stakeholder-Kapitalismus ist eine Abkehr von der Shareholder-Value-Doktrin, dessen soziale Verantwortung eines Unternehmens darin besteht, seine Ressourcen zur Steigerung des Gewinns einzusetzen. Die restliche soziale Verantwortung liegt beim Shareholder-Kapitalismus in den Händen des Staates.“

Es ist ein kurzer Weg von der Forderung nach einem Stakeholder-Kapitalismus zu den Aktivitäten von BlackRock mit dem Ziel eines allumfassenden Regimewechsels.

5. Erdbevölkerung und die große Transformation

Die Debatte über die große Transformation wird nicht offen geführt. Ihre Durchsetzung ist mit einer nicht zu vernachlässigen Ökodiktatur verbunden, die über Taxonomie, Steuern und Anhebung der Verbraucherpreise das Privatvermögen angreift und die gesellschaftlichen Freiräume des einzelnen massiv reduziert. Unter dem Deckmantel der Rettung der Erde vor einem postulierten Klimatod erfolgt die Ausplünderung privater Vermögen in einer nie dagewesenen Weise. Die Folge wird eine zunehmende Verarmung der Erdbevölkerung sein mit einer katastrophalen Auswirkung auf das Bevölkerungswachstum. Im „BP-Energy Outlook 2020“ (Abbildung 4) wird das Wachstum der Weltbevölkerung, welches in der Periode 1995 bis 2018 ca. 1,2 % pro Jahr betrug, für die Jahre 2018 bis 2050 mit 0,7 % pro Jahr angegeben. Die Weltbevölkerung erreicht danach 2050 den in Abbildung 1 angegeben Wert von 9,75 Milliarden.

Energy Outlook 2020
Abbildung 4. Drei Varianten des globalen Primärenergiebedarfs. Bild: BP Energy-Outlook 2020

Für die angestrebte „Netto-Null-Lösung“, den Fall eines bezüglich der Atmosphäre vollständigen Ausgleichs von kohlendioxidproduzierenden und kohlendioxidabsorbierenden Prozessen weist der BP-Bericht einen weltweiten Primärenergieverbrauch von 620 EJ pro Jahr und für die „business as usual“-Alternative einen weltweiten Primärenergieverbrauch von 720 EJ pro Jahr aus. Die Zahlen bedeuten einen Pro-Kopf-Verbrauch von 65 GJ pro Kopf und Jahr für die Netto-Null-Lösung und 76 GJ pro Kopf und Jahr für die „business as usual“-Alternative. Während der Pro-Kopf-Verbrauch sich im letzteren Fall in den nächsten 30 Jahren nicht ändert, sinkt er bei der Netto-Null-Lösung auf 65 GJ pro Kopf und Jahr und unterschreitet damit die in Punkt 1 ausgewiesene Grenzmarke von 84 GJ pro Kopf und Jahr noch deutlicher, als es heute der Fall ist. Ein markanter Widerspruch zu der in Punkt 1 dargestellten Abhängigkeit des Bevölkerungswachstums von der Verfügbarkeit der Primärenergie!

Die Netto-Null-Lösung führt durch den Rückgang des Pro-Kopf-Primärenergieverbrauchs zu einem verstärkten Bevölkerungswachstum. In der BP-Studie ist dieses Resultat nicht berücksichtigt. Der malthusianische Ansatz, durch Reduktion des Primärenergieangebots einen Rückgang der Erdbevölkerung zu erreichen, der auch der großen Transformation zugrunde liegt, ist falsch. Er findet sich jedoch in vielen aktuellen politischen Äußerungen wieder.

Deutlicher als Dennis Meadows, einer der Autoren des „Club of Rome“-Berichtes, kann man diese Absicht kaum formulieren: „… selbst 7 Milliarden Menschen sind zuviel für diesen Planeten… wenn jeder das volle Potential an Mobilität, Ernährung und Selbstentfaltung haben darf, sind es 12 Milliarden“.

Der frühere US-Präsident Obama sagte 2013 in der Johannisburger Universität auf Fragen nach seinen Plänen für die Entwicklung Afrikas, daß es nicht anginge, den Lebensstandard in Afrika anzuheben. „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder ein Auto, Klimaanlagen und ein großes Haus haben wollte? Das würde den Planeten zum Überkochen bringen.“

Der britische Prinz Philip äußerte 1981:

„Das menschliche Bevölkerungswachstum ist wahrscheinlich die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit… Je mehr Menschen es gibt, desto mehr Ressourcen werden sie verbrauchen, desto mehr Umweltverschmutzung werden sie verursachen, desto mehr Kämpfe werden sie austragen. Wenn es nicht freiwillig kontrolliert wird, wird es unfreiwillig durch die Zunahme von Krankheiten, Hunger und Krieg kontrolliert werden.“

Und 1988 wurde er von dpa zitiert: „Für den Fall, daß ich wiedergeboren werde, würde ich gern als tödliches Virus zurückkehren, um etwas zur Lösung der Überbevölkerung beizutragen.“

Doch die Ausführungen von Punkt 1 beweisen, daß genau mit dem umgekehrten Weg, d. h. einer ausreichenden Primärenergieversorgung für alle Menschen, eine stabile Bevölkerungszahl auf der Erde erreicht werden kann.

Die große Transformation, basierend auf zweifelhaften wissenschaftlichen Erkenntnissen, unterstützt von westlichen Zentralbanken und Vermögensverwaltern zur Rettung des Finanzsystems, ist ein ethisch äußerst fragwürdiges Ansinnen.

Zwischenzeitlich haben zum Glück für die Menschheit Entwicklungs- und Schwellenländer erkannt, daß sie als Opferlämmer dieser Gesellschaftstransformation ausersehen wurden.

Der G20-Gipfel in Rom 2021 und die für die westlichen Regierungen enttäuschenden Ergebnisse des COP26, der Weltklimakonferenz in Glasgow, lassen die Hoffnung aufkommen, daß die Menschheit vor der „selbstgemachten Katastrophe“ verschont bleiben könnte, die durch die Verteufelung von Energieerzeugungsverfahren auf der Basis fossiler oder nuklearer Rohstoffe und ihrer Abschaffung unvermeidlich erzeugt wird.


Dr. Jürgen Langeheine, Autor des Buches Energiepolitik in Deutschland – das Geschäft mit der Angst, ist promovierter Physiker und war hochrangiger Manager der BASF.

Fußnote(n)
  1. 1 Gigajoule sind 109 Joule[]
  2. Thomas Robert Malthus, “Essay on the Principle of Population”, die in den Forderungen u. a. des Club of Rome in eine Beschränkung der Bevölkerungsentwicklung münden, da aufgrund dieser Theorie nicht ausreichend Ressourcen für ein unbegrenztes Wachstum zur Verfügung stehen könnten.[]
  3. Darin heißt es: „…Das Wirtschaftsmodell der vergangenen 250 Jahre mit seinen Regelwerken, Forschungslandschaften, Ausbildungssystemen, gesellschaftlichen Leitbildern sowie Außen-, Sicherheits-, Entwicklungs-, Verkehrs-, Wirtschafts-, und Innovationspolitik war nahezu alternativlos auf die Nutzung fossiler Energieträger zugeschnitten. Dieses komplexe System muß nun grundlegend umgebaut und auf die Dekarbonisierung der Energiesysteme sowie radikale Energieeffizienzsteigerungen ausgerichtet werden…“

    „…Das Ausmaß des vor uns liegenden Übergangs ist kaum zu überschätzen. Er ist hinsichtlich der Eingriffstiefe vergleichbar mit den beiden fundamentalen Transformationen der Weltgeschichte: der Neolithischen Revolution, der Erfindung und Verbreitung von Ackerbau und Viehzucht sowie der Industriellen Revolution, die von Karl Polanyi als Great Transformation beschrieben wurde und den Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft beschreibt.“[]

  4. „Klimawandel und Umweltzerstörung sind existentielle Bedrohungen für Europa und die Welt. Mit dem europäischen Grünen Deal wollen wir daher den Übergang zu einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen, die bis 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt, ihr Wachstum von der Ressourcennutzung abkoppelt und niemanden, weder Mensch noch Region, im Stich läßt.“

    Ein Drittel der Investitionen aus dem Aufbaupaket NextGenerationEU und dem Siebenjahreshaushalt der EU mit einem Umfang von insgesamt 1,8 Billionen EUR fließt in den Grünen Deal (https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_de). []

  5. Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei für die Elektrolyse ausschließlich Strom aus „erneuerbaren Energien“ zum Einsatz kommt. Gelber Wasserstoff wird durch Elektrolyse mit Strom aus nicht erneuerbaren Quellen erzeugt. Weißer Wasserstoff wird über Fracking gewonnen. Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Rohstoffen, in der Regel durch Dampfreforming aus Erdgas gewonnen. Dabei wandelt sich Erdgas in Wasserstoff und Kohlendioxid um. Blauer Wasserstoff ist grauer Wasserstoff, bei dem das Kohlendioxid abgeschieden und gespeichert wird (Carbon Capture and Storage CCS). Türkiser Wasserstoff wird aus Methan über thermische Spaltung gewonnen (Methanpyrolyse). Dabei entsteht fester Kohlenstoff.[]
  6. Die Staaten einigten sich auf ein langfristiges Ziel, nämlich den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 °C, da dies die Risiken und Folgen des Klimawandels deutlich vermindern würde; Anstrengungen dahingehend, daß die weltweiten Emissionen möglichst bald ihren Gipfel überschreiten, wobei den Entwicklungsländern hierfür mehr Zeit eingeräumt wird; rasche nachfolgende Emissionssenkungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse.

    Die EU und andere Industrieländer werden auch künftig Klimaschutzmaßnahmen unterstützen, um in Entwicklungsländern Emissionen zu verringern und diese Länder widerstandsfähig gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen. Auch andere Länder werden aufgefordert, solche Unterstützung freiwillig in die Wege zu leiten oder fortzusetzen.

    Die Industrieländer haben ihr derzeitiges gemeinsames Ziel bekräftigt, bis 2020 jährlich 100 Milliarden USD zu mobilisieren, und sie beabsichtigen, dieses Ziel bis 2025 fortzuschreiben. Für die Zeit danach wollen sie ein neues und ehrgeizigeres Ziel festsetzen.[]

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