Dynamik in der Wirtschaft
Aus genau denselben Gründen, die meiner bisherigen Argumentation in diesem Bericht zugrunde liegen, sind praktisch alle mir bekannten Ökonomen relativ inkompetent, wenn es darum geht, die dringendsten Probleme anzugehen, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist. Praktisch alle diese Ökonomen verwenden eine kartesianische oder verwandte statistische Methode, bei der der Wirtschaftsraum wie ein mechanisches – bzw. kinematisches – System behandelt wird. Weder das Universum noch irgendeine reale Wirtschaft funktionieren indes nach Regeln, die mit einer solchen kartesianischen Methode in Einklang stehen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Ökonomen nicht auch gute Menschen sein können. Viele von ihnen sind intelligent, nützlich und haben gute Absichten. Es bedeutet lediglich, dass Ökonomen und verwandte Fachleute, die an die legitime Existenz eines monetär-finanziellen Systems als Grundlage für die Organisation von Volkswirtschaften oder der Beziehungen zwischen souveränen Nationen glauben, nur über eine begrenzte Kompetenz verfügen. Das einzig kompetente System ist ein System der physischen Wirtschaft, dessen Finanzbeziehungen wie im Bretton-Woods-System organisiert sind, nämlich als internationales Kreditsystem mit relativ festen Wechselkursen – so wie es Henry C. Carey, Benjamin Franklin und Alexander Hamilton gefallen würde.
Alle bestehenden wirtschaftlichen Organisationsformen, die sich aus den vorherrschenden Handlungsrichtlinien ableiten, sind allein dadurch zum Scheitern verurteilt, dass sie auf einer Reihe falscher, als universell angenommener Prinzipien basieren. Die schlechtesten Wirtschaftsdoktrinen sind diejenigen, die wie das derzeitige globale „Freihandelssystem“ vorrangig auf Wucherzinsen beruhen.

Tatsächlich könnte die Zivilisation auf diesem Planeten für lange Zeit verschwinden, wenn die derzeit geltenden Regeln des internationalen Handels, der Technologie und der Währungsangelegenheiten nicht umgehend aufgehoben werden. Wann genau dies geschehen wird, ist ungewiss; einer der Gründe dafür ist, dass meine Konkurrenten unter den üblichen Prognostikern in Bezug auf den Kurs, der von der derzeit politikbestimmenden Matrix vorgegeben wird, stets falsch liegen. Dessen ungeachtet stehen wir derzeit am Rande eines allgemeinen zivilisatorischen Zusammenbruchs auf dem gesamten Planeten, es sei denn, die derzeit vorherrschende Politik – insbesondere der fatale monetaristische und „pro-malthusianische“ Kurs – wird mehr oder weniger sofort abgeschafft und durch einen geeigneteren, ehrlicheren ersetzt.
Die tatsächliche Funktion realwirtschaftlicher Prozesse lässt sich nicht im Rahmen der statistischen Kinematik lokalisieren. Kompetente Wirtschaftswissenschaft und kompetente nationale Wirtschaftspolitik basieren auf Dynamik, nicht auf statistischer Kinematik. Die eigentliche Funktion von Volkswirtschaften liegt in der jeweiligen Riemannschen Form der Dynamik, in deren Rahmen der wirtschaftliche Prozess abläuft.
Jedes universelle physikalische Prinzip, wie Keplers Entdeckung der universellen Gravitation das Konzept eines solchen Prinzips veranschaulicht, ist als eine „Randbedingung“ zu betrachten, innerhalb derer eine Wirtschaft operiert: als Grenze, wie die Wände eines Aquariums, innerhalb derer die Wirtschaft operiert.
In jedem relativ stabilen Wirtschaftsraum sind drei allgemeine Bedingungen wirksam:
- Die Änderungsrate in der Kapitalintensität der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte,
- die Annäherung an eine Randbedingung, bedingt durch eine begrenzte Menge an verwendeten universellen physikalischen Prinzipien, und
- Grenzen, die durch die mangelnde Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Infrastruktur gesetzt werden.
Diese Bedingungen definieren die relative Grenze, innerhalb derer jeder relativ stabile Zustand dieses Systems operiert. Kurz gesagt: Wenn sich der realwirtschaftliche Prozess diesen Grenzen nähert, entsteht eine Barriere. Sofern kein geeigneter, qualitativer technologischer Wandel eingeleitet wird, tritt das Wirtschaftswachstum, gemessen in physikalischen Grössen, pro Kopf und pro Quadratkilometer, in eine Phase der beschleunigten Verlangsamung ein und nähert sich danach einem Zustand, in dem das Wachstum negativ wird. Mit Eintritt in diese Phase des Prozesses drohen die Veränderungsraten dazu, hyperbolisch zu werden, wie wir am komplexen Prozess des Niedergangs und des drohenden Zusammenbruchs der US-Wirtschaft während der Amtszeit von George W. Bush jr. von 2001 bis 2007 beobachten können.

Dieser drohende Zusammenbruch könnte eintreten, wenn die Wirtschaft unter den bestehenden politischen Trends weiterliefe, wie es beim Niedergang der US-Wirtschaft unter Präsident Clinton der Fall war. Noch schlimmer wäre es qualitativ, wenn sich die Geschwindigkeit des wirtschaftlichen Zusammenbruchs durch politische Änderungen im Vergleich zur Clinton-Regierung radikal beschleunigte – insbesondere durch Änderungen wie die ruinösen und verschwenderischen wirtschaftlichen Auswirkungen der Kriegs- und Sicherheitspolitik der Bush-Regierung.
Tatsächlich ist die Situation noch viel, viel schlimmer. Entgegen dem Mythos des in England ausgebildeten Ökonomen Karl Marx waren weder „alle zehn Jahre wiederkehrende Marktkrisen“ noch ähnliche Entwicklungen jemals wissenschaftlich unvermeidbar. Zugegebenermassen traten Krisen, die in etwa dieser Beschreibung entsprachen, tatsächlich auf – so wie ein ausgestopftes Tier eines Präparators wie ein lebendes Tier aussehen kann –, aber die Ursache für ihr Auftreten lag niemals in den Merkmalen eines technologisch fortschrittlichen agroindustriellen Wirtschaftssystems. Alle diese Krisen hatten spezifisch politische, nicht wirtschaftliche Ursachen; alle diese Krisen in modernen Volkswirtschaften waren die Folge des politischen „Missbrauchs“ durch räuberische politische und finanzielle Interessen.
Natürlich hat es in der Gegenwart Wirtschaftskrisen gegeben, wie der derzeitigen in den USA und darüber hinaus, aber die Ursache selbst war niemals wirtschaftlicher Natur. Vielmehr handelte es sich im Endeffekt immer um politische Angriffe auf das volkswirtschaftliche Wohl. Die Natur solcher Krisen und damit verbundener Katastrophen sowie die Lösungsmöglichkeiten müssen aus der Sicht der physikalischen Ökonomie verstanden werden; aber selbst die am besten konzipierte Wirtschaft wird, wie das best erzogene Kind, nicht unbedingt den Folgen räuberischen Missbrauchs standhalten.
Geopolitik und Wirtschaftskrisen
Der Tod von Präsident Franklin Roosevelt bedeutete eine gelinde Katastrophe für die ansonsten vielversprechenden Aussichten der US-Wirtschaft und für die Lage der Welt insgesamt. Solange jedoch die Politik der USA und das internationale Währungssystem im Anschluss an die Reformen von Franklin D. Roosevelt weiterhin den „protektionistischen“ Vorgaben in internationalen und nationalen Angelegenheiten folgten, herrschte immer noch ein Trend zum physischen Nettowachstum pro Kopf der nationalen und der Weltwirtschaft vor. Trotz aller Dummheiten unter Präsident Truman und später setzte sich dieser relativ vorteilhafte Zustand der US-Wirtschaft bis zur Ermordung von Präsident John F. Kennedy fort.
Mit der Ermordung Präsident Kennedys setzte jedoch eine existenzielle Krise für die USA und für die Sicherheit und das wirtschaftliche Wohlergehen der gesamten Welt ein. Dieser Abwärtstrend hatte praktisch bereits am Tag der Amtseinführung von Präsident Kennedy begonnen; seine Ermordung löste den Albtraum aus, dem seine Präsidentschaft weitgehend widerstanden oder sogar Einhalt geboten hatte. Mehrere politische Entscheidungen seiner Regierung, besonders seine fortschrittliche Wirtschaftspolitik, sein Widerstand gegen die geplante Ausweitung des Krieges in Indochina und sein Entschluss, einen Menschen zum Mond zu schicken, waren für bestimmte angloamerikanische Kreise Anlass, Präsident Kennedy und die voraussichtliche zukünftige Kandidatur seines Bruders Robert aus dem Weg zu räumen. Kennedys Bestreben, zu den Erfolgen der Regierung Franklin Roosevelts zurückzukehren, stand in direktem Widerspruch zu den Vorstellungen der relevanten angloamerikanischen Finanzinteressen – derselben Finanzinteressen, die zuvor Mussolini, Adolf Hitler, Franco und andere an die Macht gebracht hatten.
Der Erste und Zweite Weltkrieg waren nicht unvermeidlich; Vorbereitung und Beginn dieser geopolitischen Kriege, die im Namen vermeintlicher globaler Eigeninteressen der anglo-niederländischen liberalen Fraktion eingeleitet wurden, waren willentliche Interventionen in die Weltpolitik, wie sie sich seit der Zeit nach dem Sieg von Präsident Abraham Lincoln über die Konföderation unter Lord Palmerston entwickelt hatte.

Lincolns Sieg hatte die Absicht des früheren amerikanischen Außenministers und Präsidenten John Quincy Adams verwirklicht, eine souveräne Republik zwischen zwei Ozeanen und ihren Grenzen zu Kanada und Mexiko zu konsolidieren. Mit den unter der Präsidentschaft Lincolns gefestigten Entwicklungen waren die USA zu einer unabhängigen Macht geworden, die von keinem Angreifer erobert werden konnte, außer durch von außen induzierte Korruption ihrer Politik und Moral.
Angesichts des Souveränitätsstatus der USA als kontinentaler Macht – d. h. der Entwicklungen seit der Hundertjahrfeier in Philadelphia im Jahr 1876 bis zu den britischen Vorbereitungen für einen geopolitischen Krieg gegen das kontinentale Eurasien – galten die von den USA auf diesem Kontinent angeregten Einflüsse als Bedrohung für die imperialen Interessen der anglo-niederländischen liberalen Seemacht. Diese Ansicht wurde von dieser Macht und ihren Komplizen innerhalb und außerhalb der Finanzzentren der USA selbst vertreten. Wie die amerikanischen Reformen in Japan, im Deutschland Bismarcks, im Russland Mendelejews und Alexander III. sowie in anderen Ländern verdeutlichen, sahen diese Kreise im Laufe der 1870er Jahre die Gefahr, dass die Wirtschaftskraft Eurasiens durch die Nachahmung des US-amerikanischen Vorbilds so weit gestärkt würde, dass die imperiale Vorherrschaft der liberalen Seemacht Großbritannien und Niederlande über die Welt bedroht wäre.
Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts waren die typische anglo-niederländische Reaktion auf den geopolitischen Konflikt zwischen der aufstrebenden, unabhängigen Macht der USA und ihren Freunden auf dem eurasischen Kontinent einerseits und andererseits dem, was der britische Lord Shelburne als dauerhaftes anglo-niederländisches liberales Weltreich in Fortsetzung des Römischen Reiches etablieren wollte.
Es war nicht die wirtschaftliche Rivalität an sich, die die anglo-niederländischen liberalen Interessen dazu veranlasste, sich für das Konzept der imperial-geopolitischen „Einen Welt“, für ein unipolares Imperium, stark zu machen (und sich heute für die voranschreitende, vom anglo-niederländischen Liberalismus gelenkte und nach 1989 von Thatcher und Mitterrand vorangetriebene wirtschaftliche Zerstörung der USA und Kontinentaleuropas einzusetzen). Es war der Konflikt zwischen zwei unvereinbaren, gegensätzlichen Gesellschaftssystemen: dem anglo-niederländischen, liberalen, imperialen System, das auf eine permanente Weltregierung (d.h. „Globalisierung“) abzielt, und dem Konzept eines Systems aus jeweils vollkommen souveränen Nationalstaaten, wie es durch das vom US-Finanzminister Alexander Hamilton beschriebene amerikanische System verkörpert wird – einem Hamilton, der dann von Aaron Burr, einem britischen Spion unter Lord Shelburne und Jeremy Bentham, erschossen wurde.
Die jüngsten oder zukünftigen zyklischen Depressionen auf diesem Planeten sind nicht unvermeidbar; vermeidbar wäre der durch die ausdrückliche Sichtweise von H.G. Wells und Bertrand Russell verkörperte Widerstand gegen jene wissenschaftlich geprägte wirtschaftliche Entwicklung, mit der sich der Planet durch die bevorstehenden Grenzbereiche aufeinanderfolgender wissenschaftlich-technologischer Revolutionen in der Weltwirtschaft führen ließe. Solange wir an der Wirtschaftspolitik festhalten, die sich aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskampf, der US-Verfassung und ihren Vorschriften für ein nationales Kreditsystem anstelle eines Währungssystems ergibt, wäre eine intern generierte Wirtschaftskrise in einer souveränen Republik keineswegs unvermeidbar.
Die gegenwärtigen Weltkrisen und die verwerfliche Rolle der korrupten US-Regierung unter Bush und Cheney stellen uns vor eine Herausforderung, die keine unvermeidliche Wirtschaftskrise ist. Die Herausforderung geht nicht von einem mächtigen äußeren Feind aus, sondern von den in- und ausländischen Komplizen dieser Regierung und ihrer aktuellen Innen- und Außenpolitik. Würden die Vereinigten Staaten die derzeitige Bush-Cheney-Regierung durch eine kompetente neue Regierung ersetzen – und die Mittel, um diesen Wandel auf verfassungsmäßige Weise herbeizuführen, sind durchaus vorhanden –, stünden bereits Mittel zur Zusammenarbeit mit den führenden Mächten der Welt und anderen zur Verfügung, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen und anderen bedrohlichen Gefahren für die Zivilisation schnell unter Kontrolle zu bringen.
Sobald wir verstehen, wer oder was der eigentliche Gegner unserer Republik ist, und entsprechend handeln, können wir uns den eigentlichen Aufgaben der Welt- und Volkswirtschaft widmen. An diesem Punkt wird Wirtschaftspolitik zum Thema eines sachkundigen Ansatzes, um die Herausforderung zu bewältigen, eine bereits weitgehend ruinierte Wirtschaft in eine gesunde und dauerhaft prosperierende Wirtschaft umzuwandeln.
Was ist Wohlstand?
Das eigentliche Ziel der Wirtschaftspolitik ist es nicht, die Menschen reich zu machen, sondern sie glücklich zu machen, in dem Sinne, dass die Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Gottfried Wilhelm Leibniz‘ Begriff des „Strebens nach Glückseligkeit“ – und damit seine vernichtende Kritik an dem bösartigen John Locke – als erklärtes Ziel der Politik der neu gegründeten Republik wählten.
Da wir alle früher oder später sterben, kann für vernünftige Menschen das Glück nicht darin bestehen, lediglich den Tod zu erreichen, sondern in der Gewissheit, ein glückliches Leben geführt zu haben, das zu den ehrbaren Bestrebungen früherer Generationen und zum Wohl künftiger Generationen beigetragen hat.
Um dies zu erreichen, müssen wir unsere physische Wirtschaft in einer Weise entwickeln, die mit dieser Definition von Glück im Einklang steht. Zum besseren Verständnis sollten wir hierzu den Begriff „Glück“ entsprechend dem Begriff Agape (Nächstenliebe) verwenden, wie er von Platon und dem Apostel Paulus im 1. Korintherbrief 13 verwendet wird. Das bedeutet nicht, dass wir lediglich andere Menschen oder uns selbst erfreuen sollten; vielmehr sollten wir unseren Schöpfer erfreuen, in dessen Händen unsere Unsterblichkeit ruht. Ich bin mir sicher, dass dieser Schöpfer einen sehr ausgeprägten Sinn für Humor hat, denn wie könnte Er sonst die verbreiteten Torheiten der Erdbevölkerung tolerieren? Vorausgesetzt, dass wir unseren Teil dazu beitragen, die Entwicklung des Universums und der Menschheit voranzutreiben, wird Er sich über unsere kleineren Torheiten amüsieren, so wie alle guten Eltern ihren oft törichten Kindern liebevolle Toleranz entgegenbringen. Glück liegt für uns darin, was wir tun, um die Zukunft der Menschheit zu sichern, und was wir tun, um dies durch die Verbesserung der Lebensbedingungen auf unserem Planeten heute und in unserem Sonnensystem für die Zukunft zu erreichen.
So sagt ein liebevoller, weiser Großvater zu seinem Enkel: „Ich habe dabei mitgeholfen, das zu erbauen!“
Der Menschheit stellt sich eine wichtige wirtschaftliche Herausforderung, nämlich die Dringlichkeit, die sogenannte potentielle relative Bevölkerungsdichte pro Kopf und pro Quadratkilometer zu erhöhen. Um dies zu erreichen, müssen wir den Umstand berücksichtigen, dass jede Entdeckung eines universellen physikalischen Prinzips sowohl eine Quelle für die Steigerung der Leistungsfähigkeit der menschlichen Spezies ist, aber auch eine Randbedingung, die zu einer Krise zu werden droht, wenn unsere Aktivitäten sich dieser Grenze nähern.
Diese entscheidende Grenze erkennt man heute am deutlichsten, wenn nicht vordringlich die weitere Nutzung der Kernspaltung und ebenso die Beherrschung der mit der Kernfusion verbundenen Technologien vorangetrieben wird. Wir nähern uns derzeit einem Punkt, an dem die Menschheit kurz davor steht, „ohne Ressourcen“ zu sein; wir nähern uns einem Punkt, an dem die relativen physikalischen Kosten für die Bereitstellung der bisher genutzten Ressourcen deutlich steigen, sofern nicht fortschrittlichere Technologien eingeführt werden, mit denen die relativen Kosten in physikalischer Hinsicht gesenkt werden können. In dieser Hinsicht könnte sich die Lage für den Großteil der Menschheit in nicht allzu ferner Zukunft als verzweifelt erweisen, wenn wir angesichts von Problemen wie der Verknappung von Trinkwasserressourcen für den menschlichen Gebrauch nicht den Einsatz von Hochtemperatur-Kernspaltungstechnologien vorantreiben.
Vor diesem Hintergrund sollte es offensichtlich sein, dass die Qualität des technologischen Fortschritts in den physischen Produktionsverfahren ausschlaggebend ist, um eine Nettosteigerung der effektiven, nutzbaren Produktion pro Kopf und pro Quadratkilometer zu erreichen. Es muss anerkannt werden, dass die Wissenschaft die Mittel zur Herstellung der benötigten hohen Qualität von Produktionsmitteln sowie von Produkten hervorbringt, und deshalb bestimmt die Wissenschaft die Grundprinzipien jeder kompetenten Wirtschaftspraxis.
Dies ist keine lästige Pflicht für die Menschheit. Die Entwicklung der intellektuellen Fähigkeiten ist sowohl die moralische Verpflichtung jedes Einzelnen als auch das Grundprinzip einer kompetenten Wirtschaftspolitik.
Diese Aufgabe kann nur durch die Entwicklung des Individuums in der Gesellschaft zu qualitativ höheren Zuständen erreicht werden. Dies bedeutet natürlich genau das, was Nikolaus von Kues als das Prinzip der belehrten Unwissenheit bezeichnete.
Was ist die menschliche Seele?
Das russische Akademiemitglied W. I. Wernadskij gab der Welt 1935-1936 einen streng wissenschaftlichen Einblick in die Natur des Lebens und lieferte uns so die Grundlage für eine der größten Entdeckungen überhaupt: Wie kann man die menschliche Seele ontologisch in Bezug auf Wernadskijs Entdeckung von der relativen Bedeutung des Lebens definieren – des Lebens als etwas, das sich absolut von nicht-lebenden Prozessen unterscheidet. 1 Zu einem späteren Zeitpunkt entwickelte Wernadskij ein ähnliches Argument, um den menschlichen Intellekt von der relativ niedrigeren Seinsform des „Lebens“ zu unterscheiden. Auf dieses Thema habe ich in meinem 2005 erschienenen Aufsatz Wernadskij und das Dirichlet-Prinzip Bezug genommen. 2 Ich fasse jene Aspekte zusammen, die für die hier vorliegende theologische Frage relevant sind.

Zum Thema Leben stellte Wernadskij fest, dass zwar die an Lebensprozessen beteiligten chemischen Bestandteile offenbar dieselben seien wie die, die ansonsten im Periodensystem zu finden sind, die Organisation der Lebensprozesse unter Verwendung dieses Materials sich jedoch dynamisch und qualitativ von der nichtlebender Prozesse unterscheide. Wernadskij erkannte auch, dass diese Unterscheidung zwischen lebenden und chemischen Prozessen, die dieselben chemischen Bestandteile verwenden, eine Frage der Riemannschen Dynamik ist. 3
Wie ich in demselben Bericht von 2005 betont habe, ist die kreative Vernunft des Menschen eine spezifische Eigenschaft jenes dynamischen Prinzips, das über den Lebensprozessen des menschlichen Körpers steht. So wie Leben nur aus Leben entsteht und niemals aus nichtlebender Materie als solcher kommt, so entsteht auch die kreative Vernunft des Menschen nur aus dem übergeordneten Prinzip der menschlichen Vernunft und nicht aus dem begrenzten Bereich lebender Organisationen als solchen. Man kann sagen, dass der lebende menschliche Körper von einer biologischen Art ist, die für die Unterstützung der dynamischen Funktionen der menschlichen schöpferischen Vernunft geeignet ist.
So wie beispielsweise ein universelles physikalisches Prinzip wie die Gravitation sowohl für Kepler als auch für Leibniz eine ausgedehnte Seinsform wie das Universum ist und daher in seiner lokalisierten Ausdrucksform infinitesimal erscheint, so drücken jene kognitiven Funktionen des menschlichen Geistes, die man mit den Funktionen universeller physikalischer Prinzipien in Verbindung bringen kann, ein universelles physikalisches Prinzip aus, das höher ist als das der Lebensprozesse, ein universelles physikalisches Prinzip, das effizient auf geeignete Ausdrucksformen von Lebensprozessen einwirkt. Kurz gesagt, das Einwirken dieses universellen Erkenntnisprinzips auf relevante biologische Prozesse nutzt diese Prozesse als Medium für seinen wirksamen Ausdruck. 4
Somit werden durch das Wirken der universellen menschlichen Vernunftkräfte relevante biologische Prozesse von der Dynamik der schöpferischen Vernunft genutzt, so wie das dynamische Prinzip des Lebens das anorganische Material lebender Prozesse nutzt.
Der Nichtlebens-Bereich, das Leben und die schöpferische Vernunft des Menschen drücken so jeweils unterschiedliche, aber miteinander interagierende dynamische Prinzipien des Universums als Ganzes aus.
So wie Cusas Kritik an Archimedes‘ Fehler in Hinblick auf das isoperimetrische Prinzip am Beispiel des Kreises Ausdruck des entsprechenden Konzepts ist, sind die kognitiven Kräfte des menschlichen Geistes kein Ausfluss des lebenden Körpers, sondern ein Prinzip, das den lebenden Körper dynamisch subsumiert.
Dieses dynamische Prinzip der menschlichen Vernunft reflektiert die Idee des Abbildes des Schöpfers. An diesem spezifischen Vergleich kann kein Zweifel bestehen, da nur der schöpferische menschliche Intellekt, dessen Eigenschaften in niederen Lebensformen nicht vorhanden sind, in der Lage ist, an der Qualität der Ideen teilzuhaben, die wir mit dem Schöpfer verbinden. Aus diesem Grund brauchen wir angesichts der Tatsache, dass schöpferische Menschen im Sinne der dynamischen Standards schöpferisch sind, keinen Zweifel an der Existenz des Schöpfers als einem intentionalen Wesen zu haben.
Es ist von Bedeutung, dass der Akt wahrer Kreativität in der Physik oder in klassischen Kunstformen oder in beiden mit höchsten Formen der Freude verbunden ist, einer Freude, die eine Qualität ausdrückt, die wir als Heiterkeit empfinden, als ein leidenschaftliches Gefühl der Wonne. Die größten klassischen Musikkompositionen beispielsweise, die sich an die Chorprinzipien des florentinischen Belcanto, an den Bachschen Kontrapunkt und an die Kompositionsprinzipien von Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven halten, haben die wunderbare Kraft, etwas Resonantes im Menschen zu berühren. Dieselbe Qualität klassischer Komposition ist auch für die Wissenschaft entscheidend, wenn sie im Zusammenhang mit einer wissenschaftlichen Entdeckung erlebt wird.
Cusas Behandlung des Kreises, mit der er Archimedes‘ Fehler korrigierte, ist daher von entscheidender klinischer Bedeutung für unsere Suche nach Erkenntnis, für unser Bestreben, die Substanz der menschlichen Seele in uns selbst oder in anderen zu berühren. Mit ähnlichem Vermögen kann man das Böse oder einfach die geistige Leere in jemandem wahrnehmen, wie zum Beispiel in einem Betrüger, der sich als Marktschreier von der Kanzel aufspielt, der tatsächlich seine Seele verloren hat oder einfach nie eine gehabt zu haben scheint. Ich habe festgestellt, dass ich oft, wenn auch nicht immer, einen Betrüger in meiner Nähe – im geistige Sinne – „spüren“ und auf diese Wahrnehmung angemessen reagieren kann.
Kreativität – sowohl die klassische künstlerische als auch die wissenschaftliche – ist weniger ein Mittel zum Zweck als vielmehr ein Zweck an sich, ein „Gutes“ an sich. Seien Sie geduldig, es wird sich als vorteilhaft erweisen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Kreativität ist die wahre Quelle des Genies und der großen klassischen künstlerischen und wissenschaftlichen Schöpfungen von und für die Menschheit. Durch dieses „Gute“, das sich beispielsweise in der Wiederentdeckung der universellen Gravitation Keplers ausdrückt, erlebt der Schüler die ontologische Qualität der individuellen menschlichen Existenz, die berühmte „spirituelle“ Qualität, die der Mensch mit dem Schöpfer teilt. Dies ist die ontologische Qualität der Spiritualität einer leidenschaftlichen Belcanto-Darbietung eines kontrapunktischen Chorwerks wie Bachs „Jesu, meine Freude“. Das ist die Kreativität von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.
Dieses Empfinden der menschlichen Seele fehlt völlig in der Lesart der Wenckschen Übersetzung, die Hopkins liefert. Nach meiner fundierten Einschätzung entstand dieser Mangel nicht durch Hopkins‘ wissenschaftliche Fachkompetenz. Ebenso wenig ist jemals in Norbert Wieners Arbeit über die „Informationstheorie“ oder in John von Neumanns Begründung der „Künstlichen Intelligenz“ echte Kreativität zum Ausdruck gekommen. Diejenigen unter uns, die eine Seele haben und sich dessen bewusst sind, sind zutiefst traurig über die „Informationstheoretiker“, in denen – wie auch in den Kreaturen oder dem Autor von H.G. Wells‘ „Die Insel des Dr. Moreau“ – keine Spur einer menschlichen Seele zu finden ist.

Wencks misslungene Theologie
Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass Wencks Problem weniger in seiner Meinungsverschiedenheit mit Cusa liegt als in seinen eigenen ungelösten Zweifeln hinsichtlich der Idee Gottes. Er möchte gerne den Eindruck vermitteln, dass er an den Schöpfer glaubt, vielleicht sogar inbrünstig, obwohl seinem eigenen Dokument implizit jeder strenge Beweis oder jede Leidenschaft für das fehlt, woran er glauben möchte. Von allen Werken des Cusaners, die Wenck für seine Angriffe verfügbar hatte, ist es von besonderer Bedeutung, dass er sich ausgerechnet Cusas Werk als Ziel wählte, mit dem dieser die moderne experimentelle Physik begründete. Diese Wahl offenbart Wencks tief verwurzelte theologische Zweifel. Seine Polemik gegen Cusa drückt nicht den Geist eines Menschen aus, der mit dem Schöpfer vertraut ist.
Ein Beispiel: Die Vorstellung von der Existenz eines Schöpfers ist für fast jeden vermeintlichen Gläubigen oder Atheisten potenziell problematisch. Das ist an sich keine Schande, denn es ist keine Schande, ehrlich unwissend zu sein. Die Gefahr besteht darin, dass eine unerkannte Unkenntnis den irregeführten menschlichen Verstand dazu verleiten kann, sich aus einer Art Verzweiflung in mehr oder weniger nominalistische, sophistische Mutmassungen zu flüchten, Mutmassungen, die Erklärungen für quälende Zweifel zu liefern scheinen, aber in Wirklichkeit Unklarheit mit Wahnsinn vermischen. Dies führt oft zu persönlichen existentiellen Krisen, wie sie von bekennenden Existentialisten beschrieben werden, die den Glauben an die Realität des eigenen Empfindens, ja sogar an die Existenz des eigenen Selbst verlieren. Unaufgelöst kann dies zu gefährlich falschen Vorstellungen über die Sterblichkeit und Unsterblichkeit des Menschen führen. 5
Ein Beispiel: Der Gedanke an den Tod wirft die Frage nach der Unsterblichkeit auf – eine Frage, die jedes Kind beschäftigt, wenn es den Tod eines Familienmitglieds oder ein ähnliches Ereignis erlebt.
Ein Beispiel: „Entspricht ein cartesianisches ,Ich‘ einer tatsächlichen, unsterblichen Existenz?“ Die existentielle Zwickmühle, in der sich der Husserl-Zögling und Nazi-Philosoph Martin Heidegger und seine neokantianischen Freunde ohne Nazi-Parteiausweis, Horkheimer, Adorno und die Neukantianerin Arendt befinden, ist hier relevant: „Wenn dem so ist, wie drückte sich diese Unsterblichkeit nach meinem Tod effizient aus?“ „Wenn ich eine in die Gesellschaft ,geworfene‘ Seele ohne Körper bin, in der ich kein funktional integraler Bestandteil bin, wie kann dann ein immaterielles Wesen, das sich vorstellt, in einer solchen Welt zu leben, effizient auf das materielle Universum einwirken? Warum sollten Heidegger, Descartes oder John Locke es überhaupt versuchen?“
Aus solchen Überlegungen heraus ist die Vorstellung, die sich der von Zweifeln geplagte Glaubenssuchende von seinem Schöpfer machte, nur ein Spiegelbild dessen, was sein religiöser Glaube ihn über die Art und Weise, wie das Universum aufgebaut ist, glauben ließ. Dies gilt unabhängig davon, ob man den Menschen entweder als funktionalen Bestandteil dieses Universums betrachtet oder ob man das Universum lediglich als ein Vehikel sieht, in dem man in diesem Moment lediglich ein zufälliger Mitreisender ist, dessen tatsächliche Natur einem jedoch fremd ist.
In der modernen Gesellschaft entsteht daraus ein echtes Verständnisproblem. „Erlaubt die momentan herrschende Wissenschaftslehre die darin beinhaltete, effektive Existenzform einer unsterblichen menschlichen Seele?“
Bemerkenswert ist, dass Wencks Reaktion auf die De docta ignorantia in dieser Hinsicht kein Einzelfall in der damaligen historischen Periode war. Auf Wencks offensichtlich in den politischen Motiven der Zeit begründeten Bestrebungen folgte der Angriff auf Cusas De Docta Ignorantia durch keinen Geringeren als den venezianischen Spion Francesco Zorzi (alias Giorgi), der die äußerst sperrige Rolle des Eheberaters für den tyrannischen englischen König Heinrich VIII. übernommen hatte.6
Zu Lebzeiten von Cusa und Wenck war beispielsweise der Hauptfeind, mit dem das Christentum zu kämpfen hatte, vor allem der vergangene und wiederauflebende Einfluss der venezianischen Finanzoligarchie, einer Oligarchie, die zuvor Europa während der Zeit des Albigenserkreuzzugs und der normannischen Eroberung Englands beherrscht hatte.

In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass die Gesellschaft der normannischen Kreuzritter, die von der venezianischen Finanzoligarchie dominiert wurde, durchgehend eine nach dem „spartanischen“ Vorbild des heidnischen olympischen Zeus organisierte Gesellschaft war, wie sie von Aischylos in Der gefesselte Prometheus dargestellt wird – eine sogenannte „oligarchische“ oder „traditionelle“ Gesellschaft, in der es der Mehrheit der Menschen verboten war, jene kreativen Geisteskräfte zum Ausdruck zu bringen, die den Menschen vom Tier unterscheiden, einer Gesellschaft, in der sich das Bild eines Herrschergottes am Vorbild des olympischen Zeus orientierte. Eine solche Gesellschaft war bestimmt vom Bild eines Herrschergottes nach dem Vorbild eines Tieres, das dem Menschen ein Tier ist – so wie der Grossinquisitor Tomás de Torquemada, der revolutionäre Martinist und Freimaurer Graf Joseph de Maistre und die Anhänger de Maistres, Napoleon Bonaparte, Adolf Hitler oder der heutige US-Vizepräsident Dick Cheney.
Die Konflikte zur Zeit von Cusa, Wenck und Giorgi und ihrer Nachfolger wurden somit von dem Prozess dominiert, der ab 1453 zu den Religionskriegen von 1492 bis 1648 führte, ausgelöst durch denselben Grossinquisitor Tomás de Torquemada. Der gleiche Torquemada war auch der Grossinquisitor in Dostojewskis Roman und diente dem Martinisten und Freimaurer Graf Joseph de Maistre als Vorbild für die Rechtfertigung der Schreckensherrschaft in Frankreich und für de Maistres Bild von Kaiser Napoleon Bonaparte, der später als Vorbild für die Tyrannei Adolf Hitlers dienen sollte.
In derselben Periode – 1492 bis 1648 – vollzog sich in Venedig auch der Übergang zum hegemonialen Einfluss des empiristischen Dogmas in Anlehnung an Wilhelm von Ockham. Dieser Wandel wurde von Paolo Sarpi eingeleitet, der bis heute die zentrale Figur hinter jenen Strömungen der europäischen Kultur ist, die die wichtigste intellektuelle Quelle der Bedrohungen für die Existenz der amerikanischen Republik darstellen. Ockham und Sarpi sind die besonderen Wurzeln der Dogmen, die – genauso wie der Glücksspielverfechter Galileo – auf der Irrationalität von Glücksspielstatistiken des imperialen anglo-niederländischen Liberalismus basieren, und zwar sowohl für die Wissenschaft als auch für die Theologie. Gegen diesen anglo-niederländischen Liberalismus musste ich mich seit meiner Kindheit bis heute zur Wehr setzen.

Das Hauptwerk von Nikolaus von Kues hatte eine kombinierte politische Wirkung und zwar durch Cusas Darstellung des Prinzips einer modernen souveränen Nationalstaatsrepublik (in seiner Concordantia Catholica) und seiner ergänzenden Begründung der modernen Physik (in Werken beginnend mit seiner De Docta Ignorantia). Beide Beiträge zur Entstehung einer modernen Gesellschaft, die aus dem Verfall der vorhergehenden oligarchischen Herrschaftssysteme hervorging, boten Motive für verschiedenste Angriffe auf Cusas Werk, außerdem für Angriffe auf Kepler, Leibniz und andere durch empiristische Eiferer, wie die anglo-niederländischen Liberalen, die durch Paolo Sarpis neo-ockhamitischen Empirismus angestachelt wurden.
In Rückblick auf meine bisherigen Ausführungen besteht das Problem bei Wenck darin, dass er mit dem bösartigen olympischen Zeus aus Aischylos‘ Der gefesselte Prometheus die oligarchische Absicht teilt, die Masse der Menschen praktisch auf den Zustand von domestiziertem oder gejagtem Vieh zu degradieren. Er verweigert den Menschen das Recht, ihre grundlegende Verpflichtung als Geschöpfe im Ebenbild Gottes zu erfüllen, wie es in Genesis 1 vorgeschrieben ist und wie es in dem allgegenwärtigen Prinzip der De docta ignorantia zum Ausdruck kommt.
Wencks Fehler deckt sich daher mit dem Vorwurf, den Philon von Alexandria gegen Aristoteles erhoben hat, wonach Aristoteles in seiner Lehre die Rolle des Schöpfers auf den Status einer Person herabwürdigt, die sich durch die Erschaffung eines fixen Universums selbst machtlos gemacht hat, worin dem Schöpfer selbst die anti-entropische Kraft fortdauernder Schöpfung verweigert wird. Wenck ist ein Verfechter eines oligarchischen Systems, das dem Menschen jene spezifische Eigenschaft des Handelns bestreitet, wie sie in Cusas Prinzip der belehrten Unwissenheit zum Ausdruck kommt, das den Menschen als nach dem Bild des Schöpfers geschaffen definiert.
Meine eigenen Erfahrungen mit diesen Themen seit meiner Kindheit und Jugend sind ein relevantes Beispiel für genau diese allgemeine Natur der theologischen Auseinandersetzung, die sich in Wencks politisch motiviertem Angriff auf Cusa äußert.
3. Euklid: Das relevante Paradoxon
Betrachten Sie die Angelegenheit, wie ich sie aus meiner eigenen, autobiografischen Sicht dargelegt habe, und stellen Sie entsprechende Vergleiche mit Ihren eigenen Erfahrungen an. Da sich uns die wichtige Herausforderung stellt, unsere Kinder zu jungen Erwachsenen mit den heute erforderlichen Qualitäten zu entwickeln, sollten Sie sich meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit dieser Herausforderung zu eigen machen.
Um die Wurzeln solcher offensichtlichen grundlegenden Paradoxa zu verstehen, muss man den Standpunkt der Riemannschen Dynamik als auch die damit verbundene Erkenntnis übernehmen, dass die Riemannsche Dynamik eine erweiterte Neukonzeption dessen ist, was bereits als Wirkprinzip der Sphaerik (dynamis) bekannt war – Leibniz‘ Dynamik und die antireduktionistische physikalische Dynamik von Gauss und Riemann, die uns von den alten Griechen wie den Pythagoräern und den anderen Kreisen von Sokrates und Platon hinterlassen wurde. 7
Die grundlegenden existenziellen Paradoxien, wie sie in den heute üblichen Meinungen enthalten sind, kommen in pathologischer Form zum Ausdruck, die dem Ausspruch der radikalen Reduktionisten entspricht: „Man kann den unvermeidlichen Trends der aktuellen Geschichte nicht entkommen.“ Der Pessimist, der diese reduktionistische Sichtweise vertritt, lehnt es ab, auf die Gesamtheit scheinbar axiomatischer, offenbar vorherrschender Annahmen einzuwirken. Dieser Pessimist sieht sich selbst als eine sich in statistischer Bewegung befindliche statistisch-mechanische „Teufelskralle“, als wäre er Teil eines Boltzmannschen Gassystems. Die Beliebtheit von allgemein bewunderten mechanistisch-statistischen Wirtschaftsprognosen ist typisch für die verbreitete Infektion der öffentlichen Meinung und anderer führender Auffassungen mit der Pathologie eines solchen kulturell-existenzialistischen Pessimismus.
Was uns die Erfahrung lehrt
Das wahrscheinlich nützlichste Paradigma für pädagogische Studien über diese Form des existentialistischen Pessimismus ist der Fall des Sophisten Euklid, den wir vor allem durch seine Elemente oder davon abgeleiteter Lehren kennen. Wie gesagt, möchte ich hierzu meine persönliche Erfahrung als Beispiel anführen.
Irgendwann im Laufe meiner Kindheit wurde mir bewusst, dass es einen tatsächlichen Grund für meine Zweifel an der Ursache meiner so anderen Überzeugungen gab, die größtenteils induziert, aber auch verinnerlicht waren.
Ich begann diesen Konflikt zu verstehen, als ich in der Sekundarstufe mit dem üblichen Lehrplan in ebener (pro-euklidischer) Geometrie konfrontiert wurde. Zu dieser Zeit hatte ich, nachdem ich mir die Geometrie von Tragbalken in einer nahe gelegenen US-Marinebasis angesehen hatte, bereits begriffen, welche Bedeutung die richtige Geometrie für die Optimierung des Verhältnisses von Festigkeit zu Gewicht in solchen Strukturen hatte, ähnlich wie die Erbauer des Eiffelturms in jüngerer Zeit. Bis zu diesem ersten Tag im Geometrieunterricht war mir jedoch noch nicht bewusst geworden, dass die Idee einer abstrakten Geometrie, die auf sogenannten euklidischen Definitionen, Axiomen und Postulaten basiert, offensichtlich falsche Implikationen hat. Bis zu diesem Tag war mir die Vorstellung einer euklidischen aprioristischen Matrix einfach nie in den Sinn gekommen. Daher hatte ich den relativen Vorteil, mehr oder weniger sofort die Falschheit euklidischer und ähnlicher Systeme erkennen zu können, sobald ich damit in Berührung kam.
Schon zwei Jahre vor meiner Reaktion auf diese Begegnung im Unterricht hatte ich bereits begonnen, neben englischen Werken bedeutender Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts auch englische Übersetzungen französischer und deutscher Werke zu lesen, was mir zu einer Gewohnheit wurde. Meine Begegnung im Geometrieunterricht hatte zwei wesentliche, sich ergänzende Auswirkungen. Sie lenkte meine Aufmerksamkeit auf das Werk von Leibniz, das ich bald zu schätzen lernte, und stärkte gleichzeitig meine scheinbar instinktive, hartnäckige Abneigung, das meiste von dem zu akzeptieren, was mir als konventioneller Lehrstoff im Unterricht und in der Gesellschaft insgesamt vorgesetzt wurde.
Abgesehen von den Leibnizschen Schriften hatte ich zu dieser Zeit aus den mir verfügbaren Quellen praktisch keine klare Perspektive, bis ich später aus dem Kriegsdienst zurückkehrte. Meine eigenen Ansichten waren mir seit meiner Jugend klar, ebenso wie bestimmte Grundsätze, die ich von Leibniz übernommen hatte. Ansonsten war ich jedoch bis spät in meine Jugend hinein eigentlich nur zunehmend gut über das Übel des Empirismus im Allgemeinen und des Kantianismus im Besonderen informiert. In dieser Hinsicht ähnelte meine eigene Situation der der meisten jungen Bürger jener Zeit, mit denen ich eine typisch amerikanische, gesunde Verachtung für die vorherrschenden oligarchischen Traditionen Europas teilte. Ansonsten befand ich mich in einem Umfeld, das mehr oder weniger von der damals vorherrschenden anglophilen Korruption der amerikanischen Kultur geprägt war. Die Korrumpierung meines kulturellen Umfelds bezog sich auch auf die öffentliche und höhere Bildung, die damals, wie das meiste öffentliche Leben, praktisch eine Wüste des zügellosen Empirismus oder sogar Schlimmerem war.
Nach dem Krieg war meine erste philosophische Reaktion daher meine Auseinandersetzung mit dem Prinzip des Lebens als solchem, auf das ich durch meine Auseinandersetzung mit einem Text von Pierre Lecomte du Noüy gestossen war. 8 Die entscheidende weitere Entwicklung war jedoch meine anschließende ablehnende Reaktion auf den Begriff der „Informationstheorie“, der in meiner ansonsten wohlwollenden Lektüre einer Vorabausgabe von Professor Norbert Wieners Kybernetik aus dem Jahr 1948 vorkam. 9 Meine Reaktion gegen das kultische Dogma der „Informationstheorie“ aus der Lektüre von Wieners Schrift wurde umgehend zum zentralen Gegenstand meines intellektuellen Lebens, bis meine fortlaufende Auseinandersetzung mit den wichtigsten Schriften von Georg Cantor und anschließend mit Bernard Riemanns Habilitationsschrift 1952–1953 dazu führte, dass ich das Prinzip der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“ als das wesentliche funktionale Unterscheidungsmerkmal der Ökonomie der menschlichen Spezies gegenüber derjenigen der Tiere definierte.
Diese Reaktion auf Wieners „Informationstheorie“ verband sich mit meinem anhaltenden Interesse an dem Unterschied zwischen lebenden und nichtlebenden Prozessen sowie zwischen Ideen universeller physikalischer Prinzipien und reinem mathematischem Formalismus. Außerdem faszinierte mich die Rolle der klassischen Ironie in Poesie und Prosa und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Komposition und Aufführung klassischer Musik. Nachdem ich mich mit der These von Riemanns Habilitationsschrift auseinandergesetzt hatte, vereinigten sich all diese Themen für mich zu Facetten eines einzigen, übergeordneten Konzepts. Dieses Konzept liegt meiner Reaktion auf Hopkins‘ oben zitiertes Buch zugrunde. Das Gesamtkonzept kann man wie ein Brennglas auf die Frage der Sophistik in Euklids Elemente konzentrieren.
Schon in meiner Jugend hatte ich die Euklidische Geometrie zugunsten der Schriften Leibnizens abgelehnt, die einen großen Einfluss auf mich ausübten. Die physikalische Geometrie gab meinen Gedanken eine gewisse Richtung, wenn auch keine vollständige Definition einer solchen Geometrie, bis etwa zu meinem 30. Geburtstag. Dann klärte Riemanns Habilitationsschrift meine Gedanken zu diesem Thema wie ein Blitzschlag. Die wesentlichen Einflüsse, die die Richtung meines Denkens in der Zeit von 1945 bis 1953 prägten, waren erstens die Vorstellung von lebenden Prozessen als eigenständiger physikalischer Raum, der nicht einfach in die Physik unbelebter Prozesse aufgenommen werden kann, und zweitens (ab 1948), dass die schöpferischen Kräfte des Individuums ein eigenständiger Prozess sind, der sich sowohl von lebenden als auch von nichtlebenden Prozessen unterscheidet – so wie sich lebende Prozesse von nichtlebenden unterscheiden. Riemanns Habilitationsschrift hat mir diese Sichtweise auf die Realität verdeutlicht und mir den Weg zu meiner späteren, schrittweisen Übernahme der Arbeiten von Wernadskij als Schlüssel zu einem adäquateren Verständnis des Universums geebnet.
In all dem war ich seit meiner Jugend stets ein Verfechter des Prinzips der Leibnizschen Dynamik, im Gegensatz zu einem euklidischen und einem kartesischen mechanistisch-statistischen System.
In letzter Zeit haben mir die Erfahrung und andere Einflüsse viele Dinge verdeutlicht, eine Klarstellung, die Cusas Konzept der „belehrten Unwissenheit“ entspricht. Der größte Teil der auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse war nicht das individuelle Studium als solches, sondern die Zusammenarbeit mit einigen führenden Wissenschaftlern meiner eigenen und der Generation zuvor sowie in der Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern und vielen anderen. In all dem war der unverzichtbare, entscheidende Schritt das „Verlernen“, wodurch ich die destruktiven, unmenschlichen Auswirkungen des Glaubens an eine Form der Sophistik erkannte, die als Euklidische Geometrie bekannt ist.
Um die verheerenden Auswirkungen der Euklidischen Geometrie zu verstehen, sollten wir auf eine Zeit zurückblicken, in der der Kern des antiken Geometriewissens bereits nahezu vollständig vorlag, d.h. das der Pythagoräer und der anderen Kreise um Sokrates und Platon. Es gibt praktisch kein Theorem oder verwandte Grundsätze von Bedeutung, die von diesen Kreisen nicht richtig verstanden wurde, bevor dieses Wissen in Euklids Elementen verfälscht wurde.

Dieser Umstand sollte jeden denkenden Menschen zu der Frage veranlassen, warum Euklid dieses besondere intellektuelle Verbrechen an der Menschheit begangen haben sollte.
Wie bereits oben angemerkt, lautet die wesentliche Antwort auf diese Frage, dass Euklid ein Sophist war. Die Bedeutung dieser Tatsache wird deutlich, wenn man die erhaltenen Zeugnisse der tatsächlichen Prinzipien der physikalischen Geometrie untersucht, wie sie von den Pythagoräern, von Sokrates und Platon in einer Zeit entwickelt wurden, die mit dem Tod Platons endete.
Die Sophisten waren die wichtigste der reduktionistischen Sekten, die vor allem vom Apollon-Kult in Delphi hervorgebracht wurden, um die Köpfe der jungen Menschen aus führenden Familien Athens zu korrumpieren. Diese Methode wurde später in den Jahren 1945–1956 zur Konditionierung von Kindern aus Familien der amerikanischen Mittelschicht oder der leitenden Angestellten und auch von korrupten Institutionen wie den existentialistischen Fanatikern des Kongresses für kulturelle Freiheit nachgeahmt. Alle schlimmsten Ausprägungen der „Babyboomer“-Generation von 1968, die wesentlich zur Zerstörung der Wirtschaft und des sozialen Lebens in den USA sowie in West- und Mitteleuropa seit Frühjahr/Sommer/Herbst 1968 beigetragen haben, sind Auswüchse des Einflusses der hasserfüllten existentialistischen Kreaturen in der Nachfolge von Heidegger, Horkheimer, Adorno, Arendt und dergleichen sowie des Einflusses der Londoner Tavistock-Klinik, einer britischen Einrichtung für psychologische Kriegsführung.
Die Bedeutung Euklids damals wie heute liegt darin, dass seine Geometrielehre als Mittel verwendet wurde, um das kreative Potential des menschlichen Geistes zu zerstören. Dies sollte man berücksichtigen, um die heutige Lesart von Euklid in Form von „Informationstheorie“ und „Künstlicher Intelligenz“ zu verstehen, mit denen die Moral und Produktivität der Bevölkerung zerstört wird.
Die Seuche des „Umweltschutzes“
Euklid war zu seiner Zeit und danach ein Produkt genau dieser Absicht. Der Schlüssel zum Verständnis dieser Tatsache ist ein Verweis auf die tatsächlichen historischen Implikationen von Aischylos‘ Der gefesselte Prometheus.
Als nahezu identische Massengehirnwäsche an der führenden Schicht der „Babyboomer“-Generation ist die Idee des „Umweltschutzes“ in der Zeit nach 1945 als entscheidendes Element einer Sozialpolitik entstanden, die darauf abzielt, die Existenz und den Einfluss der USA und Westeuropas aus der zukünftigen Weltgeschichte zu tilgen.
Die anglo-niederländischen liberalen Interessen verfolgen damit die Absicht, in Amerika und auf dem gesamten europäischen Kontinent einen Zustand bukolischer wirtschaftlicher Rückständigkeit zu erzeugen. Das ist die Bedeutung des Konzepts der „unipolaren Welt“, der „Globalisierung“ und der Einsetzung des gegenwärtigen US-Marionettenregimes unter Bush und Cheney als Instrument zur Selbstzerstörung der USA.
Wir haben es mit einem Konflikt zwischen zwei gegensätzlichen Gesellschaftssystemen zu tun, dem der anglo-niederländischen Form eines liberalen Eine-Welt-Imperiums und der Art einer souveränen Nationalstaatsrepublik, zu der die USA geschaffen wurden. Das war das Thema im Februar 1763, im Juli 1776 und auch der Plan von Präsident Franklin Delano Roosevelt für die gesamte Nachkriegsordnung. Nur durch die Errichtung wirklich souveräner Nationalstaaten als Recht aller Völker der Welt, wie es Präsident Franklin Roosevelt im Gegensatz zu Winston Churchill beabsichtigt hatte, kann dieser Planet in den nächsten ein oder zwei Generationen ein sicherer Ort für alle Menschen sein. Das heißt, unter der Voraussetzung, dass das entschlossene Eintreten für grundlegenden wissenschaftlichen, kulturellen und technologischen Fortschritt der moralische Maßstab für Bildung, Wirtschaftspolitik und die persönliche Moral in der Zukunft ist.
Die Verteidigung von Johannes Wenck durch bestimmte Kreise bis zum heutigen Tag ist in diesem Licht zu sehen.
Fußnote(n)
- Wernadskijs russischer Zeitgenosse A.I. Oparin verfasste einen viel beachteten Text, der unter dem Titel What Is Life? auf Englisch veröffentlicht wurde. Vergleicht man jedoch Oparins Argumentation mit der wesentlichen Aussage Wernadskijs zu diesem Thema aus der Mitte der 1930er Jahre, so war Oparins Argumentation ontologisch gesehen eindeutig fehlerhaft.[↩]
- Nachzulesen in FUSION 02/2005.[↩]
- Gegen Ende der 1980er Jahre reagierte Professor Robert Moon von der Fusion Energy Foundation auf meine Argumentation zur Bedeutung von Keplers Weltharmonik für die zeitgenössische Physik, indem er auf eine eigene, viel frühere Arbeit zurückgriff, in der er die radikal reduktionistische Doktrin der „magischen Zahlen“ in Bezug auf Isotope in Frage stellte. Dies veranlasste mich, über die tieferen Implikationen derselben Ordnung nachzudenken, die sich aus den abgeschnittenen archimedischen Körpern ergibt, wie sie in Keplers Weltharmonik vorkommen. Daraus entstehen Fragen zu solchen physikalischen Harmonien, da dies Auswirkungen auf die lebende Chemie hat und für die sich heute abzeichnende „Isotopenwirtschaft“ von Bedeutung ist.[↩]
- Die physiologische Grundlage für die kognitiven Prozesse des menschlichen Geistes enthält eindeutig etwas, das mit der Funktion menschlicher Erkenntnis „mitschwingt“, die sich in der Entdeckung eines gültigen universellen physikalischen oder ontologisch vergleichbaren Prinzips effizienten Wissens ausdrückt. Was jedoch durch diese Fähigkeit hervorgebracht wird, entsteht nicht auf dieser physiologischen Grundlage, außer wenn Keime einer höheren Seinsqualität den geeigneten physiologischen „Boden“ finden, um neue Erkenntniskeime zu pflanzen. Im typischen heutigen Schulunterricht werden Schüler beispielsweise dazu angehalten, mit der Identifizierung einer mathematischen Formel zu reagieren, wenn sie zur Identifizierung eines physikalischen Prinzips aufgefordert werden. Für die Schüler existiert das Prinzip selbst aber gar nicht! Dies ist eine der typischen Folgen reduktionistischer Bildungsmethoden.[↩]
- Das Argument, das auf den Fall Wenck anwendbar ist, wird auch von Philon von Alexandria vertreten, der als Rabbiner und Freund des Apostels Petrus geschätzt und von namhaften katholischen Theologen oft als Autorität herangezogen wird. Philon verurteilte jene Lehre des Aristoteles, auf die sich die Bewunderer von Bernard Mandeville, François Quesnay, Adam Smith, Jeremy Bentham und Satan berufen, wonach durch Gottes Schöpfungsakt ein vollkommenes Universum entstanden ist, das Gott selbst nicht mehr verändern kann. Damit überträgt man implizit die Macht der Veränderung an Satan oder die Hure Babylon, besser bekannt als das Römische Reich der Capri-Bewohner Augustus Caesar und Tiberius, die Pontius Pilatus nach Judäa entsandten. Das reale Universum ist nicht aristotelisch, sondern konzeptionell ein platonisches System der fortwährenden (d. h. anti-entropischen) Schöpfung.[↩]
- In seinem Hauptwerk De harmonia mundi totius greift Francesco Zorzi (Giorgi) Cusas De docta ignorantia an. In einer Äußerung, die als Gründungserklärung der spekulativen Freimaurerei bekannt werden sollte, stellt Zorzi fest: „Der Suchende nach der Monas [dem Einen] kann sich in die negative Theologie und die ,Docta Ignorantia‘ zurückziehen, oder er kann versuchen, der göttlichen Monas in ihrer Ausdehnung in die drei Welten zu folgen“ (zitiert in Francis A. Yates, The Rosicrucian Enlightenment, Oxford: Routledge, 1986).[↩]
- Wie ich bereits zuvor betont habe: In der kompetenten Physik muss unbedingt unterschieden werden zwischen der Mathematik als solcher, wie sie als typischer Trugschluss der Euklidiker daher kommt, und der Mathematik, die als bloßer Nachrichtenüberbringer der Physik eingesetzt wird. Diese Unterscheidung, die von Bernhard Riemann für alle kompetenten Strömungen der modernen Wissenschaft nachdrücklich getroffen wurde, hat durch die Arbeit des Akademikers W. I. Wernadskij, der die Unterschiede zwischen dem Nicht-Lebenden, der Biosphäre und der Noosphäre experimentell rigoros definiert hat, eine brillante, umfassendere Dimension erhalten. Vor Riemann und Wernadskij war dies bereits ein systematisches Merkmal der Methoden der physikalischen Geometrie, die Kepler in seiner „Neuen Astronomie“ und „Weltharmonik“ vorgestellt hatte.[↩]
- Pierre Lecomte de Noüy, Human Destiny, Longmans, Green & Co., London, 1947.[↩]
- Norbert Wiener, Cybernetics, Wiley, New York, 1948. Wieners Darstellung möglicher Kontrollmechanismen war äußerst ansprechend. Abstossend war seine Philosophie, die stark vom Einfluss Bertrand Russells geprägt war.[↩]
