FUSION hat dem Fusionsunternehmen Focused Energy acht Fragen zum Stand der Laserfusionsforschung gestellt. Hier sind die Antworten von Prof. Dr. Markus Roth, Mitgründer und Chefwissenschaftler von Focused Energy.
Worin liegt der jüngste Fortschritt, der jetzt den Bau eines Laserfusions-Kraftwerks in Deutschland rechtfertigt – und welche wissenschaftlichen und technologischen Hürden bleiben?
Der entscheidende Wendepunkt war der Nachweis an der National Ignition Facility (NIF) in den USA. Im Dezember 2022 wurde dort erstmals mehr Fusionsenergie freigesetzt, als der Laser zum Zünden aufgebracht hatte. Das war der sogenannte Scientific Net Gain. Damit ist die physikalische Machbarkeit der Laserfusion belegt. Wir vergleichen dies immer gerne mit dem ersten Flug der Gebrüder Wright im Dezember 1903. Danach hat auch niemand mehr daran gezweifelt, ob ein Mensch fliegen kann. Diesen Beweis muss die Magnetfusion noch antreten.

Im April 2025 folgte ein neuer Rekord: 8,6 Megajoule Fusionsenergie bei 2,08 Megajoule eingesetzter Laserenergie, also mehr als der vierfache Ertrag. Die NIF-Anlage ist aber eine reine Forschungsanlage für Grundlagenforschung und nukleare Sicherheit und nicht für Energieerzeugung ausgelegt. Zudem ist die dort verwendete Lasertechnologie sehr ineffizient. Das NIF-System verwendet ältere Blitzlampen-gepumpte Festkörperlaser. Kommerzielle Fusionskraftwerke auf Laserbasis benötigen moderne Lasersysteme mit einem Wirkungsgrad von 15 bis 20 Prozent, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
Genau hier setzt Focused Energy an: mit deutlich höheren Wiederholraten, effizienteren diodengepumpten Lasersystemen statt blitzlampengepumpter Technik und einem eigenen Target-Design. Focused Energy besitzt die entscheidenden Rechte und Patente für die Schlüsselkomponenten eines Laserfusionskraftwerks – darunter Laser, Targets und Reaktorkammer. Dieses Herzstück bildet den „Motor“ des Kraftwerks.
Die verbleibenden Hürden liegen vor allem in der technischen Umsetzung und im Aufbau belastbarer Lieferketten: Dazu gehören die industrielle Serienfertigung präziser Targets, Laser mit hoher Wiederholrate und langer Lebensdauer sowie ein geschlossener Brennstoffkreislauf für Tritium. Das sind keine offenen physikalischen Rätsel mehr, sondern Ingenieursaufgaben. Sie sind anspruchsvoll, aber lösbar. Und genau deshalb gehen wir in Biblis den Schritt vom Labor zum weltweit ersten kommerziellen Laserfusionskraftwerk.
Was ist – ohne zu technisch zu werden – das Grundprinzip der Laserfusion?
Bei der Fusion werden leichte Atomkerne miteinander verschmolzen. Dabei wird Energie frei. Bei der Laserfusion wird dieser Prozess mit extrem starken Laserimpulsen ausgelöst. Fusion ist eine Zukunftstechnologie mit großem Potenzial für neue Wertschöpfungsstrukturen und schafft eine klimaneutrale, sichere, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung. Bei der Fusion verschmelzen Wasserstoffatomkerne unter hohen Temperaturen zu Helium. Dabei wird enorm viel Energie freigesetzt: Ein Gramm Fusionsbrennstoff kann eine Energiemenge freisetzen, die ungefähr der Verbrennung von elf Tonnen Kohle entspricht.
Bei der Laserfusion nimmt man ein winziges, stecknadelkopfgroßes Pellet aus gefrorenem schwerem Wasserstoff, das sogenannte Target. Darauf schießt man mit extrem starken Laserstrahlen. Die Laserenergie erzeugt eine Druckwelle, die den Brennstoff blitzartig zusammenpresst und auf Temperaturen von rund 150 Millionen Grad Celsius erhitzt – zehnmal heißer als in der Sonnenmitte. Bei diesem Druck und dieser Hitze verschmelzen die Wasserstoffkerne – sie fusionieren – und setzen dabei ein Vielfaches der eingesetzten Energie frei. Wir unterscheiden in der Laserfusion zwei Grundkonzepte: den „Indirect Drive“, bei dem der Brennstoff in einem kleinen Hohlraum sitzt, den die Laser zuerst aufheizen, und den „Direct Drive“, bei dem die Laser unmittelbar auf das Target treffen. Focused Energy setzt auf Letzteres, weil es effizienter ist.

Der eigentliche Charme: Der Brennstoff ist praktisch unerschöpflich verfügbar, es entsteht kein langlebiger radioaktiver Abfall, und ein Unfall nach dem Muster einer Kernschmelze ist physikalisch ausgeschlossen. Bei der kleinsten Störung bricht die Fusionsreaktion sofort ab; sie kann sich nicht selbstständig aufrechterhalten. Ein Laserfusionskraftwerk ist damit inhärent sicher.
Wie verlief der Werdegang von Focused Energy vom kleinen Start-up zum heute expandierenden, mit privaten und staatlichen Millionenbeträgen geförderten Tech-Unternehmen?
Focused Energy ist ein deutsch-amerikanisches Fusionsunternehmen mit Hauptsitz in Darmstadt sowie Niederlassungen in Berlin, Austin und San Francisco. Das am 1. Juli 2021 aus dem Umfeld der TU Darmstadt gegründete Unternehmen beschäftigt heute rund 200 führende Wissenschaftler und Ingenieure aus mehr als 30 Nationen.
Ziel ist es, die Fusionstechnologie von der Forschung in die industrielle Anwendung zu überführen und gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft in Biblis das weltweit erste kommerzielle Laserfusionskraftwerk bis Ende der 2030er Jahre zu errichten.
Als weltweit führendes Laserfusionsunternehmen verfolgt Focused Energy einen konsequent industrieorientierten Ansatz: Aufbauend auf jahrzehntelanger internationaler Fusionsforschung und der technologischen Expertise seiner Gründer verbindet das Unternehmen wissenschaftliche Exzellenz mit der Geschwindigkeit und Skalierungsfähigkeit eines privat finanzierten Hightech-Unternehmens.
Dank eines überzeugenden technologischen Ansatzes und der Reputation der beiden Gründer Prof. Dr. Markus Roth (CSO) und Thomas Forner (CEO) konnte Focused Energy in kürzester Zeit eine Seed-Finanzierung von 15 Millionen US-Dollar einwerben.
Im Mai 2026 konnte mit 240 Millionen US-Dollar die bisher größte vollständig gesicherte Serie-A-Finanzierungsrunde in der Fusionsbranche abgeschlossen werden. Auch der Energiekonzern RWE ist mit bisher 70 Millionen Euro an Focused Energy beteiligt. Mit RWE gewinnt Focused Energy zugleich einen strategischen Kapitalgeber und industriellen Partner, der die Nutzung des Standorts Biblis für die Laserfusion ermöglicht und genehmigungsrechtliche Expertise einbringt. Focused Energy schafft damit beste Voraussetzungen für sein Vorhaben, die Industrialisierung der Fusionstechnologie in Deutschland und Europa mit hoher Geschwindigkeit voranzutreiben und den Weg zur kommerziellen Nutzung zu beschleunigen.
Neben RWE engagieren sich weitere finanzstarke Investoren aus Deutschland, Europa, Asien und der Golfregion – darunter auch potenzielle Abnehmer von Fusionsenergie –, die bereit sind, die gesamte Bauphase bis hin zum Fusionskraftwerk zu finanzieren. Damit fließt gezielt internationales Kapital nach Deutschland, um hier industrielle Wertschöpfung, strategische Infrastruktur und eine neue globale Hochtechnologieindustrie aufzubauen.
Parallel ist die Politik eingestiegen: Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben und baut Hessen zum Leitstandort der Laserfusion in Deutschland aus. Biblis ist das Zentrum unseres Fusionscampus und wurde jüngst zudem als Laserfusions-Hub des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt ausgewiesen. Die Bundesregierung fördert die Fusionsforschung zudem im Rahmen ihrer Hightech-Agenda. Aus einem Uni-Spin-off wurde damit in nur fünf Jahren das weltweit führende Laserfusionsunternehmen mit einem stringenten Zeitplan bis zum ersten Laserfusionskraftwerk 2037 in Biblis.

Was halten Sie vom „Aktionsplan Fusion“ der Bundesregierung und den drei neuen Kernfusions-Hubs? Reicht das, damit tatsächlich das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland entsteht?
Der Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“, den das Bundeskabinett im Rahmen der Hightech-Agenda beschlossen hat, ist ein richtiges und wichtiges Signal: mehr als zwei Milliarden Euro an Förderung bis 2029, das klare politische Ziel, das erste Fusionskraftwerk der Welt in Deutschland zu bauen, und die Einbindung von Forschung, Industrie und Infrastruktur in drei Fusions-Hubs.

Das ist mehr, als die Branche vor zwei Jahren noch zu hoffen wagte. Ob es ausreicht, hängt aber an der Umsetzung: Wir brauchen einen eigenen, zukunftsfähigen Rechtsrahmen für Fusionsenergie abseits des bestehenden Atomrechts, eine schnelle und koordinierte Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ministerien statt Zuständigkeitsgerangel.
Die Finanzierung muss zudem privates Kapital hebeln, statt es zu ersetzen. Die Hubs sind dafür ein guter Anfang, weil sie Forschung, Industrie und Infrastruktur an konkreten Standorten zusammenbringen.
Aber ein Aktionsplan allein baut kein Kraftwerk. Entscheidend ist, ob aus den Ankündigungen in den nächsten 12 bis 24 Monaten konkrete Genehmigungen, Baurecht und tatsächlich ausgezahlte Fördermittel werden. Deutschland hat die Forschungslandschaft, die Zulieferindustrie und jetzt auch den politischen Willen.
Schon während der Entwicklungsphase des Fusionskraftwerks in Biblis werden Industriebereiche als Zulieferer einbezogen. Wie könnte sich das weiterentwickeln?
In Biblis entsteht kein isoliertes Kraftwerksprojekt, sondern von Anfang an ein Fusionsindustrie-Ökosystem. Schon seit einem Jahr baut Focused Energy dort eine Testanlage für eine lasergetriebene Neutronenquelle, die – losgelöst vom späteren Laserfusionskraftwerk – ab 2027 kommerziell nutzbar ist.
Die von Focused Energy entwickelte LDRS-Technologie (Laser Driven Radiation Sources) ermöglicht die zerstörungsfreie Untersuchung großer Bauteile wie Brücken und Schiffscontainer sowie verschlossener Behälter – und zwar von außen. In der Vergangenheit war das verwendete Inspektionsverfahren auf riesige Teilchenbeschleuniger angewiesen, um die notwendigen Neutronenstrahlen zu erzeugen. Das war für sehr viele Anwendungen nicht praktikabel. LDRS bietet damit nicht nur eine deutlich kostengünstigere und kompakte Alternative, sondern ermöglicht auch eine Art zerstörungsfreien Röntgenblick in feinste Strukturen und komplexe Materialzusammensetzungen.
Das schafft frühe, reale industrielle Wertschöpfung, lange bevor das Kraftwerk selbst steht. Deutschland kann dabei auf einer weltweit führenden Optik- und Lasertechnikindustrie aufbauen – Präzisionsoptik, Hochleistungslaser, Steuerungstechnik, Vakuumtechnik, Sensorik. Wir erwarten, dass sich der Kreis der Zulieferer in den kommenden Jahren von der Optik- und Lasertechnik über Anlagenbau, Robotik und Materialwissenschaften bis hin zu klassischer Energie- und Kraftwerkstechnik erweitert – also genau die Branchen, die durch den Rückbau der konventionellen Kernenergie ohnehin Erfahrung und freie Kapazitäten mitbringen.
Das ehemalige RWE-Kernkraftwerksgelände in Biblis mit seiner bestehenden Infrastruktur und den erfahrenen Fachkräften ist dafür ein Glücksfall. Langfristig sehen wir hier den Kern einer neuen europäischen Schlüsselindustrie entstehen, mit Ausbildungsprogrammen für die nächste Generation von Ingenieurinnen und Ingenieuren. In dieser Kombination vereint kein anderer Standort weltweit vergleichbare Voraussetzungen. Das verschafft Focused Energy nach unserer Einschätzung einen zeitlichen Vorsprung von mehreren Jahren.
Kernfusion als praktisch unerschöpfliche Energiequelle für die ganze Welt – treibt Sie die Perspektive an, damit Hunger und Armut zu beseitigen?
Ja, das ist für uns weit mehr als ein positiver Nebeneffekt. Wenn die Fusion funktioniert – wovon wir ausgehen –, ist das tatsächlich ein Gamechanger für die Menschheit. Mit ausreichend sauberer, günstiger Energie lässt sich der Klimawandel ab der zweiten Hälfte des Jahrhunderts nicht nur bremsen, sondern man kann anfangen, auch Teile seiner Folgen aktiv zu korrigieren. Dazu zählen: CO2 aus der Atmosphäre binden und abscheiden, Meerwasser entsalzen und Wüsten wieder begrünen sowie Trinkwasser in trockene Regionen bringen, Böden regenerieren oder neue industrielle Wertschöpfung ohne fossile Grundlage aufbauen.
Der Treibstoff für Fusionskraftwerke ist praktisch überall auf der Welt verfügbar. Zudem würde Energie damit erstmals von geografischem Glück oder geopolitischer Abhängigkeit entkoppelt. Und wenn für ein Laserfusionskraftwerk nur noch ein Kilogramm Brennstoff am Tag – 600 Gramm Lithium und 400 Gramm Wasserstoff – benötigt wird, ist zum ersten Mal die Energieproduktion vom Ressourcenverbrauch entkoppelt.
Wenn Regionen, die heute unter Energie- und Wasserknappheit leiden, Zugang zu verlässlicher, bezahlbarer Energie bekommen, verändert das direkt Landwirtschaft, Wasserversorgung sowie industrielle Entwicklung und damit die Grundlagen für Wohlstand. Das ist die große Aufgabe, an der wir arbeiten. Sie ist auch der Grund, warum die meisten Mitarbeiter hoch motiviert sind und erfolgreich zusammenarbeiten.
Welchen Einfluss könnte ein erfolgreicher Entwicklungsprozess auf die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung und die Wirtschaft haben – kann technologischer Fortschritt den verbreiteten Pessimismus in Deutschland überwinden?
Ja. Deutschland debattiert seit Jahren viel über Standortnachteile, teure Energie, Deindustrialisierung und verpasste Technologiezüge – bei Künstlicher Intelligenz, Batterien, Solarzellen. Die Laserfusion ist ein Feld, auf dem Deutschland tatsächlich ganz vorne mitspielt. Wir haben eine exzellente Forschung, eine weltweit führende Optik- und Zulieferindustrie, mehrere international beachtete Start-ups und jetzt auch politischen Rückenwind.
Wenn hier tatsächlich das erste Fusionskraftwerk der Welt entsteht, wäre das ein sichtbarer Beweis, dass technologische Spitzenleistung und industrielle Umsetzung in Deutschland zusammen funktionieren können – nicht nur in der Theorie, sondern an einem konkreten Standort wie Biblis.
Das kann psychologisch stark wirken: als sichtbares Aufbruchsprojekt, das Fachkräfte anzieht und der Abwanderung qualifizierter Menschen entgegenwirkt. Und es würde zeigen, dass Zukunftstechnologie heute nicht nur in den USA oder China entsteht. Wirtschaftlich könnte ein funktionierendes Kraftwerk den Ausgangspunkt für eine neue Industrie mit erheblichem Exportpotenzial bilden – mit einer Bedeutung, die langfristig an die Rolle des Maschinenbaus oder der Automobilindustrie anknüpfen könnte.

Blickt man weiter in die Zukunft: Welche Rolle könnte die Fusionstechnik in der Raumfahrt spielen – haben Sie dazu eine Vision?
Kompakte Antriebe mit hoher Energiedichte könnten in der Raumfahrt längere Missionen, höhere Geschwindigkeiten und grössere Nutzlastanteile ermöglichen. All das hängt letztlich davon ab, wie viel Energie man auf kleinem Raum verfügbar machen kann.
Fusionsantriebe könnten hier Reisezeiten zu weiter entfernten Zielen im Sonnensystem drastisch verkürzen, weil sie eine deutlich höhere Energiedichte liefern als chemische Treibstoffe oder heutige Ionenantriebe. Die Anwendung beruht auf denselben physikalischen Grundlagen, wäre technologisch aber ein deutlich weiter entferntes Entwicklungsziel.
Ich sage das auch etwas persönlich: Als Jugendlicher war ich vom Fusionsreaktor an Bord der USS Enterprise fasziniert – diese Vision hat mich in die Physik gebracht. Kurzfristig konzentrieren wir uns aber ganz bewusst auf unser Laserfusionskraftwerk in Biblis. Die Anwendung in der Raumfahrt ist ein spannendes, aber klar nachgeordnetes Zukunftsfeld, das erst relevant wird, wenn die terrestrische Energieerzeugung zuverlässig läuft.
China: 582-Tonnen-Magnet für Fusionsforschung fertig gestellt
Das chinesische Institut für Plasmaphysik (ASIPP) hat die Entwicklung und Abnahme des nach eigenen Angaben weltweit größten Supraleitmagneten für einen Fusionsreaktor abgeschlossen. Der 21 Meter lange Ringmagnet soll in künftigen Reaktoren ein Plasma einschließen, das auf mehr als 100 Millionen Grad Celsius erhitzt wird.
Wie das zur Chinesischen Akademie der Wissenschaften gehörende Institut in Hefei in der ostchinesischen Provinz Anhui am 2. Juli 2026 mitteilte, bestanden ein ringförmiger Feldmagnet mit einem Gewicht von 582 Tonnen sowie eine hochtemperatur-supraleitende Zentralspule am 27. Juni die abschließenden Tests unter voller Last.
Der 582-Tonnen-Magnet ist die größte Komponente der Forschungsanlage CRAFT (Comprehensive Research Facility for Fusion Technology). Die zugleich getestete Hochtemperatur-Supraleiterspule ist eine zentrale Komponente des Reaktors „Best“, Chinas experimentellen Fusionsreaktors der nächsten Generation.

Nach Angaben des chinesischen Staatssenders CCTV soll die Anlage bis Ende 2027 fertiggestellt sein. Ziel sei es, um das Jahr 2030 erstmals Strom aus der Fusion zu erzeugen.
Nach Angaben des ASIPP verfügt der Magnet über das 1,3-fache Volumen und die dreifache Energiespeicherkapazität des vergleichbaren Magneten im internationalen Fusionsprojekt ITER, dem in Südfrankreich im Bau befindlichen internationalen Forschungsreaktor. Er sei für einen stabilen Betrieb über 60 Jahre bei einer Stromstärke von 98 Kiloampere und einer Energiespeicherung von 120 Gigajoule ausgelegt. Sämtliche Schlüsseltechnologien seien im Inland entwickelt worden. Aus dem sechsjährigen Forschungsprojekt seien 47 Patente und 14 Industriestandards hervorgegangen.
Qin Jinggang, stellvertretender Direktor am ASIPP, sagte laut CCTV, mit den bestandenen Tests seien rund 80 Prozent des Wegs zurückgelegt. Die verbleibende Aufgabe sei der Einbau der Spule in den Reaktor und der Nachweis ihrer Langzeitstabilität. Erst danach lasse sich sagen, dass die Technik beherrscht werde.
